Jerry Seinfeld kontert Israel-Hetzerin: „Dein Eintrittsgeld spende ich an Israel“
Eine pro-palästinensische Aktivistin stört Seinfelds Auftritt in Chicago mit schweren Anschuldigungen gegen Israel. Der jüdische Komiker antwortet mit einer Ankündigung, die seine Kritikerin kaum erwartet haben dürfte.

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Der amerikanische Komiker Jerry Seinfeld lässt sich von antiisraelischen Protesten nicht einschüchtern. Bei einem Auftritt in Chicago am vergangenen Wochenende versuchte eine Zuschauerin, seine Veranstaltung für politische Anschuldigungen gegen den jüdischen Staat zu nutzen. Doch statt sich auf eine lautstarke Auseinandersetzung einzulassen, antwortete Seinfeld mit einer bemerkenswert einfachen Idee: Er wolle herausfinden, wie viel die Demonstrantin für ihre Eintrittskarte bezahlt habe, und genau diesen Betrag an IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen spenden.
Der Vorfall ereignete sich während Seinfelds Auftritten am Wochenende des 9. und 10. Oktober im Chicago Theatre. Nach einem Bericht des israelischen Senders N12 vom 12. Oktober wurde der Komiker von einer Frau im Publikum unterbrochen, die ihm vorwarf, sich über die Tötung von Palästinensern lustig zu machen. In sozialen Netzwerken verbreitete Aufnahmen zeigen, wie die Aktivistin ihre Anschuldigungen in den Saal ruft, während Sicherheitskräfte eingreifen und sie schließlich hinausführen.
Die Frau sprach von 22.000 Palästinensern, die mit amerikanischen Steuergeldern getötet worden seien, und erhob den Vorwurf eines Völkermords. Diese Aussagen waren Teil ihres Protests und sind nicht mit unabhängig überprüften Feststellungen gleichzusetzen. Insbesondere der Völkermordvorwurf ist eine schwerwiegende rechtliche Anschuldigung, die nicht allein durch politische Parolen bewiesen wird.
Seinfeld reagierte von der Bühne aus mit den Worten: „Ich werde herausfinden, wie viel du für deine Eintrittskarte bezahlt hast, und diesen Betrag an Israel spenden.“
Ob die angekündigte Spende bereits geleistet wurde, ist bislang nicht bekannt. Doch die Wirkung seiner Antwort lag ohnehin zunächst in der Botschaft: Wer eine Eintrittskarte kauft, um einen jüdischen Künstler wegen seiner Unterstützung Israels öffentlich anzugreifen, muss damit rechnen, dass dieser sich nicht zum Statisten der eigenen politischen Inszenierung machen lässt.
Seit dem Hamas-Massaker steht Seinfeld demonstrativ an Israels Seite
Der Zwischenfall ist keineswegs die erste Konfrontation dieser Art. Seit dem Terrorangriff der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen vom 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen wird Seinfeld immer wieder zum Ziel pro-palästinensischer Aktivisten. Dabei hat er keinen Zweifel daran gelassen, dass er sich mit Israel und den Opfern des Massakers solidarisiert.
Bereits im Dezember 2023 besuchte er Israel, traf Überlebende des Hamas-Terrors und Angehörige der damals in den GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen verschleppten Geiseln. Er besichtigte auch den schwer verwüsteten Kibbutz Be’eri, einen jener Orte, an denen Hamas-Terroristen besonders grausame Massaker an der israelischen Zivilbevölkerung verübten.
Während zahlreiche internationale Prominente nach dem 7. Oktober bemüht waren, ihre öffentlichen Stellungnahmen möglichst vorsichtig zu formulieren, bekannte sich Seinfeld offen zu seiner Verbundenheit mit Israel. Dafür wurde er wiederholt angefeindet.
Im Mai 2024 verließen einige Studenten der Duke University ihre Abschlussfeier, als Seinfeld als Redner auftrat. Im Juni desselben Jahres versuchten Aktivisten, seine Auftritte in Australien zu stören. Bei einer Veranstaltung in Melbourne reagierte er auf Zwischenrufe mit der spöttischen Bemerkung, die Protestierenden sollten ihren Organisatoren berichten, dass sie gerade wieder einem Juden Geld gegeben hätten.
Auch außerhalb seiner Veranstaltungen verfolgen ihn Aktivisten. Im Februar 2025 wurde er am Rande der Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen von Saturday Night Live in New York mit einer Parole gegen Israel konfrontiert. Im Juni 2026 wollte ein Aktivist nach einem Basketballspiel von ihm die Worte „Free Palestine“ hören. Seinfeld verweigerte sich erneut.
Die wiederkehrenden Vorfälle zeigen ein auffälliges Muster: Seinfelds öffentliche Unterstützung Israels genügt, um ihn selbst bei Veranstaltungen zum Ziel politischer Protestaktionen zu machen, die mit seiner eigentlichen künstlerischen Arbeit nichts zu tun haben.
Wenn ein jüdischer Komiker zur politischen Zielscheibe wird
Selbstverständlich darf ein Künstler für seine politischen Überzeugungen kritisiert werden. Auch Seinfelds Haltung zum Krieg in Gaza kann öffentlich diskutiert und entschieden abgelehnt werden. Etwas anderes ist es jedoch, seine Veranstaltungen gezielt zu unterbrechen und das Publikum gegen seinen Willen mit politischen Anschuldigungen zu konfrontieren.
Wer eine Eintrittskarte für einen Comedyabend kauft, erwirbt damit nicht das Recht, anderen Zuschauern die Veranstaltung zu nehmen. Der Protest in Chicago richtete sich nicht gegen eine konkrete politische Entscheidung, für die Seinfeld verantwortlich wäre, sondern gegen einen jüdischen Künstler, der seine Solidarität mit Israel nicht zurücknimmt.
Darin liegt die grundsätzliche Problematik solcher Kampagnen. Seit dem 7. Oktober geraten jüdische Künstler, Wissenschaftler und andere Persönlichkeiten zunehmend unter Druck, sich öffentlich von Israel zu distanzieren. Ihre persönliche Verbundenheit mit dem jüdischen Staat wird dabei mitunter behandelt, als müsse sie erst politisch gerechtfertigt werden.
Nicht jede Kritik an Seinfeld ist deshalb antisemitischAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen. Doch die Erwartung, ein jüdischer Künstler müsse seine Solidarität mit Israel aufgeben, um unbehelligt auftreten zu können, verdient deutlichen Widerspruch. Erst recht, wenn seine Veranstaltungen systematisch als Bühne für politische Einschüchterungsversuche genutzt werden.
Seinfeld zeigt seit Jahren, dass er diesen Druck nicht akzeptiert. Er versucht nicht, sich durch entschuldigende Erklärungen aus jeder Konfrontation zu befreien, sondern begegnet seinen Störern häufig mit genau jener Ironie, die ihn als Komiker berühmt gemacht hat.
In Chicago ging er noch einen Schritt weiter. Seine Ankündigung, ausgerechnet das Eintrittsgeld der protestierenden Frau an Israel zu spenden, kehrte die beabsichtigte Wirkung der Aktion um. Aus einem Angriff auf seine Solidarität mit Israel machte er demonstrativ eine Gelegenheit, diese Solidarität zu bekräftigen.
Und möglicherweise ist genau das der Grund, weshalb seine Antworten so viel Aufmerksamkeit erhalten: Während manche Prominente aus Angst vor öffentlichen Kampagnen jedes klare Bekenntnis vermeiden, lässt Seinfeld keinen Zweifel daran, dass er selbst entscheidet, wofür er steht.
Seine Kritikerin wollte ihn auf offener Bühne wegen Israel bloßstellen. Am Ende war es Seinfeld, der die Pointe setzte.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 13. Oktober 2026