Die Hamas ist eine islamistische Terrororganisation, die Israel bekämpft, Gaza beherrschte und mit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 einen Krieg auslöste.
Die Hamas ist eine islamistische palästinensische Organisation, die 1987 während der ersten Intifada entstand. Ihr vollständiger arabischer Name lautet Harakat al Muqawama al Islamiyya, auf Deutsch etwa Islamische Widerstandsbewegung. Politisch, ideologisch und organisatorisch geht sie auf das Umfeld der Muslimbruderschaft zurück. Von Beginn an verband die Hamas religiöse Mobilisierung, soziale Strukturen, politische Machtansprüche und bewaffneten Kampf gegen Israel. Genau diese Verbindung macht sie bis heute zu einem zentralen Akteur des Nahostkonflikts und zugleich zu einer der wichtigsten Terrororganisationen im Nahen Osten.
Aus israelischer Sicht ist die Hamas nicht nur eine weitere palästinensische Partei, sondern ein bewaffneter Feind, der die Existenz des jüdischen Staates grundsätzlich ablehnt. Ihre ursprüngliche Charta von 1988 enthielt offen antisemitische Passagen und formulierte das Ziel, Israel zu beseitigen. Spätere politische Papiere wurden zwar in der Sprache teilweise angepasst, doch eine Anerkennung Israels oder eine glaubwürdige Abkehr vom bewaffneten Kampf erfolgte nicht. Die Hamas unterscheidet zwischen taktischer politischer Sprache nach außen und ihrem fortbestehenden Anspruch, Israel militärisch, politisch und gesellschaftlich zu bekämpfen.
International wird die Hamas unterschiedlich eingeordnet, doch die wichtigsten westlichen Staaten und Institutionen stufen sie als Terrororganisation ein. Die Vereinigten Staaten führen Hamas seit 1997 als ausländische Terrororganisation. Auch die Europäische Union hat Sanktionen gegen Hamas verhängt und führt sie im Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten. Israel betrachtet die Hamas als Terrororganisation, ebenso mehrere weitere Staaten. Diese Einstufung beruht nicht auf politischer Gegnerschaft allein, sondern auf einer langen Geschichte gezielter Gewalt gegen Zivilisten, Selbstmordanschlägen, Raketenangriffen, Entführungen und bewaffneten Angriffen.
Der militärische Arm der Hamas sind die Izz ad Din al Qassam Brigaden. Diese Einheiten waren seit den 1990er Jahren an zahlreichen Anschlägen gegen Israelis beteiligt. Dazu gehörten Selbstmordanschläge in Bussen, Restaurants und öffentlichen Orten, Schussangriffe, Sprengsätze, Tunnelangriffe, Raketenbeschuss und der Aufbau militärischer Infrastruktur in dicht besiedelten Gebieten. Für Israel bedeutete dies über Jahrzehnte eine Bedrohung, die nicht abstrakt blieb, sondern den Alltag von Familien, Schulkindern, Pendlern und Bewohnern grenznaher Orte prägte.
Nach dem israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen im Jahr 2005 gewann die Hamas 2006 die palästinensischen Parlamentswahlen. 2007 übernahm sie nach blutigen innerpalästinensischen Kämpfen gegen die Fatah die Kontrolle über Gaza. Seitdem entwickelte sich der Gazastreifen unter ihrer Herrschaft zu einem Gebiet, in dem politische Opposition stark eingeschränkt, bewaffnete Strukturen ausgebaut und zivile Einrichtungen immer wieder mit militärischer Infrastruktur verbunden wurden. Die Hamas nutzte staatliche und gesellschaftliche Strukturen, um Macht auszuüben, Waffen zu beschaffen, Tunnel zu bauen und Angriffe auf Israel vorzubereiten.
Ein entscheidender Einschnitt war der 7. Oktober 2023. An diesem Tag überfielen Hamas-Terroristen und weitere bewaffnete Gruppen aus Gaza den Süden Israels. Sie ermordeten rund 1.200 Menschen, darunter Familien, Kinder, ältere Menschen, Besucher eines Musikfestivals und Bewohner israelischer Gemeinden. Mehr als 200 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Für Israel war dies der tödlichste Angriff auf Juden seit der Shoah und ein nationales Trauma. Der Angriff führte zum Krieg gegen die Hamas, dessen Ziel Israel mit der Zerschlagung ihrer militärischen und politischen Herrschaft in Gaza begründete.
Die Hamas wird finanziell, politisch und militärisch von verschiedenen Akteuren unterstützt. Besonders wichtig ist dabei der Iran, der Hamas über Jahre mit Geld, Waffen, Ausbildung und technischer Hilfe unterstützte. Auch Katar spielte über lange Zeit eine besondere Rolle, unter anderem als Standort des politischen Büros der Hamas und als Geldgeber für Gaza. Die Türkei bot einzelnen Hamas-Funktionären politischen Raum. Diese Netzwerke zeigen, dass Hamas nicht nur eine lokale Gaza-Organisation ist, sondern Teil eines regionalen Machtgeflechts gegen Israel.
Ihre Herrschaft über Gaza hatte schwere Folgen für die Bevölkerung. Die Hamas präsentierte sich nach außen als Vertreterin palästinensischer Interessen, investierte aber enorme Mittel in Waffen, Tunnel, Raketen und Kommandostrukturen. Israel wirft ihr vor, Zivilisten als Schutzschild zu missbrauchen, militärische Anlagen in oder nahe Wohngebieten, Schulen, Moscheen und Krankenhäusern zu platzieren und humanitäre Not politisch auszunutzen. Zugleich trägt die Hamas Verantwortung dafür, dass Gaza über Jahre nicht zu einem Ort ziviler Entwicklung wurde, sondern zu einer Basis für bewaffnete Konfrontation mit Israel.
Die Hamas ist damit zugleich politische Bewegung, Herrschaftsapparat, religiös ideologisches Projekt und Terrororganisation. Diese Mehrfachrolle erschwert internationale Debatten, darf aber den Kern nicht verwischen: Eine Organisation, die Zivilisten ermordet, Geiseln nimmt, Israels Existenz bestreitet und Gewalt als zentrales Mittel einsetzt, kann nicht als gewöhnliche politische Kraft behandelt werden. Für Israel steht bei der Auseinandersetzung mit der Hamas nicht nur eine Grenzfrage im Raum, sondern die elementare Sicherheit seiner Bürger.