205 antisemitische Verbrechen: Mamdani regiert eine Stadt, in der Juden zum Hauptziel werden

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205 antisemitische Verbrechen: Mamdani regiert eine Stadt, in der Juden zum Hauptziel werden


Juden stellen rund zehn Prozent der Bevölkerung, waren aber Ziel von 56,9 Prozent aller bestätigten Hassverbrechen. Während andere Gewalt sinkt, wächst der Judenhass und mit ihm die Kritik an Zohran Mamdanis Rhetorik.

205 antisemitische Verbrechen: Mamdani regiert eine Stadt, in der Juden zum Hauptziel werden
Bildnachweis: NYC Mayor's Office

New York meldet historische Tiefstände bei Schießereien und Tötungsdelikten, doch für jüdische Einwohner entwickelt sich die Stadt in die entgegengesetzte Richtung. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 registrierte die Polizei 205 bestätigte antisemitische Hassverbrechen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 189. Der Anstieg beträgt 8,5 Prozent.

Damit richteten sich 56,9 Prozent aller bestätigten Hassverbrechen in New York gegen Juden, obwohl sie nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. Keine andere Minderheit wird auch nur annähernd so häufig zum Ziel. Juden wurden häufiger angegriffen als sämtliche übrigen Gruppen zusammengenommen. Das sind keine Hochrechnungen jüdischer Organisationen und keine politischen Behauptungen. Es sind die offiziellen Zahlen des New York Police Department.

Die Statistik umfasst unterschiedliche Straftaten, darunter tätliche Angriffe, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und antisemitische Schmierereien. Nicht jeder gemeldete Vorfall wird später als Hassverbrechen bestätigt. Gerade deshalb ist die Zahl von 205 erheblich: Sie betrifft Fälle, bei denen die Polizei nach ihrer Prüfung ein antisemitisches Motiv festgestellt hat.

Während Zohran Mamdani seit Januar im Rathaus sitzt, ist der JudenhassAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen damit weiter gewachsen. Die Zahlen allein beweisen nicht, dass der Bürgermeister die Straftaten verursacht hat. Sie widerlegen jedoch jede Behauptung, die Sorgen jüdischer New Yorker seien übertrieben, politisch motiviert oder lediglich eine Reaktion auf seine Kritik an IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen.

Die sicherer werdende Stadt wird für Juden gefährlicher

Der Anstieg fällt besonders auf, weil New York bei vielen anderen schweren Straftaten deutliche Fortschritte meldet. Nach Angaben der Polizei wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres so wenige Schießereien, Schusswaffenopfer und Morde registriert wie nie zuvor seit Beginn der vergleichbaren Erfassung.

Die allgemeine Sicherheitslage verbessert sich, während antisemitische Straftaten zunehmen. Das macht es unmöglich, den Judenhass lediglich als Teil eines allgemeinen Kriminalitätsproblems abzutun. Juden werden nicht zufällig häufiger beraubt oder verletzt. Sie werden wegen ihrer erkennbaren jüdischen Identität, ihrer Einrichtungen, ihrer Religion oder einer unterstellten Verbindung zu Israel ausgewählt.

Wie schnell aus HetzeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen körperliche Gewalt werden kann, zeigte sich am 23. Juli auf der Upper West Side. Ein 57 Jahre alter asiatischer Mann und ein 50 Jahre alter sichtbar jüdischer Mann wurden bei zwei aufeinanderfolgenden Angriffen verletzt. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte während beider Taten „Allahu Akbar“ gerufen haben. Der jüdische Mann trug eine Kippa und wurde in der Nähe einer Synagoge angegriffen. Gegen den Verdächtigen wurden unter anderem Anklagen wegen versuchten Mordes als Hassverbrechen erhoben. Über seine Schuld muss ein Gericht entscheiden.

Solche Taten entstehen nicht automatisch aus einer bestimmten politischen Rede. Dennoch beeinflusst die Sprache politischer Führungskräfte, was gesellschaftlich als legitim, akzeptabel oder moralisch geboten erscheint. Wer Israel fortlaufend dämonisiert, den jüdischen Staat als verbrecherisches Projekt behandelt und seine Unterstützer politisch an den Pranger stellt, muss sich fragen lassen, welche Wirkung diese Botschaften in einer ohnehin aufgeheizten Stadt entfalten.

Genau diesen Vorwurf erheben inzwischen prominente jüdische Stimmen gegen Mamdani. Der demokratische Abgeordnete Sam Berger erklärte dem Wall Street Journal, das politische Leben des Bürgermeisters sei von spaltender und aufhetzender Rhetorik geprägt gewesen, besonders gegenüber der jüdischen Gemeinschaft. Statt sich im Amt zu mäßigen, habe Mamdani seine Sprache weiter verschärft.

Auch Rabbi Rick Jacobs, Präsident der Union for Reform Judaism, warf Mamdani eine auffällige Fixierung auf Israel und Ministerpräsident Benjamin Netanyahu vor. Diese Rhetorik gefährde jüdische New Yorker zusätzlich, weil sie Menschen bestärke, die sich durch die Dämonisierung Israels legitimiert fühlten. Die jüdische Reformbewegung forderte den Bürgermeister auf, seine politische Inszenierung zu beenden und seine Stellung zur Heilung der Stadt zu nutzen.

Diese Kritik richtet sich nicht gegen das Recht, eine israelische Regierung anzugreifen. Auch jüdische Organisationen kritisieren Netanyahu und einzelne Entscheidungen Israels. Der Vorwurf lautet vielmehr, Mamdani mache den jüdischen Staat immer wieder zum moralischen Hauptfeind und unterschätze, wie schnell diese Feindschaft auf jüdische Menschen in New York übertragen wird.

Mamdanis Maßnahmen reichen nicht, solange seine Sprache das Problem verschärft

Der Bürgermeister weist den Vorwurf zurück, Antisemitismus zu dulden. Nach dem Messerangriff erklärte er, antisemitischer Hass werde in New York niemals akzeptiert. Seine Regierung richtete unmittelbar nach dem Amtsantritt ein städtisches Büro zur Bekämpfung des Antisemitismus ein, das Vorfälle beobachten, Behörden koordinieren und als Ansprechpartner für jüdische Einrichtungen dienen soll.

Auch finanziell hat Mamdani reagiert. Der Haushaltsentwurf sieht ab dem kommenden Haushaltsjahr jährlich 26 Millionen Dollar für die städtische Prävention von Hassverbrechen vor. Nach Angaben des Bürgermeisters entspricht dies einer Erhöhung um mehr als 800 Prozent.

Diese Maßnahmen sind notwendig und dürfen nicht verschwiegen werden. Sie entlasten Mamdani politisch aber nur begrenzt. Ein Bürgermeister kann nicht auf der einen Seite Millionen gegen Hass bereitstellen und auf der anderen Seite eine Sprache verwenden, die führende Vertreter der jüdischen Gemeinschaft als dämonisierend und gefährlich empfinden.

Geld für Präventionsprogramme ersetzt keine klare politische Führung. Jüdische New Yorker brauchen nicht nur zusätzliche Meldestellen, Bildungsprojekte und Sicherheitskonzepte. Sie brauchen einen Bürgermeister, der versteht, dass IsraelhassAnti-Zionismus: Wenn Israelhass als Politik getarnt wirdAnti-Zionismus bezeichnet die Ablehnung des Zionismus und damit häufig die Ablehnung jüdischer Selbstbestimmung im Staat Israel. Nicht jede Kritik an israelischer Politik ist antisemitisch. Anti-Zionismus wird jedoch dort antisemitisch, wo Israel delegitimiert, dämonisiert oder mit doppelten Maßstäben behandelt wird.Mehr lesen regelmäßig als Einfallstor für Judenhass dient.

Wer den jüdischen Staat zum Inbegriff des Bösen erklärt, muss damit rechnen, dass Aktivisten und Extremisten jüdische Einrichtungen, Studenten, Synagogenbesucher und Menschen mit Kippa als Vertreter dieses vermeintlichen Bösen behandeln. Genau diese Übertragung ist seit dem Massaker der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen vom 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen weltweit zu beobachten.

Mamdani sagt selbst, Antisemitismus sei die dauerhafteste Hassbedrohung der Stadt. Bereits zu Beginn seiner Amtszeit räumte er ein, dass antisemitische Vorfälle 2025 rund 57 Prozent aller erfassten Hassverbrechen ausmachten. Er kennt das Problem also nicht erst seit der neuen Statistik.

Umso schwerer wiegt, dass sich die Lage während seiner ersten sieben Monate weiter verschlechtert hat. Der Bürgermeister kann nicht persönlich für jeden Täter verantwortlich gemacht werden. Er trägt jedoch Verantwortung für den politischen Ton, für die Prioritäten seiner Regierung und für das Vertrauen einer Gemeinschaft, die häufiger angegriffen wird als jede andere Minderheit der Stadt.

Die offiziellen Daten liefern keinen Beweis für einen direkten ursächlichen Zusammenhang zwischen Mamdanis Äußerungen und einzelnen Straftaten. Sie stellen seiner Politik aber ein verheerendes Zwischenzeugnis aus. Trotz neuer Ämter, zusätzlicher Programme und öffentlicher Bekenntnisse steigt der antisemitische Hass weiter.

New York ist die Heimat der größten jüdischen Gemeinschaft außerhalb Israels. Eine Stadt, in der Juden mehr als die Hälfte aller Opfer von Hassverbrechen stellen, obwohl sie nur ein Zehntel der Einwohner ausmachen, hat kein Randproblem. Sie befindet sich in einer antisemitischen Krise.

Zohran Mamdani muss deshalb mehr tun, als die nächste Tat zu verurteilen und auf Haushaltszahlen zu verweisen. Er muss seine eigene Rhetorik überprüfen, die Dämonisierung Israels beenden und unmissverständlich klarmachen, dass jüdische New Yorker nicht als Ersatzadressaten für den NahostkonfliktPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen behandelt werden dürfen.

Die Statistik ist eindeutig: New York wird bei vielen Straftaten sicherer. Für Juden gilt das nicht.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 4. August 2026

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