Hamas-Fahnen, Sinwar-Kult und Hass: 7.-Oktober-Gedenken in New York überrannt

Hamas-Fahnen, Sinwar-Kult und Hass: 7.-Oktober-Gedenken in New York überrannt


Eine linke israelische Friedensgruppe wollte still der Opfer des 7. Oktober gedenken. Stattdessen drängten Hunderte Demonstranten in den Bereich, unter ihnen offene Hamas-Unterstützer, die Sinwar verherrlichten und Israelis den Tod verhöhnten.

Hamas-Fahnen, Sinwar-Kult und Hass: 7.-Oktober-Gedenken in New York überrannt
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Was sich am Mittwochabend am Union Square in New York abspielte, lässt sich nicht mehr glaubwürdig als gewöhnlicher „propalästinensischer Protest“ beschreiben. Unter den Hunderten Demonstranten befanden sich offene Unterstützer und Verherrlicher der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen. Hamas-Fahnen wurden gezeigt, ein Bild des Terrorführers Yahya Sinwar hochgehalten, der 7. Oktober als „Befreiung“ gefeiert und Teilnehmern einer israelischen Friedensmahnwache entgegengeschrien, man habe „eure Leute“ an diesem Tag „in die Hölle geschickt“.

Ausgerechnet am dritten Jahrestag des größten Massakers an Juden seit der ShoahShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen.

Getroffen hat diese Hassdemonstration nicht einmal eine Veranstaltung der israelischen Regierung oder einer rechten Organisation. Veranstalter war „Israelis for Peace“, eine linke israelische Friedensinitiative. Sie wollte in ruhiger Atmosphäre der Toten des Hamas-Massakers und der Opfer des anschließenden Krieges gedenken. Auf Schildern stand „Not one more life“, kein weiteres Leben. Es wurden Zeugnisse von Angehörigen verlesen, ein muslimisches Gebet gesprochen und zum Abschluss das jüdische Totengebet Kaddisch.

Doch selbst eine solche Friedensmahnwache war den Radikalen offenbar bereits zu viel.

Hunderte Demonstranten strömten in den Bereich des Union Square, der ursprünglich für die Gedenkveranstaltung vorgesehen war. Die Organisatoren mussten ausweichen und ihre Veranstaltung schließlich hinter Polizeisperren fortsetzen. Megafone, Trommeln und Sprechchöre übertönten die Berichte über Menschen, die am 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen ermordet worden waren.

Ein Demonstrant schrie den Israelis entgegen: „Wir wollen keinen Frieden mit Israelis. Wir haben eure Leute am 7. Oktober in die Hölle geschickt.“

Dieser Satz nimmt der immer wieder bemühten Behauptung, solche Proteste richteten sich lediglich gegen Benjamin Netanjahu oder die Politik der israelischen Regierung, jede Glaubwürdigkeit. Der Mann sprach nicht über Netanjahu, Siedlungen oder eine Waffenruhe. Er sprach Israelis als Kollektiv an und verhöhnte die Opfer eines Terrorangriffs.

Andere Demonstranten griffen nach elektrischen Gedenkkerzen und sangen spöttisch „Hava Nagila“. Auf dem Platz tauchte ein Bild Yahya Sinwars auf, eines der maßgeblichen Planer des Massakers vom 7. Oktober. Nach weiteren Berichten wurden sogar Fahnen der Hamas und der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen gezeigt.

Wer am 7. Oktober mit einer Hamas-Fahne erscheint, Sinwar als Identifikationsfigur präsentiert und das Abschlachten israelischer Zivilisten als „Befreiung“ feiert, ist nicht lediglich ein besonders radikaler Israelkritiker. Er unterstützt beziehungsweise verherrlicht eine Terrororganisation und ihre Taten.

Diese Unterscheidung sollte auch in der öffentlichen Berichterstattung endlich klar benannt werden.

Vom Rathaus direkt zur israelischen Gedenkveranstaltung

Die Eskalation am Union Square kam nicht überraschend.

Bereits zuvor hatten sich Hunderte antiisraelische Demonstranten vor dem New Yorker Rathaus versammelt. Dort waren Parolen wie „Globalize the IntifadaGlobale Intifada: Die Parole, die Gewalt gegen Israel exportiert„Globale Intifada“ oder „Globalize the Intifada“ ist eine antiisraelische Parole, die den Kampf gegen Israel weltweit ausweiten soll. Aktuelle Kampagnen nutzen Karten, Zielorte und Lieferkettenlisten gegen Firmen, Häfen und Schiffe.Mehr lesen“ und „Resistance is justified when people are occupied“ zu hören. Ein Demonstrant hielt ein Schild mit der Aufschrift „Liberation in action October 7“ hoch.

Der 7. Oktober wurde damit nicht als Terrorangriff auf israelische Zivilisten beschrieben, sondern als Akt der „Befreiung“.

Für die Kundgebung war bereits im Vorfeld mit der Losung „Ruhm den Märtyrern, Sieg dem Widerstand“ geworben worden. Auch ein umgedrehtes rotes Dreieck, das durch Hamas-Propagandavideos als Markierung israelischer Ziele bekannt geworden ist, tauchte in der Mobilisierung auf.

Teile dieser Menge zogen anschließend zum Union Square.

Dort trafen sie auf Menschen, die Kerzen hielten und der Ermordeten gedachten.

Was folgte, entlarvt den Charakter zumindest eines erheblichen Teils dieser Szene deutlicher als jede politische Analyse. Gedenkreden wurden niedergebrüllt. Die Opfer des Massakers wurden verhöhnt. Sinwar wurde präsentiert. Hamas-Symbole erschienen mitten in New York.

Das ist keine abstrakte Debatte über den NahostkonfliktPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen mehr.

Es ist die Verherrlichung einer Terrororganisation unmittelbar vor Menschen, die ihrer Opfer gedenken.

Auch New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani nahm an der Mahnwache teil. Gerade seine Anwesenheit macht den Vorgang besonders bemerkenswert. Mamdani gehört selbst zu den schärfsten Israelkritikern in der amerikanischen Politik. In seiner Erklärung zum Jahrestag bezeichnete er den Hamas-Angriff zwar als „schreckliche Kriegsverbrechen“, beschuldigte IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen anschließend aber erneut des „Genozids“ und der „Apartheid“.

Ein abschließendes Urteil eines internationalen Gerichts, das Israel eines Genozids schuldig gesprochen hätte, gibt es nicht.

Doch selbst Mamdani war den Demonstranten nicht radikal genug.

Als seine Anwesenheit bekannt wurde, riefen Teilnehmer „Verräter“ und beschuldigten ihn, sich „zionistischem Druck“ gebeugt zu haben. Mamdani reagierte nicht und blieb während der Gedenkveranstaltung schweigend vor Ort.

Brad Lander las währenddessen die Worte der Mutter eines 20-jährigen Israelis vor, der beim Nova-Musikfestival ermordet worden war. Auch diese Erinnerungen mussten gegen den Lärm der Demonstranten ankommen.

Das Problem heißt nicht „Israel-Kritik“

Gerade der Union Square zeigt, warum es irreführend ist, jeden solchen Aufmarsch lediglich als „propalästinensisch“ oder „antiisraelisch“ zu bezeichnen.

Selbstverständlich ist nicht jeder Teilnehmer einer Palästina-Demonstration Hamas-Unterstützer. Kritik an Israel ist nicht automatisch antisemitischAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen. Forderungen nach einem Ende des Krieges oder nach Schutz für palästinensische Zivilisten sind legitime politische Positionen.

Aber diese Selbstverständlichkeiten dürfen nicht dazu benutzt werden, das Offensichtliche sprachlich weichzuzeichnen.

Wer eine Hamas-Fahne trägt, einen Hamas-Terrorführer als Vorbild präsentiert, den 7. Oktober als Befreiungsakt feiert und Israelis zuruft, ihre Landsleute seien an diesem Tag „in die Hölle geschickt“ worden, hat die Grenze zur bloßen Israelkritik längst überschritten.

Hier wurde Hamas nicht kritisiert oder auch nur verschwiegen.

Sie wurde gefeiert.

Besonders perfide war, dass sich der Hass gegen eine Gruppe richtete, die politisch kaum weiter von der israelischen Rechten entfernt sein könnte. Israelis for Peace demonstriert seit Jahren für ein Ende des Krieges, für die Freilassung der Geiseln und für eine politische Lösung. Bei der Mahnwache wurde ausdrücklich auch palästinensischer Toter gedacht.

Die Antwort aus Teilen der Gegendemonstration lautete dennoch: „Wir wollen keinen Frieden mit Israelis.“

Damit wird deutlich, worum es zumindest diesen Hamas-Unterstützern tatsächlich ging.

Nicht um Netanjahu.

Nicht um eine bestimmte israelische Regierung.

Nicht einmal um die israelische Kriegsführung.

Sie richteten ihren Hass gegen Israelis als Israelis.

Das macht den Vorgang auch antisemitisch relevant. New York verfügt über die größte jüdische Gemeinschaft außerhalb Israels. Gleichzeitig bilden Juden seit Jahren mit weitem Abstand die am häufigsten von Hasskriminalität betroffene religiöse Gruppe der Stadt.

haOlam berichtete bereits, dass in den ersten sieben Monaten 2026 mehr als die Hälfte aller bestätigten Hassverbrechen in New York gegen Juden gerichtet waren.

Der Union Square zeigt nun eine weitere Dimension dieses Klimas.

Am Jahrestag eines Massakers an Israelis kann mitten in Manhattan ein Bild des Verantwortlichen Yahya Sinwar auftauchen. Hamas-Fahnen können vor einer israelischen Friedensmahnwache geschwenkt werden. Die Ermordeten können verhöhnt werden, während Angehörigenberichte vorgelesen werden.

Und all das wird vielerorts noch immer unter dem verharmlosenden Oberbegriff „propalästinensischer Protest“ zusammengefasst.

Die präzisere Beschreibung lautet: Unter diesen Demonstranten befanden sich offene Hamas-Unterstützer und Terrorverherrlicher.

Der 7. Oktober 2026 hat in New York gezeigt, wie wenig Mühe sich Teile dieser Szene inzwischen noch geben, das zu verbergen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 8. Oktober 2026

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