Judenhass außer Kontrolle: Mamdani soll aus dem Amt
Ein jüdischer New Yorker wird wenige Schritte von einer Synagoge entfernt niedergestochen. Während antisemitische Hassverbrechen neue Höhen erreichen, nutzt Bürgermeister Zohran Mamdani sein Amt für Angriffe auf Israel. Nun soll Gouverneurin Kathy Hochul ihn absetzen.

Bildnachweis: FotografÃa oficial de la Presidencia de Colombia
Ein jüdischer Mann verlässt eine Synagoge auf der Upper West Side von Manhattan. Nur wenige Meter vom Eingang entfernt wird er in den Oberkörper gestochen. Der mutmaßliche Angreifer soll „Allahu Akbar“ und „Gerechtigkeit für den Islam“ gerufen haben. Wenige Minuten zuvor hatte er bereits einen asiatischen Mann zwei Straßen weiter mit einem Messer angegriffen.
Moshe Yezhak Grunhaus und Chok Sung überlebten die Angriffe vom 23. Juli. Der 51-jährige Verdächtige Raul Morales wurde festgenommen und wegen versuchten Mordes sowie weiterer Gewalttaten als Hassverbrechen angeklagt. Er sitzt ohne Kaution in Untersuchungshaft. Über seine Schuld entscheidet ein Gericht. Die Staatsanwaltschaft behandelt die Tat jedoch nicht als gewöhnlichen Gewaltausbruch, sondern als gezielten Angriff auf Menschen wegen ihrer Herkunft und Religion.
Für viele jüdische New Yorker war der Angriff kein unvorstellbarer Einzelfall. Er war die brutale Zuspitzung einer Entwicklung, vor der Gemeinden und Organisationen seit Monaten warnen. Jüdische Bürger werden beschimpft, bedroht und angegriffen, während der Bürgermeister der Stadt seine größte politische Energie nicht gegen den JudenhassAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen richtet, sondern gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen.
Die Bewegung End Jew Hatred fordert deshalb die demokratische Gouverneurin des Staates New York, Kathy Hochul, auf, ein Verfahren zur Absetzung von Bürgermeister Zohran Mamdani einzuleiten. Die Petition wirft seiner Verwaltung vor, jüdische New Yorker nicht gleichwertig zu schützen, den politischen Schutz gegen antisemitische HetzeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen geschwächt und öffentliche Plattformen der Stadt für eine Kampagne gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eingesetzt zu haben.
Die Forderung ist drastisch. Doch auch die Zahlen sind drastisch. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 bestätigte die New Yorker Polizei 322 Hassverbrechen. 178 davon richteten sich gegen Juden. Damit waren 55,3 Prozent aller bestätigten Hassverbrechen antisemitisch, obwohl jüdische New Yorker nur etwa zehn Prozent der Stadtbevölkerung stellen. Die Zahl bestätigter Hassverbrechen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,7 Prozent.
Diese Zahlen lassen keine Ausflucht zu. Juden werden in New York nicht nur häufiger angegriffen, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Sie sind das mit Abstand häufigste Ziel von Hassverbrechen. Bereits 2025 richteten sich 57 Prozent aller von der Polizei erfassten Hassverbrechen gegen jüdische Menschen. Im Januar 2026 stieg die Zahl antisemitischer Straftaten gegenüber dem Vorjahresmonat um 182 Prozent.
Mamdani erklärt Israel zum Feindbild
Mamdani trat sein Amt nicht als unbeschriebenes Blatt an. Seine Feindschaft gegenüber Israel gehört seit Jahren zu seinem politischen Profil. Als eine seiner ersten Amtshandlungen setzte er die von seinem Vorgänger Eric Adams eingeführte Anerkennung der Arbeitsdefinition der International HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen Remembrance Alliance außer Kraft. Diese Definition hilft dabei, moderne Formen des Antisemitismus zu erkennen, wenn Judenhass nicht offen gegen Juden, sondern gegen den jüdischen Staat gerichtet wird. Dazu gehören die Dämonisierung Israels, doppelte Maßstäbe und die Bestreitung des jüdischen Rechts auf nationale Selbstbestimmung.
Mamdani wusste, in welcher Stadt er diese Entscheidung traf. Er wusste, dass antisemitische Straftaten in New York seit Jahren alle anderen Hassverbrechen übertreffen. Trotzdem entfernte er ausgerechnet jenen Maßstab, der den Übergang zwischen angeblicher Israelkritik und offenem Judenhass sichtbar macht.
Wenige Monate später legte Mamdani sein erstes Veto gegen ein Gesetz ein, das Sicherheitskonzepte für Schulen und Bildungseinrichtungen bei bedrohlichen Demonstrationen verlangt hätte. Der Entwurf war auch eine Reaktion auf Blockaden, Einschüchterungen und Proteste vor jüdischen Schulen und Hochschulen. Während jüdische Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder fürchteten, stellte Mamdani die Interessen radikaler Demonstranten über einen verbindlichen Schutzrahmen für Schüler.
Seine gefährlichste politische Botschaft verbreitete er jedoch über die offiziellen Kanäle der Stadt. Mamdani bezeichnete Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu als Kriegsverbrecher und als Verantwortlichen eines angeblichen Völkermordes. Er erklärte, Netanjahu sei in New York nicht willkommen, und forderte die amerikanische Bundesregierung auf, ihn festzunehmen. Dabei musste Mamdani selbst einräumen, dass New York rechtlich überhaupt nicht befugt ist, den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs zu vollstrecken. Die Vereinigten Staaten erkennen dessen Zuständigkeit nicht an.
Der Bürgermeister wusste also, dass seine Verhaftungsdrohung nicht durchsetzbar war. Trotzdem ließ er daraus eine öffentlichkeitswirksame Kampagne machen. Der Regierungschef des jüdischen Staates wurde über amtliche Kanäle New Yorks zum Verbrecher erklärt, während die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, die am 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen mordete, vergewaltigte und Menschen verschleppte, in Mamdanis Auftritt praktisch nicht vorkam.
Netanjahu warf dem Bürgermeister daraufhin vor, Hass zu schüren. Der Vorwurf trifft den politischen Kern des Problems. Mamdani führt kein neutrales juristisches Gespräch über einen internationalen Haftbefehl. Er benutzt sein Amt, um Israel als verbrecherischen Staat darzustellen und dessen Regierungschef aus New York verbannen zu wollen.
In einer Stadt mit der größten jüdischen Gemeinschaft außerhalb Israels ist das keine außenpolitische Nebensache. Israel ist für die meisten jüdischen New Yorker kein beliebiges fernes Land. Viele haben dort Angehörige, Freunde oder persönliche Wurzeln. Wenn der Bürgermeister Israel fortwährend dämonisiert, trifft diese Botschaft auch jene Menschen, die auf New Yorks Straßen ohnehin bereits zum bevorzugten Ziel von Hass geworden sind.
Mamdani kann nicht glaubwürdig erklären, jüdisches Leben schützen zu wollen, während er den jüdischen Staat mit Begriffen aus der PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen seiner erbittertsten Feinde überzieht. Wer Israel zum verbrecherischen Außenseiter erklärt, darf sich nicht wundern, wenn jüdische Bürger aufgefordert werden, sich zu rechtfertigen, zu distanzieren oder ihre Verbundenheit mit Israel zu verstecken.
Die Gouverneurin besitzt die Macht zur Absetzung
Die Petition richtet sich nicht nur politisch, sondern ausdrücklich rechtlich an Kathy Hochul. Nach Abschnitt 9 der New York City Charter kann die Gouverneurin den Bürgermeister nach Erhebung konkreter Vorwürfe, ihrer förmlichen Zustellung und einer Anhörung aus dem Amt entfernen. Während der Prüfung kann sie ihn für bis zu 30 Tage suspendieren.
Eine Petition allein entfernt noch keinen gewählten Bürgermeister. Sie zwingt die Gouverneurin aber dazu, sich mit der Frage zu befassen, ob Mamdanis Verhalten nur eine radikale politische Haltung darstellt oder bereits ein schweres Versagen gegenüber den Pflichten seines Amtes.
End Jew Hatred verweist dabei nicht nur auf seine Angriffe gegen Israel. Die Organisation nennt auch das Veto gegen das Schulsicherheitsgesetz, mögliche Missstände beim Schutz von Kindern und Vorwürfe der Vergeltung gegen eine Hinweisgeberin innerhalb der Bewährungsbehörde. Die Gouverneurin soll Unterlagen anfordern, Verantwortlichkeiten klären und prüfen, ob der Bürgermeister oder seine engsten Mitarbeiter ihre Befugnisse missbraucht haben.
Der Abgeordnete Michael Novakhov hat zusätzlich eine Beschwerde beim amerikanischen Justizministerium angekündigt. Er wirft Mamdani vor, den Antisemitismus in New York anzuheizen und jüdische Bürger nicht ausreichend zu schützen. Die politische Front gegen den Bürgermeister wächst damit über einzelne Organisationen hinaus.
Besonders deutlich wurde die Kritik bei einer Kundgebung vor Hochuls Amtssitz. Muslimische Gegner Mamdanis wiesen dort den Versuch zurück, jede Kritik an seiner Politik als Feindschaft gegenüber Muslimen darzustellen. Die Aktivistin Anila Ali erklärte, Mamdani stehe für eine Verbindung aus radikaler linker Politik und Islamismus, die von der Mehrheit amerikanischer Muslime abgelehnt werde. Die iranisch-jüdische Sängerin Ghazal Mizrahi erinnerte daran, dass ihre Familie vor der islamischen Herrschaft in Iran fliehen musste. Sie wolle nicht erleben, dass dieselbe Ideologie in den Vereinigten Staaten erneut gesellschaftliche Macht gewinne.
Diese Stimmen sind wichtig. Der Widerstand gegen Mamdani ist kein Kampf gegen Muslime, Einwanderer oder linke Wähler. Er richtet sich gegen einen Bürgermeister, der Israel zum bevorzugten Feindbild seiner Amtsführung gemacht hat und dabei die berechtigte Angst jüdischer Bürger herunterspielt.
Niemand verlangt von New York, jede politische Kritik an Israel zu verbieten. Von einem Bürgermeister darf aber verlangt werden, dass er nicht selbst die radikalsten Anschuldigungen gegen den jüdischen Staat verbreitet, während Juden in seiner Stadt mehr als die Hälfte aller Opfer von Hassverbrechen stellen.
Moshe Grunhaus wurde rund 60 Meter von einer Synagoge entfernt niedergestochen. Der mutmaßliche Täter soll religiöse Parolen gerufen haben. Wenige Tage zuvor hatte Mamdani über die Kanäle des Bürgermeisteramtes erklärt, der israelische Regierungschef sei ein Kriegsverbrecher und in New York unerwünscht.
Diese Ereignisse sind nicht identisch. Doch sie gehören zu derselben politischen Wirklichkeit: Israel wird öffentlich dämonisiert, jüdische Einrichtungen müssen geschützt werden und jüdische Bürger werden auf offener Straße angegriffen. Der Bürgermeister steht dabei nicht an der Spitze eines entschlossenen Gegenangriffs auf den Antisemitismus. Er ist selbst Teil des Problems.
Kathy Hochul muss deshalb handeln. Sie muss die Vorwürfe prüfen, Unterlagen anfordern und das gesetzlich mögliche Absetzungsverfahren einleiten. Ein Bürgermeister, der das Vertrauen der am stärksten bedrohten Gemeinschaft seiner Stadt verspielt und sein Amt zur Kampfbühne gegen Israel macht, darf sich nicht darauf verlassen, dass seine demokratische Wahl jede Konsequenz ausschließt.
New York braucht einen Bürgermeister, der Juden schützt, statt Israel zum Feind zu erklären. Zohran Mamdani hat gezeigt, dass er dieser Aufgabe nicht gewachsen ist.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Freitag, 31. Juli 2026