Wer Hamas-Mörder zu „Märtyrern“ macht, verhöhnt die Ermordeten
Wer das Massaker vom 7. Oktober zur „Inszenierung“ erklärt oder seine Täter zu Helden erhebt, betreibt keine Israelkritik. Er erniedrigt die Opfer und nimmt ihnen nach dem Mord auch noch ihre Würde.

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Es reicht. Drei Jahre lang haben wir erlebt, wie Menschen auf die Ermordeten des 7. Oktober schauen und irgendeinen Grund finden, ihnen selbst das Recht auf ihr eigenes Leid abzusprechen. Da werden HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Terroristen, die in israelische Ortschaften eindrangen, auf Zivilisten schossen, Menschen verschleppten und auf dem Nova-Festival Jagd auf Flüchtende machten, zu „Märtyrern“ verklärt. Da wird ein dokumentiertes Massaker zur „Inszenierung“ erklärt, werden Überlebende zu angeblichen Schauspielern gemacht und Berichte über sexualisierte Gewalt reflexartig als israelische PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen abgetan. Und anschließend stellen sich dieselben Leute hin und reden von Menschenrechten, Würde und Menschlichkeit. Nein. Wer jüdischen und israelischen Opfern diese Menschlichkeit verweigert, kann sich nicht mit schönen Worten aus seiner eigenen moralischen Verwahrlosung herausreden.
Am 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen wurden rund 1.200 Menschen getötet und 251 nach GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen verschleppt. Hamas und weitere Terroristen drangen in Wohnhäuser ein, erschossen Menschen auf Straßen, griffen Schutzräume an und entführten Kinder, Frauen, Männer und alte Menschen. Beim Nova-Festival wurden Besucher kilometerweit verfolgt. Menschen versteckten sich unter Leichen, in Büschen, Toiletten, Fahrzeugen und Betonunterständen. Terroristen warfen Granaten in Schutzräume und schossen auf diejenigen, die hinausliefen. Überlebende telefonierten mit ihren Eltern, während draußen geschossen wurde. Manche verabschiedeten sich, weil sie glaubten, die nächsten Minuten nicht zu überleben. Human Rights Watch wertete Hunderte Fotos und Videos aus und befragte Dutzende Zeugen. Die Vereinten Nationen untersuchten Tatorte, Aufnahmen und Zeugenaussagen. Sexualisierte Gewalt wurde dokumentiert. Geiseln kehrten zurück und berichteten aus der Gefangenschaft. Es gibt Überwachungsvideos, Mobiltelefonaufnahmen, Dashcams, Tätervideos, Leichen, zerstörte Häuser, Massengräber, Zeugenaussagen und forensische Befunde. Wer drei Jahre später noch von einer „Inszenierung“ spricht, sucht keine Wahrheit. Er will die Wahrheit nicht akzeptieren, weil die Opfer Israelis und sehr viele von ihnen Juden waren.
Aus Tätern werden Helden und aus Opfern Lügner
Besonders widerwärtig ist die moralische UmkehrTäter-Opfer-Umkehr: Wenn Schuld gezielt verdreht wirdTäter-Opfer-Umkehr bezeichnet die Verdrehung von Verantwortung: Täter werden entlastet, Opfer beschuldigt oder moralisch auf die Seite der Täter gerückt. Im Antisemitismus zeigt sich dieses Muster besonders bei Holocaust-Relativierung, Israelhass und der Rechtfertigung von Gewalt gegen Juden oder Israelis.Mehr lesen. Die Männer, die Zivilisten jagten, werden zu „Widerstandskämpfern“. Tote Terroristen werden zu „Märtyrern“. Gleichzeitig werden die Menschen, die sie ermordeten, entführten oder misshandelten, entwertet. Ein israelischer Zivilist ist dann plötzlich kein Mensch mehr, der ermordet wurde, sondern ein „ZionistZionismus: Das Recht der Juden auf SelbstbestimmungZionismus bezeichnet die jüdische Nationalbewegung, die für die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine historische Heimat und für jüdische Selbstbestimmung im Land Israel eintrat. Der moderne Zionismus entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf Antisemitismus, Verfolgung und Entrechtung.Mehr lesen“. Ein Festivalbesucher ist kein junger Mensch mehr, sondern ein angeblicher Vertreter eines Staates. Eine verschleppte Frau wird zur Figur in irgendeiner geopolitischen Erzählung. Das ist der Trick: Man entzieht dem Opfer zunächst seine Individualität, ersetzt den Menschen durch ein politisches Etikett und kann anschließend seine Ermordung relativieren. Genau so funktioniert Entmenschlichung.
Es gibt keinen historischen KontextKontextualisierung: Fakten verständlich einordnenKontextualisierung bedeutet, Informationen in einen Zusammenhang zu stellen. Sie hilft, Ereignisse nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Vorgeschichte, Ursachen, Folgen und beteiligten Akteuren zu verstehen.Mehr lesen, der einen Terroristen zwingt, auf einen fliehenden Festivalbesucher zu schießen. Keine israelische Regierung zwingt jemanden, eine Granate in einen Schutzraum voller Zivilisten zu werfen. Keine Siedlungspolitik zwingt jemanden, Kinder zu verschleppen. Keine Grenzfrage zwingt jemanden, eine verwundete Geisel auf einen Pickup zu zerren. Das sind Entscheidungen von Tätern. Wer diese Entscheidungen anschließend als „Widerstand“ verklärt, macht sich nicht zum Verteidiger der PalästinenserPalästinenser: Herkunft, Begriffswandel und politische IdentitätPalästinenser bezeichnet heute meist palästinensische Araber mit eigener nationaler Identität. In der Mandatszeit konnte der Begriff jedoch allgemein Bewohner des britischen Mandatsgebiets Palästina meinen, auch Juden.Mehr lesen, sondern zum Verteidiger eines moralischen Prinzips, nach dem Mord an den „richtigen“ Menschen plötzlich erklärbar, entschuldbar oder sogar ehrenhaft sein soll.
Und ja, darüber sind wir wütend. Nicht ein bisschen irritiert. Nicht „besorgt“. Wütend. Wütend darüber, dass jüdische Familien drei Jahre nach dem größten Massaker an Juden seit der SchoahShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen noch Menschen erklären müssen, dass ihre Angehörigen tatsächlich ermordet wurden. Wütend darüber, dass Nova-Überlebende mit Leuten diskutieren sollen, die ihre Erinnerungen für Propaganda halten. Wütend darüber, dass Frauen nach sexualisierter Gewalt offenbar erst eine ideologische Prüfung bestehen müssen, bevor ihnen geglaubt wird. Wütend darüber, dass Täter, die Zivilisten abschlachteten, in europäischen Städten und sozialen Netzwerken zu Helden stilisiert werden. Und wütend darüber, dass genau diejenigen, die diese Menschenverachtung betreiben, sich anschließend das moralische Etikett „Menschenrechte“ ankleben.
Palästinensische Zivilisten besitzen selbstverständlich dieselbe menschliche Würde. Ihr Leid verschwindet nicht, weil wir über israelische Opfer sprechen. Aber genau darin liegt der Punkt: Menschlichkeit ist keine politische Auswahlkarte. Wer das Leid eines palästinensischen Kindes anerkennt, muss auch das Leid eines israelischen Kindes anerkennen. Wer Entmenschlichung von Palästinensern verurteilt, darf Israelis nicht im nächsten Satz zu gesichtslosen „Zionisten“ machen. Wer Vergewaltigung als Kriegsverbrechen bezeichnet, darf nicht plötzlich nach Ausreden suchen, wenn jüdische Frauen die Opfer sind. Alles andere ist kein Universalismus. Es ist ein doppelter Maßstab.
Mensch sein setzt Menschlichkeit voraus
Dieser Satz bedeutet nicht, einem anderen Menschen sein Menschsein abzusprechen. Er bedeutet etwas viel Anspruchsvolleres: Menschlichkeit zeigt sich daran, ob man die Würde eines Opfers auch dann anerkennt, wenn es nicht zur eigenen politischen Seite gehört. Genau daran scheitern erschreckend viele beim 7. Oktober. Sie verlangen Empathie für alle, außer für Israelis. Sie fordern, jedes Opfer zu sehen, und blenden die jüdischen aus. Sie sprechen von Würde und feiern gleichzeitig Männer, die Menschen in ihren Häusern ermordeten. Sie empören sich über Hass und schreiben unter das Bild eines ermordeten Israelis, er habe es wegen „Kolonialismus“ irgendwie selbst verschuldet. Wer so argumentiert, hat nicht zu viel Kontext verstanden. Er hat den Menschen hinter seinem politischen Weltbild verschwinden lassen.
Wir werden diesen Opfern nicht auch noch die Erinnerung nehmen lassen. Wir werden nicht so tun, als sei die Verherrlichung ihrer Mörder eine legitime politische Nuance. Wir werden nicht höflich nicken, wenn jemand Hamas-Terroristen zu „Märtyrern“ erklärt. Und wir werden nicht akzeptieren, dass aus einem dokumentierten Massaker eine Verschwörungserzählung gebastelt wird, nur weil die Wahrheit nicht in das gewünschte Bild von IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen passt.
Am 7. Oktober wurden Menschen ermordet, weil Terroristen entschieden hatten, dass ihr Leben nichts wert sei.
Drei Jahre später entscheiden andere, dass nicht einmal ihr Tod geglaubt werden soll.
Das ist keine Solidarität.
Das ist keine Menschlichkeit.
Das ist die Fortsetzung ihrer Entwürdigung mit anderen Mitteln.
Autor: Samuel Benning
Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 7. Oktober 2026