IDF greift Hamas-Terroristen in Gaza-Stadt an, zwei Tote gemeldet

IDF greift Hamas-Terroristen in Gaza-Stadt an, zwei Tote gemeldet


Ein israelischer Luftangriff traf ein Fahrzeug im Viertel Tel al-Hawa. Die IDF erklärt, Ziel seien zwei Hamas-Terroristen gewesen. Lokale medizinische Quellen melden zwei Tote und 13 Verletzte.

IDF greift Hamas-Terroristen in Gaza-Stadt an, zwei Tote gemeldet
Bildnachweis: Pixabay / Symbolbild

IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen hat am Sonntag erneut gezielt gegen die Terrororganisation HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen zugeschlagen. Im Stadtviertel Tel al-Hawa im Westen von GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen-Stadt wurde ein Fahrzeug aus der Luft angegriffen. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte befanden sich darin zwei Hamas-Terroristen.

Lokale medizinische Mitarbeiter erklärten gegenüber Reuters, bei dem Angriff seien mindestens zwei Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden. Die Identität der Toten war zunächst offenbar selbst vor Ort nicht geklärt. Medizinisches Personal rief die Bevölkerung dazu auf, Hinweise zu liefern, die eine Identifizierung ermöglichen könnten.

Damit lässt sich zum derzeitigen Stand nicht unabhängig bestätigen, dass es sich bei den beiden gemeldeten Toten tatsächlich um jene Hamas-Terroristen handelt, die nach israelischen Angaben Ziel des Angriffs waren. Die IDF machte zunächst keine weiteren Angaben zu deren Namen, Funktionen oder dazu, welche konkrete Gefahr von ihnen ausgegangen sein soll.

Genau diese Trennung ist wichtig. Fest steht bislang, dass Israel nach eigener Darstellung zwei Mitglieder der Hamas in einem Fahrzeug ins Visier nahm. Die Angaben über Tote und Verletzte stammen dagegen aus Gaza und müssen getrennt von der israelischen Zielbeschreibung betrachtet werden.

Hamas versucht weiter, militärische Strukturen zu erhalten

Der Angriff fällt in eine Phase, in der Israel seine gezielten Operationen gegen verbliebene Hamas-Strukturen wieder deutlich verstärkt hat.

Erst am Donnerstag töteten IDF und Schin Bet Mohammed Abdel Salam al-Yazouri, den Kommandeur der Khan-Younis-Brigade der Hamas. Die Terrororganisation bestätigte seinen Tod später selbst. Al-Yazouri gehörte nach Angaben der Hamas ihrem höheren militärischen Führungsgremium an und spielte eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung des Massakers vom 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen.

Parallel warnen israelische Sicherheitskreise davor, dass Hamas trotz der geltenden Vereinbarungen versucht, ihre militärische Kontrolle im Gazastreifen wieder auszubauen. Nach Angaben der IDF holen Terroristen Waffen aus alten Depots, stellen bewaffnete Strukturen wieder her und versuchen, ihre operative Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen. Israelische Streitkräfte zerstörten deshalb zuletzt mehrere WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen sowie eine Raketenabschussgrube.

haOlam hatte darüber bereits am 9. September berichtet. Die entscheidende Frage des Gaza-Prozesses ist längst nicht mehr, ob Hamas verbal einer Entwaffnung zustimmt, sondern ob ihre Terroristen tatsächlich ihre Waffen verlieren. Bislang zeigen die israelischen Erkenntnisse eher in die entgegengesetzte Richtung.

Auch Anschläge gegen israelische Soldaten sind nicht beendet. Anfang September fuhr ein israelisches Militärfahrzeug im Norden Gazas auf einen nach IDF-Angaben von Hamas gelegten Sprengsatz. Die Armee bezeichnete den Vorfall ausdrücklich als Verletzung der Waffenruhe und griff anschließend Hamas-Infrastruktur an.

Das erklärt, weshalb Israel weiterhin einzelne Terroristen auch außerhalb unmittelbar laufender Gefechte angreift. Die derzeitige Strategie besteht nicht in einer Rückkehr zum flächendeckenden Krieg früherer Jahre, sondern zunehmend in gezielter Prävention: Kommandeure, Terrorzellen, Waffenlager und konkrete militärische Fähigkeiten sollen ausgeschaltet werden, bevor sie erneut gegen israelische Soldaten oder Zivilisten eingesetzt werden können.

Die Waffenruhe beendet die Bedrohung nicht

Die politische Schwierigkeit liegt darin, dass seit Oktober 2025 formal eine von den USA vermittelte Waffenruhe gilt. Sie beendete die großflächigen Kämpfe, aber nicht die bewaffnete Präsenz der Hamas.

Israel und die Terrororganisation werfen sich seitdem wiederholt Verstöße vor. Hamas kritisiert israelische Angriffe als Bruch der Vereinbarung. Israel hält dagegen, dass die Waffenruhe keinen Schutz für Terroristen bieten könne, die Anschläge vorbereiten, Sprengsätze legen oder militärische Fähigkeiten wiederherstellen.

Diese Auseinandersetzung wird entscheidend für die nächste Phase des Gaza-Plans.

Die amerikanische Planung sieht langfristig die Entwaffnung der Hamas, eine neue zivile Ordnung im Gazastreifen und weitere israelische Rückzüge vor. Doch genau an der Reihenfolge entzündet sich der Streit. JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen besteht darauf, dass Hamas tatsächlich entwaffnet werden muss, bevor Israel auf jene militärische Kontrolle verzichtet, die bislang eine erneute umfassende Aufrüstung verhindern soll.

Die Sorge ist nicht theoretisch.

Anfang September erhöhte das Südkommando seine Alarmbereitschaft, weil die IDF mit möglichen Vergeltungsangriffen der Hamas auf israelische Stellungen entlang der sogenannten Gelben Linie rechnete. Militärvertreter hielten auch Raketenbeschuss für möglich.

Der heutige Angriff in Tel al-Hawa muss deshalb in diesem größeren Zusammenhang gesehen werden. Israel versucht, den militärischen Wiederaufbau der Hamas zu unterbinden, ohne erneut in eine vollständige Bodenoffensive zurückzukehren.

Dabei bleibt jeder Luftangriff in dicht bebautem Gebiet mit Risiken für Unbeteiligte verbunden. Angaben über zivile Opfer müssen überprüft werden, ebenso wie israelische Angaben über die Funktion der angegriffenen Personen. Aus den bislang vorliegenden Informationen ergibt sich für den heutigen Angriff jedoch kein Beleg dafür, dass Zivilisten bewusst Ziel gewesen wären.

Die israelische Darstellung lautet eindeutig: Ziel waren zwei Hamas-Terroristen.

Ob die beiden gemeldeten Toten genau diese Männer waren und wer unter den 13 Verletzten war, ist derzeit noch offen.

Der grundsätzliche Konflikt dahinter ist dagegen längst sichtbar. Solange Hamas bewaffnete Mitglieder, Sprengsätze, Waffenlager und operative Strukturen unterhält, ist die militärische Auseinandersetzung nicht beendet.

Eine Waffenruhe kann den großen Krieg stoppen.

Sie ersetzt aber keine Entwaffnung einer Terrororganisation.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 13. September 2026

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