Israel will Linda Sarsour nicht einreisen lassen: Jerusalem zieht Grenze gegen BDS-Aktivismus


Die US-Aktivistin Linda Sarsour soll nicht nach Israel einreisen dürfen. Jerusalem verweist auf ihre Rolle in antiisraelischen Kampagnen und ihre Nähe zur BDS-Bewegung.

Israel will Linda Sarsour nicht einreisen lassen: Jerusalem zieht Grenze gegen BDS-Aktivismus
Bildnachweis: Symbolbild / KI

IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen will der palästinensisch-amerikanischen Aktivistin Linda Sarsour die Einreise verweigern. Das Ministerium für DiasporaDiaspora: Jüdisches Leben außerhalb IsraelsDiaspora bezeichnet die Zerstreuung eines Volkes außerhalb seiner historischen Heimat. In jüdischem Zusammenhang meint der Begriff besonders die jüdischen Gemeinschaften außerhalb Israels. Die jüdische Diaspora entstand durch Exil, Vertreibung, Migration und jahrhundertelanges Leben als Minderheit.Mehr lesen-Angelegenheiten hat empfohlen, sie vollständig von der Einreise auszuschließen. Minister Amichai Chikli begründet den Schritt mit Sarsours Aktivitäten gegen Israel, ihrer Rolle im Umfeld der BDS-BewegungBDS: Boykottkampagne gegen IsraelBDS ist eine gegen Israel gerichtete Boykottkampagne. Der Deutsche Bundestag verurteilte die Bewegung 2019 als antisemitisch.Mehr lesen und Kampagnen, die nach israelischer Darstellung auf die internationale Isolation des jüdischen Staates zielen.

Sarsour bestätigte selbst, dass ihr die Einreise verweigert worden sei. Sie erklärte, dadurch werde sie daran gehindert, Familienangehörige zu besuchen. In ihrer Reaktion bezeichnete sie Israel erneut als „Apartheid-Regime“ und warf dem Land „Genozid“ vor. Genau diese Wortwahl zeigt, weshalb der Fall in Israel nicht als gewöhnliche Regierungskritik verstanden wird. Es geht nicht um eine abweichende Meinung zu einzelnen Entscheidungen Jerusalems, sondern um eine Sprache, die Israel grundsätzlich moralisch delegitimiert.

Linda Sarsour wurde in New York geboren und wurde als progressive Aktivistin in den USA bekannt. Sie war frühere Geschäftsführerin der Arab American Association of New York und gehörte 2017 zu den nationalen Co-Vorsitzenden des Women’s March. Zugleich ist sie seit Jahren eine umstrittene Figur in Debatten über Israel, BDS und Antisemitismusvorwürfe in Teilen der amerikanischen Linken.

Chikli erklärte sinngemäß, souveräne Staaten müssten ihre Grenzen schützen. Israel werde seine Tore nicht für Menschen öffnen, die daran arbeiteten, das Land zu schwächen oder zu zerstören. Er warf Sarsour vor, eine führende Figur der BDS-Bewegung zu sein und Aktivitäten gegen israelische Institutionen und sicherheitsrelevante Interessen unterstützt zu haben. Diese Vorwürfe sind als Darstellung des Ministers einzuordnen, zeigen aber klar, warum die israelische Regierung den Fall politisch ernst nimmt.

BDS ist aus israelischer Sicht keine normale Kritik an Regierungspolitik. Die Bewegung zielt auf Boykott, wirtschaftlichen Druck, akademische Ausgrenzung und kulturelle Isolation Israels. Damit richtet sie sich nicht nur gegen einzelne Minister oder konkrete Entscheidungen, sondern gegen die Stellung Israels als legitimer Staat in der internationalen Gemeinschaft. Wer diese Strategie unterstützt, kann nicht erwarten, von Israel wie ein neutraler Besucher behandelt zu werden.

Das gilt besonders nach dem 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen. Seit dem HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Massaker erlebt Israel weltweit eine Welle der Dämonisierung. Auf Universitätscampus, in Kulturinstitutionen, in Unternehmen und in politischen Bewegungen verschwimmen Kritik an israelischer Politik und grundsätzliche Feindseligkeit gegenüber dem jüdischen Staat immer häufiger. Begriffe wie „Apartheid“ und „Genozid“ werden dabei oft nicht als präzise juristische Kategorien verwendet, sondern als politische Kampfbegriffe.

Israel zieht mit dem Vorgehen gegen Sarsour eine klare Grenze: Wer international daran arbeitet, den jüdischen Staat zu isolieren, hat keinen selbstverständlichen Anspruch darauf, in dieses Land einzureisen. Das ist kein Verbot von Kritik. Israel ist eine Demokratie mit heftiger innerer Debatte, scharfer Regierungskritik und einer freien Öffentlichkeit. Aber ein Staat muss nicht Personen willkommen heißen, die seine internationale Ächtung betreiben.

Der Fall wird absehbar neue Kritik an Israel auslösen. Sarsours Unterstützer werden von politischer Ausgrenzung sprechen. Doch die entscheidende Frage bleibt: Muss ein souveräner Staat Aktivisten einreisen lassen, die ihn als illegitim darstellen und Kampagnen gegen seine Institutionen unterstützen? Israel beantwortet diese Frage zunehmend mit Nein.

Gerade darin liegt die politische Bedeutung des Falls. JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen reagiert nicht mehr nur auf Terror, Raketen und diplomatische Angriffe. Es reagiert auch auf den globalen Aktivismus, der Israel aus dem Kreis legitimer Staaten herausdrängen will. Nach Jahren wachsender BDS-Kampagnen setzt die Regierung ein Signal: Kritik ist möglich. Delegitimierung hat Folgen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 4. Juni 2026

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