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Iran wird kein Abkommen achten, das seine Macht schwächt


Ein neuer Kommentar aus Israel warnt vor falschem Vertrauen in Teheran. Das Regime verhandelt nicht, um Frieden zu schließen, sondern um Zeit, Geld und Handlungsspielraum zu gewinnen.

Iran wird kein Abkommen achten, das seine Macht schwächt
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Wer nach dem Iran Krieg 2026 glaubt, Teheran werde ein Memorandum mit den USA aus Einsicht, Vernunft oder Friedenswillen einhalten, verwechselt Diplomatie mit Selbsttäuschung. Genau diese Warnung formuliert Mike Evans in der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post. Sein Kernargument ist hart, aber schwer zu widerlegen: Die Islamische Republik betrachtet Verhandlungen nicht als moralische Verpflichtung, sondern als Werkzeug. Ein Abkommen ist für Teheran kein Ende des Konflikts, sondern eine Zwischenstation. Es kauft Zeit, verschafft wirtschaftliche Luft und ermöglicht dem Regime, seine militärischen und terroristischen Netzwerke neu zu ordnen.

Diese Einschätzung trifft einen wunden Punkt der aktuellen Debatte. Das Memorandum zwischen Washington und Teheran soll den Krieg einhegen, die Lage an der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen beruhigen und Raum für weitere Gespräche schaffen. Doch zentrale Fragen bleiben offen: Was geschieht mit Irans Nuklearprogramm? Wo befinden sich die hoch angereicherten Uranbestände? Wie umfassend dürfen Inspektoren kontrollieren? Und wie wird verhindert, dass freigegebene Gelder oder neue Einnahmen am Ende wieder bei RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen, HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HouthisHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen oder dem Palästinensischen Islamischen Dschihad landen? Reuters berichtete, dass das Memorandum schwierige Fragen wie das Atomprogramm zunächst in spätere Gespräche verschob und den Parteien eine Frist für ein umfassenderes Abkommen gab.

Gerade darin liegt die Gefahr. Teheran muss nicht offen brechen, um ein Abkommen auszuhöhlen. Es reicht, Verfahren zu verzögern, Zugänge zu beschränken, Begriffe umzudeuten, Sanktionserleichterungen mitzunehmen und parallel die eigenen Machtinstrumente zu sichern. Die Internationale Atomenergiebehörde drängt weiter auf belastbare Kontrollen. Ihr Chef Rafael Grossi erklärte, Inspektorenzugang sei entscheidend, um die Integrität des nuklearen Materials zu überprüfen. Zugleich blieb unklar, was mit Irans Bestand an Uran geschah, das auf bis zu 60 Prozent angereichert war.

Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist das keine akademische Frage. Ein Iran, der nur auf dem Papier begrenzt wird, bleibt ein Iran, der Zeit gewinnt. Und Zeit ist für dieses Regime eine strategische Ressource. Es kann beschädigte Anlagen reparieren, Kommandowege verlagern, Milizen neu ausstatten und seine Finanzierung anpassen. Wer das ignoriert, wiederholt den alten Fehler westlicher Iran Politik: Man bewertet das Regime nach seinen Unterschriften, nicht nach seinem Verhalten.

Evans setzt deshalb bei der ökonomischen Grundlage der iranischen Macht an. Das Regime lebt nicht von Parolen allein. Es braucht Öl, Devisen, Schmuggelwege, Banken, Schattenfinanzierung und Exporterlöse. Besonders Kharg Island ist dabei zentral. Reuters beschrieb die Insel im März als Knotenpunkt für rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte. Wer über den finanziellen Atem der Islamischen Republik spricht, kommt an diesem Ort nicht vorbei.

Das bedeutet nicht, leichtfertig einen neuen Krieg zu fordern. Jeder militärische Schritt gegen die iranische Öl Infrastruktur hätte enorme Risiken. Er könnte den Ölmarkt erschüttern, die Straße von Hormus weiter gefährden und amerikanische sowie israelische Kräfte tiefer in einen langen Konflikt ziehen. Doch die politische Lehre bleibt: Solange Iran genügend Geld erhält, kann das Regime Verluste ersetzen. Raketen werden neu gebaut. Stellvertreter werden weiter bezahlt. Sicherheitsapparate bleiben loyal. Unterdrückung im Inneren und Terror nach außen bleiben finanzierbar.

Genau deshalb ist ein Abkommen ohne ökonomischen Druck wertlos. Es beruhigt Märkte, erzeugt diplomatische Bilder und gibt westlichen Regierungen eine Erzählung von Fortschritt. Aber wenn Teheran weiter Öl verkaufen, Sanktionen umgehen und seine Terrorachse finanzieren kann, dann wird aus Diplomatie nur eine Atempause für den Aggressor.

Donald Trump steht damit vor einer heiklen Aufgabe. Er muss zeigen, dass Verhandlungen nicht Schwäche bedeuten. Diplomatie aus Stärke kann sinnvoll sein, wenn sie von überprüfbaren Bedingungen, harten Fristen und echten Konsequenzen begleitet wird. Diplomatie aus Erschöpfung hingegen lädt Teheran ein, länger durchzuhalten als der Westen aufmerksam bleibt.

Israel kann sich solche Illusionen nicht leisten. Für Jerusalem zählt nicht, ob iranische Diplomaten in Doha, Islamabad oder Washington weichere Worte finden. Entscheidend ist, ob die Revolutionsgarden entwaffnet werden, ob die Uranfrage geklärt wird, ob die Hisbollah im Libanon weiter Geld und Waffen erhält, ob die Houthis Schiffe bedrohen können und ob Hamas sowie Islamischer DschihadIslamischer Dschihad: Irans Terrorpartner gegen IsraelDer Islamische Dschihad ist eine palästinensische Terrororganisation, die Anfang der 1980er Jahre entstand. Sie lehnt Israel ab, wird stark vom Iran unterstützt und verfügt mit den Al Quds Brigaden über einen bewaffneten Arm.Mehr lesen neue Mittel bekommen. Solange diese Fragen offen sind, bleibt jedes Memorandum brüchig.

Die Islamische Republik hat über Jahrzehnte gezeigt, wie sie Abkommen versteht: als Raumgewinn. Wer ihr Geld gibt, muss erklären, warum dieses Geld nicht erneut in Repression, Raketen und StellvertreterkriegStellvertreterkrieg: Irans indirekter Krieg gegen IsraelEin Stellvertreterkrieg ist ein Konflikt, in dem ein Staat oder Akteur andere bewaffnete Gruppen unterstützt, um eigene Ziele zu verfolgen, ohne selbst vollständig offen Krieg zu führen. Im Nahen Osten nutzt Iran dieses Modell besonders gegen Israel.Mehr lesen fließt. Wer ihr Zeit gibt, muss erklären, warum diese Zeit nicht erneut für Tarnung, Wiederaufbau und nukleare Annäherung genutzt wird. Und wer Israel zur Zurückhaltung drängt, muss erklären, welcher Staat eine solche Bedrohung an seiner Grenze hinnehmen würde.

Das entscheidende Problem ist nicht, dass Diplomatie versucht wird. Das Problem beginnt dort, wo Diplomatie zur Beruhigungspille wird. Frieden entsteht nicht durch Unterschriften, wenn eine Seite das Papier nur als taktische Pause betrachtet. Frieden entsteht durch Druck, Kontrolle und die klare Botschaft, dass Täuschung teurer wird als Einhaltung.

Iran wird ein Abkommen nur dann beachten, wenn der Preis des Bruchs höher ist als der Nutzen des Betrugs. Alles andere ist Hoffnung. Und Hoffnung allein hat die Islamische Republik noch nie gestoppt.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 3. Juli 2026

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