IRGC General droht am Persischen Golf mit Hölle für die ganze Region
Nach neuen US-Schlägen gegen iranische Militärziele verschärft die Revolutionsgarde ihre Drohungen an der Straße von Hormus. Teheran setzt damit erneut auf Erpressung einer ganzen Weltregion.

Bildnachweis: MC2 Indra Beaufort
Wenn ein Kommandeur der Islamischen Revolutionsgarde erklärt, man werde „die gesamte Region zur Hölle machen“, sobald die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen unsicher werde, spricht daraus das politische Selbstverständnis eines Regimes, das seine Schwäche regelmäßig mit Drohungen gegen die WeltwirtschaftStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen kaschiert. Brigadekommandeur Majid Mousavi, Chef der Luft und Raumfahrtkräfte der IRGCIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen, reagierte damit auf neue amerikanische Schläge gegen iranische Militärziele. Seine Worte fügen sich nahtlos in die nächste Phase des Iran Krieges 2026 ein: Teheran will nicht nur militärisch antworten, sondern die Lebensader des globalen Energiehandels als Druckmittel gegen Washington, JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen und die gesamte internationale Ordnung einsetzen.
Nach Angaben iranischer Staatsmedien erklärte Mousavi, wer die „heilige Straße von Hormus“ unsicher mache, müsse damit rechnen, dass Iran die gesamte Region zur Hölle mache. Allein diese religiös aufgeladene Wortwahl ist bezeichnend. Aus einer internationalen Schifffahrtsroute, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels läuft, macht die Revolutionsgarde ein ideologisches Symbol. Wer dort Sicherheit für Handelsschiffe herstellen will, wird in der iranischen Darstellung nicht als Schutzmacht des internationalen Verkehrs dargestellt, sondern als Feind eines angeblich sakralen Raumes. So verwandelt Teheran eine strategische Meerenge in eine Bühne für Erpressung.
Der Hintergrund ist eine neue Welle amerikanischer Angriffe auf iranische Ziele. Das US-Zentralkommando CENTCOM erklärte, amerikanische Streitkräfte hätten auf Anweisung von Präsident Donald Trump mehrere Ziele im Iran angegriffen. Die Vereinigten Staaten bezeichneten die Operationen als Selbstverteidigung. Getroffen worden seien demnach iranische Überwachungsfähigkeiten, Kommunikationssysteme und Luftabwehrstellungen, die eine Bedrohung für US-Kräfte in der Region und für Handelsschiffe an der Straße von Hormus dargestellt hätten. Damit wird die Lage am Golf erneut zum Brennpunkt eines Krieges, der seit Monaten nicht mehr nur zwischen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und dem Iran geführt wird, sondern die Vereinigten Staaten, die Golfstaaten, den Welthandel und die Energieversorgung unmittelbar betrifft.
Teheran antwortete mit dem Versuch, die Straße von Hormus politisch und militärisch zu schließen. Das iranische Khatam al-Anbiya Zentralhauptquartier erklärte laut Berichten, die Meerenge werde für alle Schiffe geschlossen, und jedes Schiff, das dennoch passieren wolle, könne angegriffen werden. CENTCOM widersprach und erklärte, kommerzielle Schiffe verkehrten weiterhin in die Straße hinein und aus ihr heraus. Damit steht die Welt erneut vor einer gefährlichen Doppelrealität: Iran verkündet die Blockade, die USA bestreiten ihre tatsächliche Wirksamkeit, und die Handelsschifffahrt muss unter wachsendem Risiko entscheiden, ob sie eine der wichtigsten Routen der Welt noch nutzen kann.
Straße von Hormus als Waffe gegen die Weltwirtschaft
Die Straße von Hormus ist kein regionales Nebenthema. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und weiter mit dem Arabischen Meer. Nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde EIA liefen im Jahr 2024 durchschnittlich rund 20 Millionen Barrel Öl pro Tag durch diese Meerenge, etwa ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs an Erdölflüssigkeiten. Im ersten Halbjahr 2025 lag der Durchfluss nach EIA-Angaben sogar bei durchschnittlich 20,9 Millionen Barrel pro Tag. Wer diese Route bedroht, bedroht deshalb nicht nur einige Tanker. Er bedroht Preise, Lieferketten, Haushalte, Industrie, Inflation und politische Stabilität weit über den Nahen Osten hinaus.
Genau deshalb setzt Teheran immer wieder auf Hormus. Die Führung in Iran weiß, dass sie konventionell verwundbar ist. Sie weiß auch, dass direkte militärische Konfrontationen mit den Vereinigten Staaten und Israel hohe Kosten verursachen. Doch sie glaubt, über die Meerenge ein Druckmittel zu besitzen, das weit über ihre eigene militärische Stärke hinausreicht. Die Botschaft lautet: Wenn Iran verliert, soll die Region zahlen. Wenn das Regime unter Druck steht, sollen Handelsschiffe, Golfstaaten, Energieimporteure und Verbraucher weltweit die Folgen spüren.
Diese Logik ist nicht Verteidigung, sondern Geiselnahme auf strategischer Ebene. Die Straße von Hormus gehört nicht Iran allein. Sie ist eine internationale Lebensader. Ihre Sicherheit betrifft nicht nur Washington und Jerusalem, sondern auch Europa, Asien und die arabischen Staaten am Golf. Gerade deshalb ist es so gefährlich, wenn die Revolutionsgarde den Eindruck erweckt, sie könne diese Route nach Belieben öffnen, schließen oder in Brand setzen.
Für Israel ist diese Entwicklung kein isolierter Vorgang. Jerusalem sieht seit Jahren, dass der Iran seine militärische und politische Strategie über mehrere Fronten ausdehnt. Die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon, Milizen im Irak und in Syrien, die HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen im Jemen, Drohnenprogramme, Raketenarsenale und maritime Drohungen gehören zu einem gemeinsamen Muster. Der Iran versucht, seine Gegner nicht an einem Ort zu treffen, sondern überall dort, wo Verwundbarkeit besteht. Am Golf ist diese Verwundbarkeit besonders groß, weil sie die Weltwirtschaft direkt berührt.
Die neuen Drohungen Mousavis zeigen zudem, wie sehr die IRGC die Kontrolle über die iranische Sicherheitslogik prägt. Der Kommandeur der Luft und Raumfahrtkräfte spricht nicht wie ein Militär, das auf Abschreckung begrenzt bleibt. Er spricht wie ein politischer Akteur, der Vernichtungssprache als Machtmittel einsetzt. „Hölle“ ist kein technischer Begriff. Es ist eine Drohformel, die Angst erzeugen soll. Sie richtet sich an die USA, aber sie trifft bewusst auch die Nachbarn Irans. Bahrain, Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Oman wissen, dass iranische Drohungen an der Straße von Hormus niemals nur Washington meinen.
Washington schlägt zurück, Teheran erhöht den Einsatz
Die amerikanischen Schläge sind Teil einer harten Linie, mit der Präsident Trump Iran wieder an den Verhandlungstisch zwingen will. Nach früheren offenen amerikanischen und israelischen Angriffen, einer brüchigen Feuerpause und mehreren Zwischenfällen am Golf hat sich die Lage in eine gefährliche Mischung aus militärischer Vergeltung, diplomatischem Druck und wirtschaftlicher Unsicherheit verwandelt. Washington spricht von Selbstverteidigung, Teheran von Aggression, während die Schiffe auf See zwischen diesen Erzählungen manövrieren müssen.
Dabei darf man nicht übersehen: Iran nutzt die Straße von Hormus gerade deshalb, weil die Drohung so viele Unbeteiligte trifft. Eine Rakete auf eine Militärstellung hat ein militärisches Ziel. Eine Blockade oder Beschießung von Handelsschiffen trifft dagegen Lieferketten, Energiepreise und zivile Volkswirtschaften. Das ist politisch berechnete Einschüchterung. Teheran will zeigen, dass jeder Versuch, iranische Militärstrukturen zu schwächen, Kosten für andere erzeugt.
Für Europa ist diese Lage besonders unbequem. Viele Regierungen haben jahrelang gehofft, Iran mit Verhandlungen, wirtschaftlichen Anreizen und diplomatischen Formeln einhegen zu können. Der Iran Krieg 2026 zeigt jedoch, wie begrenzt diese Hoffnung geworden ist. Ein Regime, das seine Revolutionsgarde drohen lässt, eine ganze Region zur Hölle zu machen, reagiert nicht auf bloße Besorgnis. Es testet Grenzen. Und es nimmt zur Kenntnis, wann Drohungen wirken.
Die internationale Antwort muss deshalb zweigleisig sein: militärische Sicherung der Schifffahrt und politische Klarheit. Wer die Straße von Hormus bedroht, bedroht nicht nur einen Gegner, sondern die freie Schifffahrt. Wer Handelsschiffe angreift oder mit Angriffen droht, darf nicht als legitimer Verteidiger erscheinen. Und wer die Energieversorgung der Welt als Druckmittel benutzt, muss mit Kosten rechnen, die höher sind als der Nutzen dieser Erpressung.
Israel hat in dieser Frage ein besonderes Interesse an Klarheit. Denn jeder Erfolg Irans an Hormus stärkt auch die Stellvertreterfronten gegen Israel. Wenn Teheran den Eindruck gewinnt, dass Drohungen gegen die Weltwirtschaft politische Zugeständnisse erzwingen, wird dieses Muster auch an anderen Fronten wiederkehren. Die Hisbollah kann Nordisrael weiter unter Druck setzen. Die Huthi können die Schifffahrt im Roten Meer bedrohen. Milizen im Irak und in Syrien können amerikanische Ziele angreifen. Alles hängt zusammen, weil es Teil derselben Strategie ist.
Die Welt sollte Mousavis Satz deshalb ernst nehmen, aber nicht im Sinne iranischer Einschüchterung. Er ist ein Eingeständnis. Die Revolutionsgarde zeigt, dass sie nicht nur einen militärischen Konflikt führt, sondern bereit ist, ganze Regionen in Mitleidenschaft zu ziehen, wenn ihr Regime unter Druck steht. Das ist der Kern iranischer Machtpolitik: Nicht Stabilität, sondern kontrollierte Unruhe; nicht Souveränität der Nachbarn, sondern ständige Erpressbarkeit; nicht Sicherheit der Seewege, sondern politische Verfügbarkeit von Chaos.
Die Straße von Hormus ist damit erneut zum Symbol geworden. Nicht für iranische Stärke, sondern für die Gefahr, die von einem Regime ausgeht, das seine eigene Macht über die Sicherheit aller anderen stellt. Teheran droht mit Hölle. Die Antwort darauf darf nicht Panik sein, sondern Entschlossenheit. Wer die wichtigste Energieader der Welt zum Schlachtfeld machen will, muss wissen, dass die freie Welt diese Erpressung nicht als normales Mittel der Politik akzeptiert.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 11. Juni 2026