Farbangreifer zeigen Pilar Rahola an: Eine proisraelische Journalistin soll persönlich vernichtet werden


Pilar Rahola wurde wegen ihrer Israel Haltung mit roter Farbe attackiert. Nun zeigen dieselben Aktivisten sie an. Ausgerechnet ein Umfeld mit Vernichtungsparolen gegen Israel wirft ihr Hass vor.

Farbangreifer zeigen Pilar Rahola an: Eine proisraelische Journalistin soll persönlich vernichtet werden
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Die katalanische Journalistin, Autorin und frühere Politikerin Pilar Rahola wurde im Oktober 2024 während eines Vortrags in La Garriga bei Barcelona mit roter Farbe attackiert, weil sie IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen nach dem Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen öffentlich verteidigt. Nun haben zwei Aktivisten aus dem Umfeld der Organització Juvenil Socialista, kurz OJS, Anzeige gegen sie erstattet. Die Staatsanwaltschaft für Hassverbrechen in Barcelona prüft vorläufig, ob Raholas Aussagen, Artikel und Beiträge als HassredeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen gegen Palästinenser oder als Unterstützung angeblicher israelischer Verbrechen gewertet werden könnten.

Allein diese Reihenfolge ist empörend. Erst wird eine Frau öffentlich angegriffen, weil sie den jüdischen Staat verteidigt. Dann treten Aktivisten aus demselben Umfeld vor die Justiz und behaupten, ausgerechnet ihre publizistische Arbeit sei Hass. Das ist keine normale demokratische Auseinandersetzung. Das wirkt wie ein Versuch, eine unbequeme Frau persönlich zu treffen: ihren Ruf, ihre berufliche Existenz, ihre Glaubwürdigkeit und ihr Recht, nach dem 7. Oktober weiter klar für Israel zu sprechen.

Besonders widerlich wird der Vorgang durch den politischen Hintergrund. Jüdische Stellen in Spanien dokumentierten bereits 2024 eine OJS Aktion mit der Forderung, den „zionistischen Staat Israel“ zu zerstören. Wer solche Parolen für legitim hält oder in einem solchen Umfeld politisch handelt, kann sich schwerlich als neutraler Wächter gegen Hass aufspielen. Einen ganzen Staat auslöschen zu wollen, ist keine Kritik an einer Regierung. Es ist die Verneinung des Existenzrechts Israels. Und genau aus diesem ideologischen Klima kommt nun der Versuch, Rahola als angebliche Hassrednerin zu markieren.

Die Aktivisten werfen Rahola laut Berichten vor, als angeblich bezahlte Kollaborateurin des „zionistischen Regimes“ zu handeln und an einem angeblichen Genozid beteiligt zu sein. Das ist keine sachliche Kritik an einer Journalistin. Das ist eine Sprache der öffentlichen Brandmarkung. Wer eine Autorin wegen ihrer Israel Solidarität zur Komplizin schwerster Verbrechen erklärt, will sie nicht widerlegen. Er will sie moralisch beschädigen und aus dem öffentlichen Raum drängen.

Genau deshalb haben sich spanische und europäische jüdische Organisationen hinter Rahola gestellt. Die Föderation der jüdischen Gemeinden Spaniens warnte davor, politische Debatten in ein Instrument ideologischer Verfolgung zu verwandeln. Der Europäische Jüdische Kongress erklärte, Meinungsverschiedenheiten müssten durch Argumente ausgetragen werden, nicht durch Belästigung, Einschüchterung oder Versuche, Menschen zum Schweigen zu bringen.

Besonders alarmierend ist der Hinweis jüdischer Organisationen auf die Rede von einer angeblichen „internationalen zionistischen Verschwörung“. Solche Begriffe sind nicht zufällig. Sie gehören zum alten Arsenal antisemitischer Denkmuster. Sie unterstellen Juden oder „Zionisten“ geheime Macht, verdeckte Steuerung und Einfluss im Hintergrund. Wer solche Bilder benutzt, führt keine ernsthafte Debatte über GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen. Er öffnet eine Tür, die Europa aus seiner Geschichte nur zu gut kennt.

Der Vorwurf gegen Rahola folgt einem alten Muster. Wer Israel verteidigt, soll nicht einfach eine eigene Meinung haben dürfen. Er soll angeblich gekauft sein, gelenkt sein, Teil eines fremden Apparats sein. Genau so funktionieren auch viele Angriffe auf proisraelische Stimmen im Netz: Statt auf Fakten zu antworten, wird gefragt, wer angeblich bezahlt. Das ist keine Debatte, sondern eine Methode der persönlichen Entwertung. Man erklärt den Gegner zum Werkzeug und erspart sich damit, auf seine Argumente einzugehen.

Rahola gehört seit dem 7. Oktober zu den sichtbarsten proisraelischen Stimmen im spanischen und lateinamerikanischen Raum. Sie widerspricht dem Genozidvorwurf gegen Israel, kritisiert die Vereinten Nationen und benennt den Terror der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen klar. Genau das macht sie zur Zielscheibe. Denn in Teilen des antiisraelischen Aktivismus reicht es nicht mehr, Israel anzugreifen. Auch jene, die Israel verteidigen, sollen markiert, eingeschüchtert und öffentlich unter Druck gesetzt werden.

Noch ist die Prüfung der Staatsanwaltschaft keine Anklage und kein Urteil. Das muss sauber getrennt werden. Doch politisch ist der Vorgang längst deutlich genug. Dieselben Aktivisten, die Rahola mit Farbe attackiert haben sollen, versuchen nun, ihre Haltung über den Vorwurf der Hassrede vor die Justiz zu ziehen. Aus Gewalt gegen eine proisraelische Stimme wird ein neuer Angriff mit juristischen Mitteln.

Rahola selbst hat unmissverständlich reagiert. Sie werde sich nicht einschüchtern lassen, sich nicht selbst zensieren und nicht der Herde folgen. Ihre Gedankenfreiheit sei nicht verhandelbar. Dieser Satz trifft den Kern. Es geht hier nicht nur um eine spanische Journalistin. Es geht um die Frage, ob proisraelische Stimmen in Europa noch frei sprechen können, ohne von Aktivisten verfolgt zu werden, die Israels Existenz selbst zur Disposition stellen.

Eine Demokratie darf diese Verdrehung nicht hinnehmen. Wer die Auslöschung Israels als legitime Parole behandelt, aber eine Journalistin wegen ihrer Israel Solidarität vor die Justiz ziehen will, offenbart keinen Kampf gegen Hass. Er offenbart den Willen, eine Frau persönlich zu brechen, weil sie nicht schweigt.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 23. Juni 2026

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