BDS scheitert an Israels Stadtbahn: CAF hält trotz Vandalismus und Gewerkschaftsdruck an den Projekten fest
Antiisraelische Aktivisten beschädigen Stadtbahnwagen für Tel Aviv, eine Gewerkschaft fordert den Ausstieg. Doch CAF bleibt dabei, und die ersten Wagen sind bereits in Israel.

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Es ist ein Bild, das mehr über den Zustand des antiisraelischen Aktivismus erzählt als viele Resolutionen und Parolen: Vermummte dringen in ein Depot ein, beschädigen Stadtbahnwagen, zerschlagen Scheiben und besprühen die Fahrzeuge mit roter Farbe. Die Wagen sind für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen bestimmt, für das Stadtbahnnetz im Großraum Tel Aviv. Auf einem der Fahrzeuge steht auf Baskisch die Forderung, Israel zu zerstören. Das ist nicht mehr politische Kritik. Das ist Einschüchterung, Sachbeschädigung und der Versuch, ein ziviles Infrastrukturprojekt zu sabotieren, weil es in Israel fahren soll.
Der Angriff richtete sich gegen Fahrzeuge des spanischen Herstellers CAF, Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles. Das Unternehmen ist an israelischen Stadtbahnprojekten beteiligt, darunter an Wagen für die Purple Line des Tel Aviv Light Rail sowie am Jerusalemer Stadtbahnsystem. Genau deshalb steht CAF seit Jahren im Visier der BDS-BewegungBDS: Boykottkampagne gegen IsraelBDS ist eine gegen Israel gerichtete Boykottkampagne. Der Deutsche Bundestag verurteilte die Bewegung 2019 als antisemitisch.Mehr lesen. Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen sollen Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren. Doch in diesem Fall ist der Versuch vorerst gescheitert: CAF hält an seinen Projekten fest. Die beschädigten Wagen werden nach Angaben israelischer Stellen repariert und gesäubert. Auswirkungen auf den Baufortschritt der Purple Line soll der Vorfall laut NTA nicht haben.
Die Symbolik ist deutlich. Eine Stadtbahn ist kein Panzer. Sie ist kein Kontrollposten. Sie ist keine Waffe. Sie bringt Menschen zur Arbeit, zur Universität, zum Arzt, zu Familien, in Innenstädte und Vororte. Gerade im Großraum Tel Aviv, wo Verkehr, Staus und Pendlerdruck zum Alltag gehören, ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein zentrales Zukunftsprojekt. Die Purple Line soll Ramat Gan, Givataim und das Zentrum Tel Avivs verbinden und damit eine Region entlasten, in der Mobilität längst zu einer sozialen und wirtschaftlichen Frage geworden ist. Wer solche Wagen angreift, attackiert keine Regierungserklärung. Er attackiert Alltag.
Trotzdem versuchen BDS-Akteure, genau solche Projekte zu skandalisieren. Der Vorwurf lautet, CAF mache sich durch seine Arbeit in Israel mitschuldig an angeblichen Menschenrechtsverletzungen. Eine große spanische Gewerkschaft, LAB, forderte das Unternehmen nun auf, seine Beteiligung an Stadtbahnsystemen in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen und Tel Aviv zu beenden und sich von künftigen Ausschreibungen mit Israel-Bezug fernzuhalten. Der Druck auf den Konzern ist nicht neu. Seit Jahren wird CAF wegen seiner Israel-Projekte angegriffen, juristisch, politisch und auf der Straße. Neu ist die offene Verbindung aus Gewerkschaftsdruck, BDS-Kampagne und gewaltsamem Vandalismus gegen Fahrzeuge.
Man muss hier klar unterscheiden. Gewerkschaften dürfen politische Positionen vertreten. Sie dürfen Unternehmen kritisieren, Arbeitskämpfe führen und ethische Debatten über Aufträge verlangen. Doch sobald die politische Forderung in eine Kampagne mündet, die ein Unternehmen wegen Israel-Beziehungen unter Druck setzt, wird der Kern sichtbar: Es geht nicht um bessere Arbeitsbedingungen. Es geht um Isolierung Israels. Und wenn im Umfeld solcher Kampagnen Fahrzeuge beschädigt, Scheiben eingeschlagen und Vernichtungsparolen gesprüht werden, darf niemand so tun, als handele es sich nur um eine leidenschaftliche Debatte.
Der Schriftzug „Israel suntsitu“, also „Zerstört Israel“, ist dabei keine Nebensache. Er entlarvt den Ton. Wer angeblich Menschenrechte verteidigt, aber die Zerstörung Israels auf einen Zug sprüht, zeigt, dass es nicht um Frieden, Kompromiss oder palästinensische Zivilisten geht. Es geht um den jüdischen Staat selbst. Genau deshalb ist BDS so problematisch. Die Bewegung gibt sich häufig als gewaltfreier Menschenrechtsdruck. Doch ihre politische Wirkung zielt regelmäßig nicht auf eine konkrete Politikänderung, sondern auf die Delegitimierung IsraelsFrom the river to the sea: Die Parole gegen Israels Existenz„From the river to the sea“ bezeichnet das Gebiet vom Jordan bis zum Mittelmeer. In antiisraelischen Kontexten wird die Parole häufig als Forderung nach einem Palästina anstelle Israels verstanden.Mehr lesen als normaler Staat, normaler Handelspartner, normaler Ort für Verkehr, Technik, Wissenschaft und Alltag.
CAF hat sich diesem Druck bisher nicht gebeugt. Das ist bemerkenswert, weil der Konzern aus Spanien kommt, also aus einem Land, in dem antiisraelische Stimmungen in Politik, Gewerkschaften und Teilen der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren deutlich lauter geworden sind. Der Druck auf Unternehmen, die mit Israel arbeiten, wird dort nicht nur von Aktivisten getragen, sondern zunehmend von politisierten Netzwerken, die Boykottforderungen in juristische und arbeitsrechtliche Konflikte übersetzen wollen. Für internationale Firmen ist das unbequem. Es kostet Nerven, Ansehen, Sicherheit und manchmal Geld.
Gerade deshalb ist die Standhaftigkeit von CAF wichtig. Wenn Unternehmen lernen, dass Vandalismus, Drohkulissen und Boykottkampagnen ausreichen, um Israel-Projekte zu stoppen, entsteht ein gefährlicher Präzedenzfall. Dann entscheidet nicht mehr Vertragstreue, Technik, Bedarf oder Recht, sondern politischer Druck auf der Straße. Heute trifft es Stadtbahnwagen. Morgen Forschungspartnerschaften. Danach Kultur, Sport, Medizin oder Software. Das Ziel bleibt dasselbe: Israel aus normalen internationalen Beziehungen herauszudrängen.
Dass NTA, das israelische Unternehmen hinter dem Tel Aviver Nahverkehrsausbau, gelassen reagiert, ist deshalb mehr als eine technische Mitteilung. Die Wagen werden repariert, der Bau geht weiter, die ersten Fahrzeuge sind bereits in Israel angekommen. Für die Menschen in Tel Aviv, Ramat Gan und Givataim zählt am Ende nicht die Pose vermummter Aktivisten, sondern ob die Bahn fährt. Genau darin liegt die stärkste Antwort auf BDS: Normalität. Eine Gesellschaft, die baut, fährt, arbeitet und ihr Leben organisiert, verweigert sich der Rolle des permanenten Angeklagten.
Die Jerusalemer Stadtbahn zeigt seit Jahren, wie heftig Verkehrsinfrastruktur politisiert werden kann. Für Israel ist öffentlicher Nahverkehr in Jerusalem Ausdruck städtischer Realität. Jerusalem ist die Hauptstadt des Landes, eine lebendige, komplizierte, historische und moderne Stadt zugleich. Wer dort Verkehrsprojekte grundsätzlich als illegitim bekämpft, will nicht nur über Linienführungen reden. Er stellt die israelische Präsenz in der eigenen Hauptstadt infrage. Auch deshalb ist die CAF-Debatte keine reine Unternehmensgeschichte.
Gleichzeitig sollte man die Lage nicht verklären. Der Druck wird weitergehen. BDS-Gruppen werden CAF nicht plötzlich in Ruhe lassen. Gewerkschaften werden neue Beschlüsse fassen, Aktivisten neue Aktionen planen, juristische Beschwerden werden weiter genutzt werden, um Unternehmen zu verunsichern. Aber dieser Fall zeigt auch, dass solche Kampagnen nicht automatisch gewinnen. Ein Konzern kann standhalten. Israelische Infrastrukturprojekte können weiterlaufen. Vandalismus kann repariert werden. Eine rote Farbschicht auf einem Zug ist hässlich, aber sie ist kein politischer Sieg.
Für Israel ist die Stadtbahn ein Zeichen von Zukunft. Für BDS ist sie ein Ziel, weil sie das Gegenteil der eigenen Erzählung zeigt. Israel ist nicht isoliert, nicht gelähmt, nicht aus der WeltwirtschaftStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen herausgedrängt. Internationale Firmen arbeiten weiter mit israelischen Partnern. Städte bauen weiter. Menschen steigen ein. Der Alltag lässt sich nicht so leicht boykottieren.
Der gescheiterte Druck auf CAF ist deshalb eine gute Nachricht. Nicht, weil jede Kritik an israelischer Politik verboten wäre. Sondern weil hier sichtbar wird, dass die Grenze zwischen Kritik und Delegitimierung längst überschritten ist. Wer Stadtbahnwagen für Tel Aviv zerstört, weil sie Israelis transportieren sollen, verteidigt keine Menschenrechte. Er bekämpft israelische Normalität. Und gerade diese Normalität ist es, die am Ende stärker sein muss als der Hass auf der Außenwand eines Zuges.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Freitag, 19. Juni 2026