„Frieden“ mit Chomeini-Fahnen: Berlins verstörendes Bündnis gegen Israel

„Frieden“ mit Chomeini-Fahnen: Berlins verstörendes Bündnis gegen Israel


Bei einer Berliner Demonstration gegen Krieg und Aufrüstung marschierten auch Akteure der israelfeindlichen Szene mit. Das JFDA dokumentierte Iran-Flaggen, Chomeini-Bilder und Angriffe auf israelische Gegendemonstranten.

„Frieden“ mit Chomeini-Fahnen: Berlins verstörendes Bündnis gegen Israel
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Unter dem Motto gegen Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg zogen am 3. Oktober nach Polizeiangaben rund 5.800 Menschen durch Berlin. Neben Gewerkschaften, BSW, Linken und DKP lief ein größerer propalästinensischer Block mit. Medien berichteten zudem von pro-russischen Positionen und Verschwörungsideologen am Rand der Demonstration.

Die Dokumentation des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen zeigt jedoch, wie weit Teile dieser angeblichen Friedenskoalition politisch gingen. Vertreten waren demnach die LAG PalästinaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen-Solidarität der Linken und Akteure des Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees. Das ist keine beliebige Solidaritätsgruppe: Nach Angaben des Berliner Verfassungsschutzes treten unter der Dachbezeichnung VPNK Anhänger von HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und PFLPPFLP: Marxistische Terrororganisation gegen IsraelDie PFLP ist eine 1967 gegründete marxistisch leninistische palästinensische Organisation. Sie lehnt Israel ab, setzt auf bewaffneten Kampf und wird von den USA und der EU als Terrororganisation geführt.Mehr lesen gemeinsam auf. Der Senat bezeichnet die dahinterstehenden Strukturen als verfassungsfeindlich. 


Ibrahim Ibrahim trat als Redner auf. Hannah Bruns von der LAG Palästina-Solidarität sprach und übernahm zeitweise die Moderation. Besonders deutlich wurde die politische Stoßrichtung bei einem weiteren Redner, der sich als Genosse von Bruns bezeichnete. Die Parole „From the river to the seaFrom the river to the sea: Die Parole gegen Israels Existenz„From the river to the sea“ bezeichnet das Gebiet vom Jordan bis zum Mittelmeer. In antiisraelischen Kontexten wird die Parole häufig als Forderung nach einem Palästina anstelle Israels verstanden.Mehr lesen“ sei, so seine Aussage, „nicht abstrakt“. Nach der Dokumentation des JFDA wurde im weiteren Zusammenhang deutlich, dass damit nicht lediglich palästinensische Selbstbestimmung gemeint war, sondern eine Ordnung ohne IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen als jüdischen Staat.

Zum Bild dieser „Friedensdemonstration“ gehörten zugleich Flaggen der Islamischen Republik Iran und Darstellungen Ruhollah Chomeinis. Auch andere Aufnahmen von der Demonstration zeigen iranische Regimeflaggen im propalästinensischen Block.

Besonders entlarvend war der Umgang mit Widerspruch. Einer israelischen Gegendemonstrantin wurde laut JFDA zugerufen: „You’re not even Jewish.“ Eine weitere einzelne Gegendemonstrantin wurde aus einer größeren Gruppe heraus umringt und bedrängt.

Wer Frieden zum politischen Anspruch erhebt, muss sich auch daran messen lassen, wen er unter diesem Banner marschieren lässt. Chomeini-Verehrung, Strukturen aus dem Umfeld von Hamas- und PFLP-Anhängern, die Infragestellung Israels und das Einschüchtern einzelner Gegner ergeben jedenfalls ein anderes Bild als das einer gewöhnlichen Friedensdemonstration.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Montag, 5. Oktober 2026

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