PFLP: Marxistische Terrororganisation gegen Israel

Die PFLP ist eine marxistische palästinensische Terrororganisation, die seit 1967 gegen Israel kämpft und durch Flugzeugentführungen weltweit bekannt wurde.

Die PFLP, ausgeschrieben Popular Front for the Liberation of Palestine, auf Deutsch Volksfront zur Befreiung Palästinas, ist eine 1967 gegründete palästinensische Organisation mit marxistisch leninistischer und arabisch nationalistischer Prägung. Sie entstand nach dem Sechstagekrieg aus dem Umfeld der Arab Nationalist Movement und wurde vor allem mit dem Namen George Habasch verbunden. Anders als islamistische Gruppen wie Hamas oder Islamischer Dschihad verstand sich die PFLP lange als revolutionäre, linke und antikoloniale Bewegung. Diese ideologische Sprache änderte jedoch nichts daran, dass sie Gewalt gegen Israel, israelische Zivilisten und westliche Ziele als politisches Mittel einsetzte. Genau deshalb wird sie von den USA und der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft.

Historisch gehört die PFLP zu den Organisationen, die den internationalen Terrorismus der späten 1960er und 1970er Jahre wesentlich prägten. Besonders bekannt wurde sie durch Flugzeugentführungen und Angriffe auf zivile Luftfahrt. Diese Aktionen sollten weltweite Aufmerksamkeit erzwingen und den israelisch palästinensischen Konflikt auf die internationale Bühne bringen. Für die Opfer bedeutete das jedoch keine politische Symbolhandlung, sondern Angst, Gewalt, Geiselnahme und Lebensgefahr. Die PFLP trug damit dazu bei, dass der Konflikt nicht nur an Israels Grenzen, sondern auch auf Flughäfen, in Flugzeugen und in westlichen Hauptstädten spürbar wurde.

Die Organisation lehnte politische Kompromisse mit Israel über Jahrzehnte ab. Sie stellte sich gegen den Oslo Prozess und gegen eine Zweistaatenlösung, weil sie das gesamte historische Mandatsgebiet Palästina beanspruchte. In ihrer Ideologie verband die PFLP sozialistische Revolutionsrhetorik mit dem Ziel, Israel als jüdischen Staat zu überwinden. Damit unterscheidet sie sich zwar in Sprache, Symbolik und politischer Herkunft deutlich von islamistischen Bewegungen, doch im Kern bleibt auch hier die Ablehnung jüdischer Selbstbestimmung im Zentrum. Aus israelischer Sicht ist diese Unterscheidung wichtig, aber nicht entlastend: Ob der Angriff religiös, nationalistisch oder marxistisch begründet wird, ändert nichts an der Gefahr für israelische Bürger.

Die PFLP war und ist Teil der palästinensischen politischen Landschaft. Sie gehörte zur Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, blieb aber innerhalb dieses Spektrums eine radikalere Kraft. Ihr Einfluss war zeitweise deutlich größer als heute. Während Fatah die palästinensische Nationalbewegung politisch dominierte und Hamas später als islamistische Massenorganisation in Gaza aufstieg, blieb die PFLP eine kleinere, aber ideologisch feste Kraft. Ihre Anhänger finden sich vor allem in bestimmten politischen Milieus, in Teilen der Diaspora und in linken antiisraelischen Netzwerken. Ihre Bedeutung liegt weniger in Massenmobilisierung als in Symbolik, Geschichte, internationaler Vernetzung und bewaffneter Tradition.

Zu den bekanntesten Führungsfiguren gehörten George Habasch, der die Organisation prägte, Abu Ali Mustafa, der später Generalsekretär wurde, und Ahmad Saadat. Abu Ali Mustafa wurde 2001 von Israel getötet. Ahmad Saadat wurde im Zusammenhang mit der Ermordung des israelischen Tourismusministers Rechavam Zeevi im Jahr 2001 bekannt. Die PFLP bekannte sich zu diesem Mord, den sie als Vergeltung für die Tötung Abu Ali Mustafas darstellte. Für Israel war die Tat ein weiterer Beleg dafür, dass die Organisation nicht nur historische Altlast der 1970er Jahre ist, sondern weiterhin tödliche Gewalt als politisches Werkzeug begreift.

Auch nach dem Aufstieg der Hamas blieb die PFLP in unterschiedlichen Zusammenhängen aktiv. Ihre bewaffneten Strukturen traten immer wieder in Erscheinung, teils im Zusammenhang mit Angriffen auf Israel, teils im Umfeld anderer palästinensischer Gruppen. Im Krieg nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 wurde die PFLP in Berichten als Teil des bewaffneten palästinensischen Lagers genannt, das an Kampfhandlungen gegen Israel beteiligt war. Die Organisation steht damit nicht außerhalb der Gewaltspirale, sondern ist Teil jenes Spektrums, das Israels Sicherheit seit Jahrzehnten bedroht.

Ein besonders sensibler Punkt ist die internationale Unterstützerszene der PFLP. In westlichen Ländern tritt diese Unterstützung nicht immer offen als Terrorunterstützung auf. Häufig wird sie in Sprache von Menschenrechten, Gefangenenhilfe, Antikolonialismus oder Solidarität mit Palästinensern eingebettet. Genau hier sehen Sicherheitsbehörden ein Problem: Organisationen, die nach außen als zivilgesellschaftlich oder humanitär erscheinen, können nach Einschätzung westlicher Behörden als Umfeld, Tarnstruktur oder Finanzierungsweg für terroristische Gruppen dienen. Die USA und Kanada gingen 2024 gegen das Netzwerk Samidoun vor und warfen ihm vor, als internationaler Unterstützungs und Finanzierungsarm der PFLP zu wirken.

Für die Einordnung der PFLP ist entscheidend, dass sie nicht mit Hamas gleichgesetzt werden sollte, aber auch nicht verharmlost werden darf. Hamas ist islamistisch, die PFLP marxistisch geprägt. Hamas wurde in Gaza zur Herrschaftsorganisation, die PFLP blieb kleiner und stärker ideologisch gebunden. Beide eint jedoch die Ablehnung Israels als jüdischer Staat und die Bereitschaft, Gewalt gegen Israel einzusetzen. Wer die PFLP lediglich als linke Befreiungsbewegung beschreibt, verschweigt ihre Anschlagsgeschichte, ihre Rolle im internationalen Terrorismus und ihre heutige Einstufung durch zentrale westliche Staaten.

Die PFLP zeigt, dass Terror gegen Israel nicht nur aus islamistischen Milieus kommt. Er kann religiös begründet sein, nationalistisch auftreten oder sich revolutionär und links nennen. Für Israel ist diese Unterscheidung im Alltag zweitrangig, wenn daraus Entführungen, Morde, Raketen, Schussangriffe oder Unterstützung für bewaffnete Gruppen entstehen. Die PFLP steht deshalb für einen Teil des Konflikts, der oft übersehen wird: Antizionistische Gewalt ist nicht an eine einzige Ideologie gebunden. Sie kann ihre Sprache ändern, ihre Symbole wechseln und sich neuen politischen Milieus anpassen. Ihr Ziel bleibt dennoch dasselbe, wenn sie Israel nicht als legitimen Staat anerkennt, sondern als Gegner, der beseitigt werden soll.

Quellen

  1. Britannica: Popular Front for the Liberation of Palestine britannica.com/topic/Popular-Front-for-the-Liberation-of-Palestine
  2. European Council on Foreign Relations: Popular Front for the Liberation of Palestine ecfr.eu/special/mapping_palestinian_politics/popular_front_for_the_liberation_of_palestine/
  3. U.S. Department of State: Foreign Terrorist Organizations state.gov/foreign-terrorist-organizations
  4. Council of the European Union: Sanctions against terrorism consilium.europa.eu/en/policies/sanctions-against-terrorism/
  5. U.S. Department of the Treasury: United States and Canada Target Key International Fundraiser for the PFLP home.treasury.gov/news/press-releases/jy2646
  6. PalQuest: The Popular Front for the Liberation of Palestine palquest.org/en/highlight/23332/popular-front-liberation-palestine-%E2%80%93-pflp

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