Trump verkauft einen Iran Deal als Sieg und Teheran spielt bereits auf Zeit


Trump will den Iran Krieg mit einer Unterschrift beenden. Doch Teheran widerspricht beim Zeitplan, Hormus bleibt gefährlich und Israel soll womöglich auf Sicherheit vertrauen.

Trump verkauft einen Iran Deal als Sieg und Teheran spielt bereits auf Zeit
Bildnachweis: Symbolbild

Donald Trump wollte immer der Präsident sein, der die besten Deals macht. Beim möglichen Abkommen mit Iran könnte genau dieses Selbstbild zu seinem größten Problem werden. Noch bevor etwas unterschrieben ist, wirkt der Deal wie eine Warnung: Trump drängt auf den großen Moment, Iran bremst beim Zeitplan, die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen bleibt ein Druckmittel, und die entscheidenden Fragen zu Uran, HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und Israels SicherheitStaatsräson: Bedeutung und Israels SicherheitStaatsräson meint ein grundlegendes Staatsinteresse, das als besonders wichtig für Bestand, Sicherheit oder Verantwortung eines Staates gilt. In Deutschland wird der Begriff häufig mit der Sicherheit Israels verbunden.Mehr lesen werden offenbar in spätere Gespräche verschoben. Wer so verhandelt, zeigt nicht Stärke. Er riskiert, Teheran genau das zu geben, was es nach den amerikanischen und israelischen Schlägen im Iran Krieg 2026 dringend braucht: Zeit.

Trump kündigte an, eine Vereinbarung könne am Sonntag unterzeichnet werden. Unmittelbar danach solle die Straße von Hormus wieder geöffnet werden. Dass dieser Termin ausgerechnet auf Trumps 80. Geburtstag fällt, macht die politische Inszenierung noch auffälliger. Es sieht nach einem Präsidenten aus, der einen außenpolitischen Erfolg präsentieren will. Doch Iran widersprach umgehend. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte laut iranischen Staatsmedien, es werde nicht am Sonntag unterzeichnet, sondern eher in den kommenden Tagen. Schon diese erste offene Unstimmigkeit zeigt, wie gefährlich voreiliger Jubel ist. Trump spricht vom Deal. Iran spricht von Abwarten. (reuters.com)

Das ist kein nebensächlicher Kalenderstreit. Es ist ein Machtspiel. Wer den Zeitpunkt kontrolliert, kontrolliert die Erwartung. Trump will Tempo. Iran will Spielraum. Pakistan meldet eine mögliche elektronische Unterzeichnung, Washington spricht von Fortschritt, Teheran lässt die Region warten. Genau so verhandelt ein Regime, das verstanden hat, dass die andere Seite den Abschluss politisch dringend braucht. Ein schlechter Dealmaker erkennt den Fehler oft erst, wenn der Gegner die Bedingungen längst verschoben hat.

Im Kern soll das Abkommen zunächst die Straße von Hormus wieder öffnen und die Waffenruhe stabilisieren. Für den Welthandel wäre das wichtig. Durch diese Meerenge laufen zentrale Energie und Güterströme. Öltanker und Frachtschiffe, die sich dort aufreihen, sind nicht nur Bilder einer angespannten Region, sondern Symbole globaler Verwundbarkeit. Iran weiß das. Teheran hat Hormus immer wieder als Hebel benutzt, um Druck auf Amerika, Europa und die Golfstaaten aufzubauen. Wer die Öffnung der Straße von Hormus als Erfolg feiert, muss deshalb fragen, welchen Preis Iran dafür erhält.

Genau hier beginnt das Problem. Nach den bisherigen Berichten sollen die schwierigsten Fragen erst nach einer Unterzeichnung in technischen Gesprächen behandelt werden: Irans Atomprogramm, Sanktionen, eingefrorene Vermögenswerte und der Umgang mit hoch angereichertem Uran. Das ist die falsche Reihenfolge. Erst müsste geklärt werden, wo das Uran liegt, wie viel vorhanden ist, wer Zugriff erhält und wie es überprüfbar verdünnt, entfernt oder zerstört wird. Danach kann man über Entlastung reden. Nicht vorher.

Trump behauptet, Iran werde keine Gelder erhalten und man werde zu gegebener Zeit die verschütteten Uran Vorräte bergen, verdünnen und vernichten. Das klingt hart. In Wirklichkeit ist es eine offene Frage. „Zu gegebener Zeit“ ist keine Sicherheitsgarantie. „Später“ ist kein Kontrollmechanismus. Und die Vorstellung, man könne nach einer politischen Entspannung irgendwann in Iran hineingehen und das Material herausholen, setzt voraus, dass Teheran dann kooperiert. Genau darauf sollte sich IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen nicht verlassen müssen.

Besonders alarmierend sind Berichte, wonach Iran Zugänge zu Uranbeständen gesichert, Tunnel zum Einsturz gebracht und Eingänge mit Sprengfallen versehen haben soll. Diese Angaben sind öffentlich nicht unabhängig überprüfbar, aber sie passen zur Logik des Regimes. Iran verhandelt nicht wie ein Staat, der seine gefährlichsten Mittel freiwillig aus der Hand geben will. Iran verhandelt wie ein Regime, das sein wichtigstes Druckmittel schützt, während es Zugeständnisse verlangt. Ein Deal, der in diesem Moment die Spannung senkt, ohne zuerst das Uranproblem zu lösen, wäre kein Triumph. Er wäre ein Vorschuss.

Auch die laufende Waffenruhe ist kein Beweis für Stabilität. Nach Angaben des US Regionalkommandos wurden in der Straße von Hormus erneut iranische Drohnen abgeschossen, während der Schiffsverkehr weiterlief. Wenn selbst während der Hoffnung auf ein Abkommen Drohnenangriffe gemeldet werden, darf niemand so tun, als sei die Gefahr bereits gebannt. Iran testet Grenzen. Und ein Präsident, der vor allem die Unterschrift will, macht es Teheran leichter, diese Grenzen auszutesten. (reuters.com)

Für Israel ist der mögliche Libanon Teil besonders gefährlich. Iran fordert offenbar, dass die Vereinbarung auf die Beendigung der Kampfhandlungen an allen Fronten abzielt, einschließlich Libanon. Dort kämpft Israel weiter gegen die Hisbollah, die nach dem Hamas Massaker7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen vom 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen den Norden Israels beschossen und den Libanon erneut zur Front iranischer Interessen gemacht hat. Wenn Teheran seine Terrororganisation in ein Abkommen hineinverhandelt, darf Washington das nicht als regionalen Ausgleich verkaufen. Das wäre ein Geschenk an Iran.

Die Hisbollah ist kein libanesischer Schutzwall. Sie ist Irans stärkster Hebel an Israels Nordgrenze. Israel meldete zuletzt Angriffe auf mehr als 70 Hisbollah Einrichtungen, darunter Abschussrampen und Gebäude. Zugleich gab es Luftalarm in israelischen Grenzorten wie Metula und Misgav Am nach mutmaßlichen Drohnenangriffen. Wer unter solchen Bedingungen Israel zur Zurückhaltung drängt, ohne die Hisbollah überprüfbar zu entwaffnen und Irans Unterstützung zu beenden, verlangt von Israel, das Sicherheitsrisiko einer amerikanisch iranischen Einigung zu tragen.

Genau hier zeigt sich Trumps mögliches Versagen. Er behandelt den Deal wie einen Abschluss, obwohl er bestenfalls der Beginn einer Prüfung wäre. Er spricht vom großen Erfolg, obwohl Iran den Zeitplan widersprüchlich kommentiert. Er verspricht die Öffnung von Hormus, obwohl diese Straße gerade deshalb so wichtig ist, weil Iran sie als Waffe benutzt. Er verweist auf spätere Uranbergung, obwohl die Kontrolle über dieses Uran die erste Bedingung sein müsste. Und er erwartet offenbar, dass Israel am Ende mitzieht, obwohl JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen nicht direkt am Tisch sitzt.

Für Washington kann ein Abkommen ein außenpolitischer Erfolg sein. Für Israel kann dasselbe Papier zur Sicherheitsfalle werden. Amerika kann den Krieg für beendet erklären, Märkte beruhigen und die Aufmerksamkeit auf den nächsten Gipfel lenken. Israel lebt mit den Folgen. Wenn Iran sein Uran rettet, zahlt Israel den Preis. Wenn die Hisbollah geschont wird, zahlen israelische Grenzorte den Preis. Wenn Teheran Geld, Zeit und politische Luft erhält, zahlt die ganze Region den Preis.

Ein guter Deal müsste anders aussehen. Kein Geld vor überprüfbarer Leistung. Keine technische Vertagung der Uranfrage. Keine Schonung der Hisbollah. Keine Lücke bei Raketen und Drohnen. Keine politische Bremse für Israels Selbstverteidigung. Keine Anerkennung für Iran, solange das Regime seine Macht über Atomdruck, Terrorarme und regionale Erpressung sichert. Alles andere wäre kein Sicherheitsabkommen, sondern eine Pause mit eingebauter Gefahr.

Trump kann sich als Dealmaker feiern lassen. Aber Iran ist kein normaler Verhandlungspartner. Teheran muss nicht sofort alles bekommen. Es reicht dem Regime, Zeit zu gewinnen, den Druck zu senken und seine wichtigsten Mittel zu retten. Genau deshalb ist dieser Moment so gefährlich. Der Iran Krieg 2026 hat gezeigt, dass Druck wirkt. Das Regime kam nicht an den Verhandlungstisch, weil es friedlich geworden ist, sondern weil es getroffen wurde. Wer diesen Druck zu früh löst, verschenkt den größten Hebel.

Ein schlechter Dealmaker feiert die Unterschrift. Ein gefährlicher Gegner nutzt die Pause.

Wenn der mögliche Trump Deal Iran nicht überprüfbar entwaffnet, sondern nur Hormus öffnet, spätere Gespräche verspricht und die Hisbollah politisch mitschleppt, dann ist er kein großer Erfolg. Dann ist er ein schlechter Deal. Und dann droht ausgerechnet der Präsident, der sich als Meister des Verhandelns inszeniert, Teheran den Raum zu geben, den Israel und die Region später teuer bezahlen müssen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 14. Juni 2026

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