Israel plant offensive Weltraumwaffen: Ziele auf der Erde sollen künftig aus dem All bekämpft werden können

Israel plant offensive Weltraumwaffen: Ziele auf der Erde sollen künftig aus dem All bekämpft werden können


Israel will seine militärischen Fähigkeiten im Weltraum massiv ausbauen. Neben Aufklärung und geschützter Kommunikation sollen erstmals auch offensive Systeme entwickelt werden.

Israel plant offensive Weltraumwaffen: Ziele auf der Erde sollen künftig aus dem All bekämpft werden können
Bildnachweis: Symbolbild / KI

IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen will den Weltraum zu einem eigenständigen militärischen Operationsraum ausbauen und dabei eine Grenze überschreiten, die das Land bislang öffentlich nicht überschritten hat. Nach israelischen Medienberichten sieht der neue mehrjährige Weltraumplan des Verteidigungsministeriums erstmals ein eigenes Budget für offensive Fähigkeiten vor. Dazu gehören Systeme zum Schutz israelischer Satelliten vor feindlichen Raumfahrzeugen, aber auch Waffen, mit denen Ziele auf der Erde direkt aus dem Weltraum bekämpft werden könnten.

Noch handelt es sich nicht um einsatzbereite Weltraumwaffen. Weder das Verteidigungsministerium noch die beteiligten Rüstungsunternehmen haben öffentlich erklärt, wie solche Systeme technisch aussehen sollen, welche Wirkung sie entfalten könnten oder wann mit einer Einsatzfähigkeit zu rechnen wäre. Auch die Höhe des dafür vorgesehenen Budgets wurde nicht genannt. Die entscheidende Nachricht liegt deshalb zunächst in der strategischen Entscheidung: Israel will sich nicht länger auf Satelliten zur Aufklärung und Kommunikation beschränken, sondern auch offensive Fähigkeiten im All entwickeln.

Das Programm wird gemeinsam von der Forschungs- und Entwicklungsdirektion MAFAT des Verteidigungsministeriums, den IDF und der israelischen Rüstungsindustrie vorbereitet. Laut Walla umfasst die Planung mehrere Ebenen. Die satellitengestützte Aufklärung soll so ausgebaut werden, dass Israel gleichzeitig mehrere Gebiete rund um die Uhr und unabhängig von Wetterbedingungen beobachten kann. Hinzu kommt eine widerstandsfähigere militärische Kommunikation. Der dritte Bereich ist neu und politisch wie militärisch der bedeutendste: offensive Operationen aus dem Weltraum.

Israel will einen Vorsprung schaffen, bevor Gegner aufholen

Verteidigungsminister Israel Katz sieht den Ausbau offenbar nicht als langfristiges Prestigeprojekt, sondern als strategische Notwendigkeit. Nach Angaben von Walla erklärte Katz in internen Beratungen, Israel müsse seine Fähigkeiten im Weltraum schnell und massiv ausbauen und einen deutlichen Abstand zu gegnerischen Staaten schaffen. Sein Ziel sei es, Israel unter die fünf weltweit führenden Staaten in diesem Bereich zu bringen.

Hinter dieser Strategie steht eine Erfahrung, die Israel in den vergangenen Kriegen gemacht hat. Satelliten sind längst kein Zusatzinstrument mehr, das gelegentlich Bilder für den militärischen Nachrichtendienst liefert. Sie sind zu einem permanenten Bestandteil der Operationsführung geworden.

Das Verteidigungsministerium erklärte bereits im Juli, dass die IDF-Einheit 9900 während der Operation "Roaring Lion" Weltraumfähigkeiten in einem bislang nicht erreichten Umfang eingesetzt habe. Generaldirektor Amir Baram sprach bei einem Besuch der Einheit von kampferprobten Fähigkeiten und erklärte, Israel plane bereits die Weltraumfähigkeiten der kommenden 20 bis 30 Jahre.

Ein Kernstück dieses Netzes bilden die israelischen Ofek-Satelliten. Ofek 19 wurde im September 2025 gestartet und arbeitet mit Synthetic Aperture Radar, kurz SAR. Anders als ein gewöhnlicher optischer Satellit ist ein solches System nicht auf Sonnenlicht angewiesen. Es kann auch nachts und durch Wolken hindurch hochauflösende Aufklärungsdaten liefern. Das israelische Verteidigungsministerium bezeichnete Ofek 19 bereits nach seinem Start als wesentlichen Schritt zur Sicherung der israelischen Überlegenheit im Weltraum.

Ofek 13 und Ofek 19 erhielten 2026 gemeinsam mit den beteiligten Einheiten und Unternehmen den Israel Defense Prize. Das Verteidigungsministerium begründete die Auszeichnung damit, dass die Satelliten jederzeit hochwertige und verlässliche Geheimdienstinformationen liefern könnten.

Für Avi Berger, den Leiter der Weltraumdirektion des Verteidigungsministeriums, ist Aufklärung allerdings nur ein Teil der nächsten Entwicklungsstufe. Israel müsse eine "Sicherheitsüberlegenheit im Weltraum" schaffen, damit die IDF auch dort Handlungsfreiheit behalte. Auf dieser Grundlage könnten weitere Wirkungen gegen unterschiedliche geografische Gebiete erzeugt werden, erklärte Berger gegenüber Walla.

Genau hier setzt der neue Plan offenbar an.

Israel will nicht nur sehen, was ein Gegner tut. Es will seine eigenen Satelliten gegen Angriffe schützen und langfristig die Möglichkeit besitzen, aus dem Weltraum selbst auf Ziele einzuwirken.

Was genau Israel entwickeln will, bleibt geheim

Der Begriff "Waffe aus dem Weltraum" lässt schnell an Science-Fiction oder nukleare Systeme denken. Dafür gibt es in den vorliegenden Berichten keinerlei Hinweis.

Walla und die JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post beschreiben lediglich die Fähigkeit, Ziele auf der Erdoberfläche aus dem Weltraum zu treffen. Ob dabei an kinetische Systeme, Raketen, Abfangwaffen, elektronische Angriffe oder völlig andere Technologien gedacht wird, wird nicht offengelegt. Ebenso wenig ist bekannt, ob Waffen dauerhaft im Orbit stationiert oder erst bei Bedarf eingesetzt werden sollen.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Israel hat bislang keine solche einsatzfähige Waffe präsentiert. Berichtet wird über ein Entwicklungsprogramm und eine strategische Zielsetzung, nicht über ein bereits vorhandenes orbitales Waffensystem.

Auch völkerrechtlich ist die Frage differenzierter, als der Begriff "Weltraumwaffe" vermuten lässt. Israel hat den Weltraumvertrag von 1967 ratifiziert. Der Vertrag verbietet ausdrücklich, Atomwaffen oder andere Massenvernichtungswaffen in eine Erdumlaufbahn zu bringen oder im Weltraum zu stationieren. Ein allgemeines Verbot sämtlicher konventioneller militärischer Systeme im Erdorbit enthält er dagegen nicht. Aktivitäten im Weltraum bleiben dennoch an das allgemeine Völkerrecht und die UN-Charta gebunden.

Die israelischen Pläne bedeuten daher nicht automatisch die Vorbereitung nuklearer Waffen im All. Für eine solche Behauptung gibt es keinerlei Grundlage.

Was sie zeigen, ist dennoch bemerkenswert: Israel betrachtet den Weltraum inzwischen ähnlich wie Luft, Land, See und Cyberraum als einen Bereich, in dem militärische Überlegenheit aktiv geschaffen und verteidigt werden muss.

Diese Entwicklung hat auch mit den Fähigkeiten möglicher Gegner zu tun. Iran verfügt längst über ein eigenes Weltraumprogramm und entwickelt Satelliten sowie Trägersysteme weiter. Berger bezeichnete Iran erst im Juli als vollwertigen Raumfahrtstaat und warnte davor, dessen Fortschritte zu unterschätzen. Israel plant seinerseits, seine Satellitenkonstellation in den kommenden Jahren erheblich zu vergrößern.

Damit verändert sich die militärische Konkurrenz im Nahen Osten grundlegend. Wer Satelliten eines Gegners stören, blenden oder zerstören kann, kann dessen Aufklärung und Kommunikation schwächen. Wer seine eigenen Systeme gleichzeitig schützen kann, behält einen erheblichen Vorteil. Wenn Israel darüber hinaus tatsächlich eine Fähigkeit entwickelt, Ziele auf der Erde direkt aus dem Weltraum anzugreifen, käme eine weitere strategische Ebene hinzu.

Für Jerusalem besitzt das einen offensichtlichen Reiz. Ein Weltraumsystem kennt nicht dieselben geografischen Beschränkungen wie ein Kampfflugzeug, benötigt keine Überflugrechte und könnte theoretisch weit entfernte Gebiete erreichen. Welche dieser Möglichkeiten technisch tatsächlich Teil des israelischen Programms werden, ist derzeit allerdings unbekannt.

Fest steht lediglich die Richtung.

Israel will seine bisherige Stärke bei Aufklärungssatelliten zu einer umfassenderen militärischen Weltraumfähigkeit ausbauen. Katz will das Land unter die führenden Weltraummächte bringen, MAFAT, IDF und Rüstungsindustrie arbeiten an den entsprechenden Programmen, und für offensive Systeme soll erstmals ein eigener finanzieller Rahmen geschaffen werden.

Damit beginnt für Israels Verteidigungspolitik ein neues Kapitel. Der Weltraum soll künftig nicht mehr nur das Auge der IDF sein.

Er soll im Ernstfall auch zu ihrem Operationsraum werden.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 28. August 2026

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