Hamas-Spitzenfunktionär leugnet das Massaker: Mord und Entführung seien nur „Fehler“
Ghazi Hamad hatte angekündigt, Hamas werde den 7. Oktober immer wiederholen. Vor Piers Morgan bestreitet er nun die dokumentierten Verbrechen seiner Terrororganisation, während er selbst geschützt in Katar lebt und seine Familie durch Luxus auffiel.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Ghazi Hamad behauptet, HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen habe am 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen keine Verbrechen begangen. Vielleicht seien einige „Fehler“ passiert, erklärte der hochrangige Funktionär der islamistischen Terrororganisation im Interview mit dem britischen Moderator Piers Morgan. Gemeint sind die Ermordung von rund 1.200 Menschen, die Verschleppung von 251 Geiseln, die Jagd auf Besucher des Nova-Festivals und die Angriffe auf Familien in israelischen Ortschaften.
Morgan ließ diese Verhöhnung der Opfer nicht unwidersprochen. Hamas-Terroristen hätten unbewaffnete Menschen erschossen, Zivilisten entführt und Menschen in ihren Häusern verbrannt. Die Behauptung, Hamas habe keine Verbrechen begangen, sei angesichts der Beweise lächerlich. Zahlreiche Täter hatten ihre Gräueltaten selbst gefilmt und die Aufnahmen noch während des Angriffs verbreitet.
Hamad blieb dennoch bei seiner Leugnung. Er sei sich vollständig sicher, dass Hamas niemals Verbrechen begangen habe. Möglicherweise sei etwas falsch gelaufen. Außerdem habe es keine Anweisung gegeben, Frauen, Kinder oder andere Zivilisten zu töten oder zu entführen.
Diese Verteidigung ist zynisch. Der 7. Oktober war keine aus dem Ruder gelaufene Demonstration und keine spontane Aktion einzelner Bewaffneter. Hamas plante den Grenzdurchbruch, stellte bewaffnete Einheiten bereit, griff israelische Ortschaften an und verschleppte Menschen in den GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen. Ihre Führung feierte den Angriff anschließend als historischen Erfolg.
Ausgerechnet Ghazi Hamad kündigte wenige Wochen nach dem Massaker an, Hamas werde den 7. Oktober ein zweites, drittes und viertes Mal wiederholen, bis IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen beseitigt sei. Damals sprach er nicht von Fehlern. Erst jetzt, da er vor einem westlichen Publikum mit ermordeten Kindern, entführten Familien und verbrannten Häusern konfrontiert wird, versucht er, die Verantwortung seiner Organisation verschwinden zu lassen.
Hamas will den Angriff feiern und die Verbrechen leugnen
Das Interview legt die Doppelstrategie der Hamas offen. Vor ihrem eigenen Publikum inszeniert sie den 7. Oktober als triumphalen Angriff gegen Israel. Gegenüber westlichen Medien behauptet sie, die Ermordung und Entführung von Zivilisten sei nie beabsichtigt gewesen.
Hamas beansprucht den militärischen und propagandistischen Erfolg, will aber nicht für die Leichen, die Geiseln und die zerstörten Familien verantwortlich sein. Was Stärke demonstrieren soll, gehört zur Organisation. Was als Terrorverbrechen verfolgt wird, soll plötzlich das Werk unbekannter Einzelner gewesen sein.
Morgan fragte Hamad auch, weshalb er sich darüber wundere, dass Hamas als Terrororganisation bezeichnet wird. Die Antwort liegt in ihren Taten. Hamas ermordete Zivilisten, nahm Geiseln, griff Wohnorte und ein Musikfestival an und verfolgt weiterhin das Ziel, Israel zu vernichten. Sie ist keine humanitäre Einrichtung, keine Menschenrechtsorganisation und keine gewöhnliche politische Partei. Sie ist eine islamistische Terrororganisation.
Dass Morgan selbst die israelische Kriegsführung im Gazastreifen wiederholt kritisiert hat, macht die Auseinandersetzung besonders deutlich. Selbst ein scharfer Kritiker Israels erkannte, dass keine politische Debatte die Verantwortung der Hamas für den 7. Oktober beseitigen kann. Kritik an Israel ist kein Freibrief für Terrorleugnung.
Als Hamad behauptete, die Entführung von Zivilisten sei nicht geplant gewesen, fragte Morgan, weshalb Hamas-Terroristen dann Babys, ältere Menschen und andere unbewaffnete Israelis in den Gazastreifen verschleppten. Eine überzeugende Antwort erhielt er nicht.
Stattdessen wich Hamad erneut auf die Lage der PalästinenserPalästinenser: Herkunft, Begriffswandel und politische IdentitätPalästinenser bezeichnet heute meist palästinensische Araber mit eigener nationaler Identität. In der Mandatszeit konnte der Begriff jedoch allgemein Bewohner des britischen Mandatsgebiets Palästina meinen, auch Juden.Mehr lesen aus. Doch kein politischer Konflikt rechtfertigt das Erschießen von Festivalbesuchern oder die Verschleppung eines Kindes. Wer solche Taten als mögliche Fehler beschreibt, übernimmt keine Verantwortung. Er versucht, das Verbrechen sprachlich zu verkleinern.
Geschützt in Katar, Luxus für die eigene Familie
Ghazi Hamad vertritt diese Terrorpropaganda nicht aus einem Schutzraum im Gazastreifen. Nach einem Bericht von Ynet verließ er das Gebiet bereits im August 2023, wenige Wochen vor dem Massaker. Seither gehört er zu der im Ausland geschützten Hamas-Führung, die den Palästinensern Kampf, Opferbereitschaft und Märtyrertum predigt, während sie selbst in Katar lebt.
Ein öffentlich überprüfbarer Nachweis über die genaue Höhe seines persönlichen Vermögens liegt nicht vor. Gut dokumentiert ist jedoch der Wohlstand seiner Familie. Ynet berichtete über eine aufwendige Geburtstagsfeier seines Sohnes Mohammed in Doha, internationale Reisen, teure Kleidung und Aufenthalte in Fünfsternehotels. Freunden soll der Sohn Reisen und kostspielige Unterhaltung bezahlt haben.
Palästinensische Kritiker warfen der Familie deshalb vor, einen Lebensstil zu führen, der in scharfem Gegensatz zur Armut vieler Menschen im Gazastreifen steht. Für die Bevölkerung bedeutet Hamas-Herrschaft Krieg, Zerstörung und wirtschaftliche Not. Die Familien der Führung genießen dagegen Schutz, Reisefreiheit und Wohlstand im Ausland.
Hamad ist dabei weit mehr als ein Fernsehsprecher. Das US-Finanzministerium setzte ihn im November 2024 auf die Sanktionsliste und bezeichnete ihn als langjährigen Hamas-Führer und autorisierten Sprecher der Organisation. Er beaufsichtigte zeitweise die Grenzübergänge des Gazastreifens. Diese wurden nach Angaben der amerikanischen Behörde auch für den Waffenschmuggel und für den Transport von Material zum Bau des Hamas-Tunnelsystems genutzt.
Sein eigener Familienkreis war ebenfalls mit dem bewaffneten Apparat der Hamas verbunden. Sein Sohn Abdallah wurde als Kämpfer der Kassam-Brigaden bezeichnet und in einem Tunnel unter Rafah getötet. Bei einer Trauerveranstaltung in Katar wurde er als Vorbild für den militärischen Arm der Organisation gewürdigt.
Ghazi Hamad spricht daher nicht als neutraler Beobachter und nicht als gewöhnlicher Politiker. Er spricht als sanktionierter Spitzenfunktionär einer Terrororganisation, die er seit Jahren politisch und propagandistisch vertritt.
Während die Angehörigen der Opfer ihre Toten begruben und Familien um verschleppte Menschen kämpften, lebte Hamad geschützt in Doha. Während die Bevölkerung im Gazastreifen die Folgen des von Hamas begonnenen Krieges trug, fiel seine Familie durch Reisen, Feiern und Luxus auf. Nun erklärt er vor einer westlichen Kamera, vielleicht seien einige Fehler geschehen.
Der 7. Oktober war kein Fehler. Er war ein geplanter terroristischer Massenangriff auf die israelische Zivilbevölkerung. Hamads Leugnung ist keine Friedensbotschaft und kein Versuch der Aufarbeitung. Sie ist Terrorpropaganda und eine erneute Verhöhnung der Ermordeten, der Überlebenden und der Geiseln.
Wer die Verbrechen nicht anerkennt, wird sie auch nicht glaubwürdig verhindern. Wer ihre Wiederholung angekündigt hat, kann nicht als verlässlicher Verhandlungspartner behandelt werden. Und wer aus der Sicherheit Katars Mord und Entführung zu Fehlern erklärt, zeigt die ganze moralische Verkommenheit der Hamas-Führung.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 4. August 2026