Trump sieht Kriegsziele erreicht doch Iran bleibt militärisch aktiv
Fünf Wochen nach Kriegsbeginn spricht Washington von einem nahen Ende. Raketen, Uran und regionale Netzwerke zeigen jedoch, dass zentrale Punkte offen sind.

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Knapp fünf Wochen nach Beginn der Angriffe von IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und den Vereinigten Staaten auf Iran erklärt US-Präsident Donald Trump erneut, der Krieg stehe kurz vor dem Ende. Die gesetzten Ziele seien weitgehend erreicht. Bereits am 28. Februar, wenige Stunden nach Beginn der Offensive, hatte Trump die Ziele klar formuliert: die unmittelbare Bedrohung durch das iranische Regime beseitigen, das Raketenarsenal zerstören, die Marine ausschalten und verhindern, dass Iran jemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt.
Eine Gegenüberstellung dieser Ziele mit der aktuellen Lage zeigt ein deutlich differenzierteres Bild.
Beim Raketenprogramm wurden erhebliche Fortschritte erzielt. Israelische und amerikanische Streitkräfte zerstörten zahlreiche Raketen sowie Abschussanlagen. Nach israelischen Angaben wurden rund 70 Prozent der Startsysteme ausgeschaltet. Dennoch feuert Iran weiterhin Raketen auf Israel. Die Intensität hat deutlich abgenommen, von Dutzenden Geschossen pro Angriff zu Beginn des Krieges auf nur noch wenige pro Salve. Die Bedrohung ist damit reduziert, aber nicht beseitigt. Iran setzt zudem weiterhin Drohnen ein und kann Angriffe zeitlich gezielt platzieren.
Auch die Marine wurde schwer getroffen. Bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn zerstörten amerikanische Streitkräfte mehrere iranische Schiffe im Golf von OmanStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen. Später folgten weitere Angriffe, auch außerhalb des Persischen Golfs. Insgesamt sollen mehr als 150 Schiffe beschädigt oder zerstört worden sein. Dennoch bleibt die strategische Lage angespannt. Die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen ist weiterhin ein Unsicherheitsfaktor. Die Route ist nicht vollständig gesichert, und die Gefahr durch Minen sowie mögliche Einschränkungen des Schiffsverkehrs besteht weiter. Iran prüft zudem Maßnahmen, die Kontrolle über den Transit auszubauen.
Ein weiteres zentrales Ziel war die Schwächung iranisch unterstützter Kräfte in der Region. Auch hier zeigt sich ein gemischtes Bild. Milizen im Irak greifen weiterhin amerikanische Ziele an, darunter diplomatische Einrichtungen. Die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen trat früh in den Konflikt ein, trotz israelischer Einschätzungen, die Bedrohung aus dem Norden sei bereits reduziert worden. Auch die HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen im Jemen beteiligten sich später am Konflikt und feuerten Raketen auf Israel. Ihre Angriffe bleiben begrenzt, zeigen aber, dass das Netzwerk weiterhin funktioniert.
Die größte Diskrepanz besteht beim Atomprogramm. Zwar wurden wichtige Anlagen angegriffen, darunter Natanz und Isfahan. Die Schäden werden als erheblich beschrieben. Dennoch bleibt der entscheidende Faktor bestehen: Iran verfügt weiterhin über etwa 440 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran. Dieses Material kann relativ schnell weiter angereichert werden und gilt als ausreichend für mehrere Nuklearwaffen.
Diskutiert wurden verschiedene Optionen, um dieses Material zu sichern. Eine Bodenoperation wird als militärisch riskant eingeschätzt. Verhandlungen über eine Übergabe oder Verlagerung des Materials scheiterten bislang. Stattdessen wurde versucht, durch Angriffe auf Tunnelanlagen den Zugang zu erschweren und das Material faktisch zu isolieren.
Trump selbst hat die Bedeutung dieses Punktes zuletzt relativiert und erklärt, das Uran sei schwer zugänglich und daher aktuell kein vorrangiges Problem. Gleichzeitig forderte er erneut einen politischen Umbruch im Iran. Eine breite Bewegung in diese Richtung ist jedoch bislang nicht sichtbar.
Auch die Einschätzung eines bereits erfolgten Machtwechsels bleibt umstritten. Zwar wurden Teile der Führung getroffen, doch mit Mojtaba Khamenei steht weiterhin eine Figur an der Spitze, die den bisherigen politischen Kurs fortführt.
Die Bedrohungslage bleibt daher bestehen. Iranische Vertreter kündigen weiterhin eine Fortsetzung der Angriffe an und drohen mit einer Ausweitung des Konflikts. Parallel reagieren die Märkte sensibel auf jede neue Entwicklung. Die Ölpreise stiegen zuletzt deutlich an, was die Unsicherheit über den weiteren Verlauf unterstreicht.
Die Bilanz nach fünf Wochen fällt damit widersprüchlich aus. Militärische Erfolge sind sichtbar und haben die Fähigkeiten Irans in mehreren Bereichen eingeschränkt. Gleichzeitig bestehen zentrale Elemente der Bedrohung weiterhin fort. Der Krieg hat sich verändert, aber er ist nicht beendet.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 2. April 2026