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Trump plant den Schlag gegen Irans Stromnetz


Kraftwerke, Raffinerien und möglicherweise die Stromversorgung Teherans stehen auf der amerikanischen Zielliste. Während Washington über die Einsatzfreigabe streitet, droht Iran mit Angriffen auf Israel und die Energieanlagen der USA.

Trump plant den Schlag gegen Irans Stromnetz
Bildnachweis: U.S. Marine Corps photo by Sgt. Joealfred Damaso

Iran steht möglicherweise unmittelbar vor der härtesten amerikanischen Angriffswelle seit Beginn des Krieges. Nach übereinstimmenden Berichten werden in Washington Angriffe auf Kraftwerke, Raffinerien und weitere Teile der iranischen Energieversorgung vorbereitet. Die Operation könnte bereits an diesem Wochenende beginnen und mehrere Tage dauern. Das Ziel wäre nicht mehr allein die Zerstörung von RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, Waffenlagern, Häfen oder militärischen KommandozentrenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen. Diesmal soll das Regime dort getroffen werden, wo es seinen Krieg mit Energie versorgt, seine Streitkräfte am Laufen hält und seine Macht über das Land absichert.

Über die endgültige Freigabe gibt es am Samstagmorgen allerdings widersprüchliche Angaben. Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf amerikanische Regierungsvertreter, Präsident Donald Trump habe dem Militär bereits den Befehl zu einer neuen Angriffskampagne gegeben. CBS meldet dagegen, die Pläne seien weit fortgeschritten, Trump habe aber noch keinen abschließenden Einsatzbefehl erteilt. Eine mögliche Erklärung für den Widerspruch ist, dass der Präsident den Operationsplan grundsätzlich genehmigt hat, die konkrete Auslösung der Angriffe jedoch weiter von der diplomatischen Entwicklung und der Lage im Persischen Golf abhängig macht. Sicher ist: Die Streitkräfte sind vorbereitet, die Ziele wurden beraten und Trump hat öffentlich angekündigt, Iran sehr hart treffen zu wollen.

Bei einer Kabinettssitzung am Freitag in Camp David wurde der Plan nach Angaben mehrerer informierter Quellen ausführlich besprochen. Im Weißen Haus soll es dabei auch Widerstand gegeben haben, insbesondere von politischen Beratern, die vor den wirtschaftlichen Folgen einer groß angelegten Zerstörung iranischer Energieanlagen warnten. Nach dem Bericht von CBS wurde sogar erwogen, die Stromversorgung Teherans zu unterbrechen. Eine endgültige Entscheidung darüber war am Freitagnachmittag noch nicht gefallen. Das Pentagon erklärte lediglich, es werde mögliche Ziele vor einer Entscheidung des Präsidenten nicht öffentlich erörtern, sei jedoch bereit, seine Weisungen jederzeit umzusetzen.

Die Planer beschäftigen sich offenbar auch mit dem Zeitpunkt. Ein Teil der Beratungen drehte sich darum, die Operation möglichst vor der Öffnung der Finanzmärkte am Montag abzuschließen. Angriffe auf Raffinerien und Kraftwerke könnten die Ölpreise sprunghaft steigen lassen, den Schiffsverkehr im Persischen Golf weiter belasten und die bereits gestörten Lieferketten verschärfen. Eine feste zeitliche Begrenzung gibt es nach dem CBS-Bericht jedoch nicht.

Israel hält sich öffentlich bedeckt

Mehrere amerikanische Quellen erklärten gegenüber CBS, IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen sei über die Vorbereitungen informiert und stimme sich mit dem amerikanischen Militär ab. Ein israelischer Regierungsvertreter widersprach dieser Darstellung jedoch ausdrücklich. Israel wisse nichts von einer Entscheidung zur Wiederaufnahme umfassender Kampfhandlungen und sei auch nicht zur Teilnahme an neuen Militäraktionen aufgefordert worden. Dieser Widerspruch kann tatsächliche Meinungsverschiedenheiten widerspiegeln. Ebenso möglich ist, dass JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen vor einer möglichen Operation bewusst keine Angaben zur militärischen Zusammenarbeit macht.

Fest steht, dass Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Trump bei ihrem Treffen Anfang der Woche drei militärische Möglichkeiten für das weitere Vorgehen gegen Iran vorgestellt haben soll. Eine davon konzentrierte sich auf die Unterbrechung der Landwege, über die das Regime Waffen, Ersatzteile und Nachschub an seine Streitkräfte und Terrorverbündeten transportiert. Netanjahu traf während des Besuchs außerdem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth.

Für Israel wäre eine Zerschlagung iranischer Energie- und Logistikstrukturen militärisch bedeutsam. Das iranische Regime benötigt Strom und Treibstoff für seine Kommandozentren, Radarstellungen, Raketenproduktion, Drohnenindustrie, Häfen und militärischen Transporte. Irans Stromerzeugung beruht überwiegend auf Erdgas. Die große Raffinerie Persian Gulf Star verarbeitet Kondensat aus dem Gasfeld South Pars und besitzt nach Angaben der amerikanischen Energiebehörde eine Verarbeitungskapazität von rund 420.000 Barrel am Tag. Ein Ausfall solcher Anlagen würde nicht nur die Wirtschaft treffen, sondern auch die Fähigkeit des Regimes beeinträchtigen, einen langen Krieg zu führen.

Zugleich muss zwischen militärisch genutzter Energieversorgung und Anlagen unterschieden werden, deren Zerstörung vor allem die Zivilbevölkerung treffen würde. Ein landesweiter Stromausfall könnte Krankenhäuser, Wasserversorgung, Kühlung und Kommunikation beeinträchtigen. Gerade deshalb ist die genaue Auswahl der Ziele entscheidend. Die militärische Absicht besteht nach Angaben eines früheren amerikanischen Offiziers darin, die Fähigkeit des Regimes zu schwächen, seine Streitkräfte zu versorgen und das Land wirksam zu kontrollieren. Eine unterschiedslose Zerstörung der iranischen Stromversorgung wäre dagegen weder notwendig noch klug.

Die geplante Angriffswelle kommt nicht aus dem Nichts. Trump hatte Iran bereits am 22. Juli gewarnt, für jeden iranischen Angriff auf ein Schiff in der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen werde eine iranische Brücke oder ein Kraftwerk zerstört. Zuvor hatte er angekündigt, im Fall eines Scheiterns der Verhandlungen sämtliche iranischen Kraftwerke und wichtige Verkehrsverbindungen ausschalten zu können. Nun steht das Regime erneut im Verdacht, Tanker anzugreifen und die freie Durchfahrt durch die wichtigste Energiestraße der Welt verhindern zu wollen.

Am frühen Samstag erklärte Iran, eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus sei wegen der amerikanischen Militäraktionen nicht möglich. Die Revolutionsgarde behauptete zugleich, zwei Öltanker angegriffen und gestoppt zu haben. Vier weitere Schiffe hätten daraufhin ihren Kurs geändert. Vor der Küste Omans meldete ein Tanker einen Treffer durch ein unbekanntes Geschoss, das den Maschinenraum beschädigt habe. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Kuwait teilte außerdem mit, seine Luftabwehr habe iranische Drohnen abgefangen.

Bereits am 28. Juli hatten amerikanische und saudische Kampfflugzeuge nach Angaben des US-Zentralkommandos Waffen- und Logistikstandorte iranisch gelenkter Terrorgruppen im Osten des Irak angegriffen. CENTCOM begründete den Einsatz mit mehr als 30 von der Revolutionsgarde gesteuerten Drohnenangriffen innerhalb von 72 Stunden gegen amerikanische Kräfte und saudische Energieanlagen. Das amerikanische Militär erklärte zudem, von Februar bis April habe es mehr als 600 versuchte Angriffe iranisch verbündeter Milizen auf amerikanische Bürger und Einrichtungen gegeben.

Teheran droht mit einem Krieg gegen die Energieversorgung

Iran reagierte auf die Berichte nicht mit einem Dementi, sondern mit einer offenen Drohung. Ein hochrangiger iranischer Sicherheitsvertreter erklärte über die regimenahe Nachrichtenagentur Tasnim, Teheran habe einen umfassenden Vergeltungsplan vorbereitet. Dieser richte sich gegen lebenswichtige Infrastruktur in Israel und gegen amerikanische Energieanlagen in der gesamten Region. Iran sei bereit, den Plan umzusetzen.

Damit bestätigt das Regime selbst, warum seine militärische Infrastruktur nicht unangetastet bleiben kann. Teheran droht nicht allein mit Angriffen auf amerikanische oder israelische Militärstützpunkte. Es kündigt die gezielte Ausweitung des Krieges auf Energieanlagen an, von denen Millionen Menschen in Israel und den arabischen Golfstaaten abhängig sind. Solche Angriffe könnten Raffinerien, Gasanlagen, Stromnetze, Häfen und Anlagen zur Meerwasserentsalzung treffen. Iran versucht damit, die gesamte Region erpressbar zu machen.

Trump will diesen Kreislauf offenbar durchbrechen, indem er nicht länger nur iranische Abschussrampen zerstören lässt, sondern die Grundlagen angreift, aus denen das Regime seine militärische Macht bezieht. Seine Rechnung ist einfach: Wenn die Kosten für Teheran hoch genug werden, soll die Führung zu einem Abkommen gezwungen werden. In Camp David sagte Trump, die USA würden Iran so hart treffen, dass das Regime irgendwann erklären werde, es könne die Belastung nicht länger ertragen. Zugleich wiederholte das Weiße Haus, Iran werde unter seiner Präsidentschaft keine Atomwaffe erhalten.

Ob diese Strategie funktioniert, ist offen. Angriffe auf Energieanlagen können die Revolutionsgarde erheblich schwächen, aber sie können ebenso eine weitere iranische Vergeltungswelle auslösen. Teheran verfügt trotz der bisherigen Verluste weiterhin über Raketen, Drohnen, Cyberfähigkeiten und verbündete Terrorgruppen. Die Führung setzt darauf, Israel, die Golfstaaten und die Vereinigten Staaten durch eine Ausweitung des Krieges wirtschaftlich und politisch zu ermüden.

Für Israel ist Zurückhaltung deshalb nur dann sinnvoll, wenn sie zu einem überprüfbaren Ende der iranischen Bedrohung führt. Das Regime hat wiederholt Verhandlungen benutzt, um Zeit zu gewinnen, seine militärischen Fähigkeiten zu erhalten und neue Bedingungen für die Straße von Hormus zu stellen. Es greift Schiffe, amerikanische Stützpunkte und Energieanlagen an und droht gleichzeitig Israel mit der Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur. Ein Abkommen, das diese Gefahr nicht beseitigt, wäre keine Lösung, sondern nur die Vorbereitung der nächsten Angriffswelle.

Noch sind keine neuen Angriffe auf iranische Kraftwerke oder Raffinerien bestätigt. Doch die militärischen Vorbereitungen sind weit fortgeschritten, der Präsident hat seine Absicht öffentlich gemacht, und das Wall Street Journal berichtet bereits von einem erteilten Befehl. Iran hat nun die Wahl, ob es seine Angriffe beendet und ernsthafte Zugeständnisse macht oder die Energieversorgung des Regimes selbst zum Schlachtfeld werden lässt.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 1. August 2026

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