„Wir haben den Krieg beendet“ – Trump verkündet Waffenruhe und Rückkehr der Geiseln


Donald Trump erklärt in Washington das Ende des Gaza-Krieges und spricht von einem „Tag großer Freude“ für Israel. Doch zwischen diplomatischem Triumph und politischem Kalkül bleibt eine Frage offen: Wird diese Vereinbarung wirklich Frieden bringen – oder nur eine Pause vor dem nächsten Sturm?

„Wir haben den Krieg beendet“ – Trump verkündet Waffenruhe und Rückkehr der Geiseln

Im Weißen Haus trat Donald Trump am Donnerstagabend vor die Presse – als Mann, der sich als Friedensstifter sieht. Nach zwei Jahren Krieg zwischen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen verkündete der US-Präsident die Unterzeichnung des Abkommens, das in Ägypten ausgehandelt wurde. „Wir haben den Krieg beendet“, sagte Trump. „Ich hoffe, dass wir einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten erreichen, der die Rückkehr aller Geiseln garantiert. Das wird ein Tag großer Freude.“

Die israelische Regierung berät derzeit in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen über die Ratifizierung des Abkommens. Der Sicherheitskabinett tagte bereits, die Regierungssitzung zur endgültigen Zustimmung ist für 20 Uhr angesetzt. Nach israelischen Angaben sollen die Geiseln – darunter 20 Überlebende und 28 Getötete – bis spätestens Dienstag übergeben werden.

Ein Ende mit vielen Bedingungen

Trump betonte, dass die Vereinbarung nur der „erste Schritt eines großen Friedensplans“ sei. „Alle arabischen Staaten werden an der Unterzeichnung teilnehmen“, sagte er. „Das ist ein historischer Moment. Es sind Allianzen entstanden, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären.“

Die Einigung sieht eine sofortige Waffenruhe, eine teilweise israelische Truppenrückführung und den Beginn eines umfassenden Gefangenenaustauschs vor. Die Hamas erklärte, sie habe dem „endgültigen Waffenstillstand“ zugestimmt – unter der Bedingung, dass Israel sich vollständig aus jenen Gebieten zurückzieht, die die Organisation als „palästinensisches Land“ definiert. Das umfasst nach Hamas-Logik nicht nur den GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, sondern auch Judäa, SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen und Ostjerusalem – also das gesamte Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan.

Damit wird deutlich, was viele israelische Beobachter mit Sorge sehen: Die Hamas betrachtet den Waffenstillstand nicht als Friedensschluss, sondern als taktische Etappe. Ihr Ziel bleibt die Auflösung Israels, nicht das Nebeneinander zweier Staaten.

Trumps Optimismus und Israels Skepsis

Trump sprach mit sichtbarer Genugtuung. „Es ist ein außergewöhnliches Abkommen, ein Erfolg, den bisher niemand erreicht hat“, erklärte er. Er lobte Katar, Ägypten und Jordanien für ihre Vermittlungsrolle und bedankte sich ausdrücklich bei Recep Tayyip ErdoÄŸan. Auch mit dem Iran, so Trump, sei „eine neue Chance für Stabilität“ entstanden.

In Israel wird die Nachricht indes mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Einerseits überwiegt Erleichterung: Nach 734 Tagen Krieg soll das Töten aufhören, Familien hoffen auf die Rückkehr ihrer Liebsten. Andererseits weiß man in Jerusalem, dass Hamas-Versprechen selten halten. Israelische Offizielle betonen, man bleibe wachsam: „Frieden beginnt nicht mit Unterschriften, sondern mit Vertrauen – und das gibt es mit Hamas nicht.“

Die israelische Armee bereitet sich dennoch auf die Umsetzung des Abkommens vor, während die politische Debatte bereits begonnen hat: Was bedeutet dieser „Frieden“, wenn die andere Seite den jüdischen Staat weiterhin nicht anerkennt?

Ein Moment zwischen Hoffnung und Realität

Trump kündigte an, „nach Möglichkeit selbst nach Ägypten oder Israel“ zu reisen, um bei der offiziellen Unterzeichnung anwesend zu sein. „Es ist der Beginn einer neuen Ära“, sagte er. Doch selbst in seiner Euphorie sprach er einen Satz, der wie ein ungewolltes Eingeständnis klang: „Das Wichtigste ist, dass die Geiseln nach Hause kommen.“

Damit trifft Trump – vielleicht ohne es zu wollen – den wunden Punkt: Es geht nicht um einen echten Frieden, sondern um menschliche Rettung nach unermesslichem Leid. Für Israel bleibt die moralische Bilanz klar: Kein Abkommen kann den 7. Oktober ungeschehen machen. Aber vielleicht kann es verhindern, dass sich solch ein Tag wiederholt.

Die Welt hört erleichtert auf, wenn das Wort „Waffenruhe“ fällt. Doch für Israel ist das nur ein anderer Name für Wachsamkeit. Solange in Gaza Terroristen den Begriff „Befreiung“ mit der Vernichtung Israels verwechseln, ist jeder Frieden nur geliehen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 9. Oktober 2025

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