Israel bietet mehr – aber keine Kapitulation: Waffenruhe ja, Kriegsende nein


Während Donald Trump von „großen Fortschritten“ spricht, bleibt Israels Haltung gegenüber der Hamas unmissverständlich. Es gibt Bewegung – aber keine Illusionen.

Israel bietet mehr – aber keine Kapitulation: Waffenruhe ja, Kriegsende nein

Ein neuer israelischer Vorschlag liegt auf dem Tisch. Er beinhaltet eine sechzig Tage währende Waffenruhe im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen und nähert sich in mehreren Punkten den Forderungen der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen. Doch eine Bedingung bleibt für Premierminister Netanjahu unantastbar: ein offizielles Ende des Krieges wird es nicht geben. Nicht jetzt, nicht als Teil einer Vereinbarung zur Freilassung der Geiseln.

Der Hintergrund ist komplex – und er reicht weit über Gaza hinaus. Nach dem Zwölftagekrieg mit dem Iran, der mit einer überraschend raschen Waffenruhe endete, hoffen viele in IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen, insbesondere die Familien der Geiseln, auf einen Dominoeffekt. Sie glauben, dass auch im Gazastreifen nun Bewegung möglich ist. Doch die Regierung in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen macht klar: Diese Hoffnung ist menschlich – aber politisch unbegründet.

Fortschritte – mit angezogener Handbremse

Der neue Vorschlag an die Hamas reduziert die Zahl der in der ersten Woche freizulassenden lebenden Geiseln von zehn auf acht. Eine kleine Veränderung – doch sie signalisiert Gesprächsbereitschaft. Die sechzig Tage Waffenruhe, die Israel anbietet, sind ebenfalls nicht selbstverständlich. Sie sollen Raum schaffen für echte Verhandlungen über ein weitergehendes Abkommen – jedoch nur unter klaren Bedingungen.

Denn gleichzeitig bleibt Israels Haltung eindeutig: Ein „Kriegsende“ als Vorbedingung für Gespräche wird es nicht geben. Keine formelle Anerkennung einer langfristigen Waffenruhe, kein politisches Geschenk an die Hamas, das als Sieg verkauft werden könnte.

Ein hochrangiger israelischer Beamter brachte es auf den Punkt: „Die einzige Garantie, die die Hamas bekommt, ist die, dass wir verhandeln – wenn sie es ernst meint.“ Mehr nicht.

Trump interveniert – aber Israel bleibt vorsichtig

Donald Trump, erneut Präsident der Vereinigten Staaten, erklärte heute Morgen, es gebe „große Fortschritte in der Gaza-Frage“. Es ist ein Satz, der Hoffnung wecken kann – oder falsche Erwartungen. Denn obwohl Trump sich aktiv engagiert, besonders durch seinen Sondergesandten Steve Witkoff, bleibt die US-Rolle im Gazakonflikt anders als im Fall Iran.

Dort hatte der Präsident selbst direkt Einfluss genommen – mit sichtbarem Erfolg. In Gaza jedoch lässt er handeln, und das mit Bedacht. Auch sein Verhandlungsführer in Ägypten, Beshara Bahbah, zeigt sich optimistisch und spricht von einer möglichen Einigung innerhalb weniger Tage. Doch auch er weiß: Ohne Bewegung auf beiden Seiten bleibt es bei Andeutungen.

Das Leid der Geiselfamilien – und die Grenzen der Hoffnung

Die Familien der entführten Israelis klammern sich an jede Entwicklung. Sie sehen in der Einigung mit dem Iran ein Modell – eine Öffnung, ein Anfang. Sie hoffen, dass internationale Vermittlung, amerikanischer Druck und israelische Flexibilität zusammen einen Durchbruch erzwingen können. Und ihre Hoffnung ist nicht naiv: Sie kennen das Leiden, sie kennen die Spielräume der Politik.

Doch Jerusalem bleibt kühl – nicht herzlos, aber klar: Die Arenen sind getrennt. Der Zwölftagekrieg gegen den Iran war eine strategische Antwort auf eine äußere Bedrohung. Die Hamas in Gaza jedoch bleibt eine direkte, tägliche Herausforderung – politisch, militärisch, emotional. Und ihr gegenüber wird Israel keine Versprechungen machen, die seine Sicherheit langfristig gefährden könnten.

Kein Frieden um jeden Preis

In der Geschichte Israels gab es viele Phasen des Hoffens – und viele Momente der Ernüchterung. Diese neue Phase der Verhandlungen könnte ein Wendepunkt sein. Doch sie darf nicht verwechselt werden mit einem plötzlichen Kurswechsel. Israel zeigt sich bereit, über Modalitäten zu sprechen – aber nicht über Kapitulation. Die Regierung bleibt standhaft in ihrer Überzeugung, dass ein erzwungener Frieden mit der Hamas nicht Frieden bringt, sondern nur Aufschub.

Donald Trump mag sich über Fortschritte freuen. Die Weltöffentlichkeit mag auf eine Lösung hoffen. Und die Geiselfamilien haben jedes Recht, auf Bewegung zu drängen. Doch am Ende ist es Israel, das entscheidet, wann eine Verhandlung möglich ist – und wann nicht. Nicht aus Sturheit, sondern aus Verantwortung.

Waffenruhe – ja. Menschenleben retten – unbedingt. Aber Frieden auf Kosten der Wahrheit? Das wird es nicht geben.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 25. Juni 2025

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