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Nach der Frage nach ihrer Herkunft: Israelische Urlauber in Budva brutal zusammengeschlagen


Mehr als zehn Angreifer sollen eine israelische Reisegruppe in Montenegro getreten, geschlagen und mit Stühlen beworfen haben. Ein Mann erlitt einen Kieferbruch, ein weiteres Opfer verlor das Bewusstsein. Zuvor sollen „Free Palestine“-Rufe gefallen sein.

Nach der Frage nach ihrer Herkunft: Israelische Urlauber in Budva brutal zusammengeschlagen
Bildnachweis: Pixabay / Symbolbild

Eine Gruppe israelischer Urlauber ist in der montenegrinischen Küstenstadt Budva nach eigenen Angaben von mehr als zehn jungen Männern brutal angegriffen worden. Mindestens ein Israeli erlitt einen Kieferbruch. Ein weiteres Mitglied der Gruppe verlor infolge der Schläge zeitweise das Bewusstsein.

Der Angriff ereignete sich bereits am vergangenen Samstagabend, wurde jedoch erst mehrere Tage später durch einen Bericht des israelischen öffentlich-rechtlichen Senders KAN bekannt. Einer der Betroffenen schilderte, die Gruppe habe sich an der Strandpromenade von Budva aufgehalten, als zunächst vier Männer auf sie zugekommen seien.

Die Unbekannten hätten auf Englisch gefragt, aus welchem Land die Urlauber stammten. Als diese IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen nannten, sollen die Männer „Free PalestinePalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen“ gerufen und die Israelis angegriffen haben.

Nach Darstellung des Betroffenen entfernten sich die vier Männer zunächst, kehrten jedoch wenig später mit weiteren Personen zurück. Schließlich habe die Gruppe der Angreifer aus etwa zehn bis 15 jungen Männern bestanden.

Mit Zigaretten, Tritten und Stühlen angegriffen

„Sie begannen, uns zu beschimpfen und zu bedrohen“, berichtete einer der Israelis. Die Urlauber hätten zunächst nicht auf die Provokationen reagiert.

Daraufhin sei die Gewalt eskaliert. Einer der Angreifer soll eine brennende Zigarette auf dem Körper eines Israelis ausgedrückt haben. Anschließend seien Mitglieder der Gruppe geschlagen, getreten und mit Stühlen beworfen worden.

Mehrere Israelis versuchten dem Bericht zufolge, in unterschiedliche Richtungen zu fliehen. Einige seien zu Boden geschlagen und anschließend weitergetreten worden.

Ein Opfer erlitt einen Kieferbruch. Eine weitere Person wurde nach Angaben des Zeugen so schwer geschlagen, dass sie das Bewusstsein verlor. Ob weitere Mitglieder der Reisegruppe verletzt wurden und wie viele von ihnen medizinisch behandelt werden mussten, ist bislang nicht abschließend bekannt.

Auch zu möglichen Festnahmen oder Ermittlungsverfahren liegt noch keine öffentlich auffindbare Erklärung der montenegrinischen Polizei vor. Die Behörden haben bislang ebenfalls nicht mitgeteilt, ob sie den Angriff als politisch oder antisemitischAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen motivierte Gewalttat untersuchen.

Israelbezogenes Motiv liegt nach Aussage des Opfers nahe

Die Schilderung des Betroffenen deutet auf ein israelbezogenes Tatmotiv hin: Die Konfrontation soll erst begonnen haben, nachdem die Urlauber ihre Herkunft genannt hatten. Zudem sollen die Angreifer mit „Free Palestine“-Rufen reagiert haben.

Diese Angaben stammen bislang jedoch im Wesentlichen von einem Mitglied der israelischen Reisegruppe. Solange die montenegrinischen Ermittlungsbehörden keine Ergebnisse vorlegen, muss zwischen dem belegten Verletzungsbild, den Zeugenaussagen und einer abschließenden rechtlichen Bewertung des Motivs unterschieden werden.

Der Europäische Jüdische Kongress ordnete den Vorfall als antisemitischen Angriff ein und äußerte Besorgnis über die wachsende Feindseligkeit gegenüber israelischen Reisenden. Die Organisation verwies zugleich auf einen weiteren Vorfall, der sich Anfang Juli in Montenegro ereignet hatte.

Bereits zuvor Israelis in Plav bedrängt

In der nordmontenegrinischen Stadt Plav war eine andere Gruppe israelischer Touristen von einem Mann und einer Frau bedrängt worden, nachdem die beiden gehört hatten, dass die Urlauber Hebräisch sprachen.

Dieser Vorfall wurde von einem der Beteiligten selbst gefilmt und anschließend im Internet verbreitet. Auf den Aufnahmen ist zu hören, wie die Israelis gefragt werden, ob sie „eine Pause vom Genozid“ machten. Ihnen wird gesagt, sie sollten nicht reisen, sondern an dem Ort bleiben, den sie Israel nennen.

Die Beteiligten bezeichneten die israelischen Urlauber außerdem als „Kindermörder“ und warfen ihnen persönlich vor, einen „Genozid“ zu begehen. Die Israelis versuchten zunächst, die Konfrontation zu beenden.

Wichtig ist, beide Ereignisse sauber voneinander zu trennen: Die dokumentierten „Genozid“- und „Kindermörder“-Beschimpfungen stammen aus Plav. Für den späteren Angriff in Budva sind bislang die Herkunftsfrage, die „Free Palestine“-Rufe und die anschließende Gewalt durch die Aussage eines Opfers überliefert.

Trotzdem ergibt sich ein beunruhigendes Muster. In beiden Fällen wurden Reisende nicht wegen einer konkreten persönlichen Handlung konfrontiert, sondern weil sie als Israelis erkannt wurden. Aus der Staatsangehörigkeit wurde eine vermeintliche Kollektivschuld konstruiert.

Politische Parolen werden zur Rechtfertigung persönlicher Gewalt

Kritik an Entscheidungen der israelischen Regierung ist auch in Montenegro von der Meinungsfreiheit geschützt. Sie rechtfertigt jedoch weder die Belästigung israelischer Touristen noch körperliche Angriffe auf Menschen, die lediglich ihre Herkunft nennen oder Hebräisch sprechen.

Wer beliebige Israelis als „Kindermörder“ behandelt oder mit Gewalt überzieht, führt keine politische Debatte. Er macht Menschen kollektiv für einen Krieg verantwortlich und entzieht ihnen faktisch das Recht, sich unbehelligt im öffentlichen Raum zu bewegen.

Gerade die Abfolge des Budva-Angriffs ist alarmierend. Nach der Darstellung des Opfers handelte es sich nicht nur um einen spontanen Streit zwischen wenigen Personen. Die ersten Beteiligten sollen sich zurückgezogen haben und anschließend mit einer zahlenmäßig deutlich größeren Gruppe wiedergekommen sein. Das würde auf eine bewusste Eskalation hindeuten.

Ob dieser Ablauf durch Videoaufnahmen, weitere Zeugen oder polizeiliche Erkenntnisse bestätigt werden kann, müssen die Ermittlungen zeigen. Ebenso muss geklärt werden, ob die Täter identifiziert wurden und warum bislang keine öffentliche Erklärung der Behörden bekannt ist.

Montenegro muss die Sicherheit israelischer Gäste gewährleisten

Montenegro ist bei israelischen Urlaubern insbesondere wegen seiner Adriaküste beliebt. El Al hatte erst im Mai die Direktverbindungen nach Tivat wieder aufgenommen. Budva gehört zu den wichtigsten Ferienorten des Landes.

Der montenegrinische Staat trägt deshalb die Verantwortung, deutlich zu machen, dass israelische und jüdische Gäste nicht zum Freiwild politischer Aggression werden. Dazu gehören schnelle Ermittlungen, die Sicherung von Kameraaufnahmen, die Befragung von Zeugen und eine transparente Information über den Stand des Verfahrens.

Sollte sich bestätigen, dass die Gruppe gezielt wegen ihrer israelischen Herkunft angegriffen wurde, darf das Motiv bei der strafrechtlichen Bewertung nicht ausgeblendet werden. Die Gewalt wäre dann nicht nur eine gewöhnliche Schlägerei, sondern ein Angriff auf Menschen, die stellvertretend für Israel bestraft werden sollten.

Der Fall zeigt erneut, wie schnell die pauschale Dämonisierung Israels in persönliche Einschüchterung und körperliche Gewalt umschlagen kann. Aus der Parole wird zunächst eine Beschimpfung, aus der Beschimpfung eine Bedrohung und schließlich ein Angriff auf Menschen, die mit der politischen Entscheidung, die ihnen vorgeworfen wird, persönlich überhaupt nichts zu tun haben.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 18. Juli 2026

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