Spanien zieht Botschafter dauerhaft aus Israel ab


Die diplomatischen Spannungen zwischen Spanien und Israel erreichen eine neue Stufe. Madrid zieht seinen Botschafter dauerhaft ab und lässt die Botschaft vorerst nur noch durch einen Geschäftsträger führen.

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Die Regierung in Spanien hat entschieden, ihren Botschafter dauerhaft aus Israel abzuziehen. Das spanische Außenministerium teilte mit, dass der Posten vorerst nicht neu besetzt werde. Statt eines Botschafters soll künftig lediglich ein Geschäftsträger die diplomatische Vertretung Spaniens in Israel leiten.

Mit dieser Entscheidung verschärft Madrid den diplomatischen Konflikt mit Jerusalem deutlich. Die Spannungen zwischen beiden Ländern hatten sich bereits in den vergangenen Monaten aufgebaut und stehen vor allem im Zusammenhang mit Israels militärischen Operationen gegen das iranische Regime sowie gegen die Terrororganisation Hamas.

Der aktuelle Schritt folgt auf eine frühere Maßnahme aus dem vergangenen Herbst. Damals hatte die spanische Regierung ihren Botschafter bereits vorübergehend zurückgerufen, nachdem sie israelischen Schiffen mit Waffen oder militärischer Ausrüstung den Zugang zu spanischen Häfen untersagt hatte.

Kritik aus den Vereinigten Staaten

In den Vereinigten Staaten wurde der Schritt mit deutlicher Kritik aufgenommen. Der amerikanische Senator Lindsey Graham erklärte, er sei überrascht und enttäuscht über die Entscheidung der spanischen Regierung.

Graham verwies darauf, dass Spanien Mitglied der NATO sei, während Israel und die Vereinigten Staaten gemeinsam militärisch gegen das iranische Regime vorgehen. Dieses Regime rufe offen zur Zerstörung des jüdischen Staates auf und bedrohe auch den Westen.

Nach Ansicht des Senators bestehe die eigentliche Gefahr für die Stabilität der Region nicht in Israels Verteidigungsmaßnahmen, sondern in der Ideologie der iranischen Führung. Er warnte, dass politische Signale wie der Abzug eines Botschafters das Regime in Teheran möglicherweise ermutigen könnten.

Hintergrund der diplomatischen Krise

Die Beziehungen zwischen der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez und Israel sind seit Beginn des Gaza-Krieges stark belastet. Madrid gehört zu den europäischen Regierungen, die Israels militärisches Vorgehen regelmäßig kritisieren.

Besonders kontrovers wurde eine Äußerung von Sánchez im vergangenen Jahr aufgenommen. In einer politischen Debatte erklärte er, Spanien verfüge nicht über Atomwaffen, mit denen man Israels militärische Operationen gegen Hamas stoppen könne.

Diese Aussage löste in Israel scharfe Reaktionen aus. Die israelische Regierung warf Sánchez vor, mit solchen Formulierungen eine gefährliche Rhetorik gegenüber dem jüdischen Staat zu bedienen.

Thematische Einordnung


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Ministry of the Presidency. Government of Spain, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70958822

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 14. März 2026

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