Trump belohnt Erdogan, obwohl er ihn selbst als mögliches Iran Risiko beschreibt


Trump sagt offen, Erdogan hätte im Iran Krieg auf Teherans Seite stehen können. Trotzdem stellt Washington der Türkei neue Kampfjet Zugeständnisse in Aussicht. Für Israel ist das ein gefährliches Signal.

Trump belohnt Erdogan, obwohl er ihn selbst als mögliches Iran Risiko beschreibt
Bildnachweis: The White House

Donald Trump hat in Washington einen Satz gesagt, der in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen nicht überhört werden darf. Der amerikanische Präsident erklärte, Recep Tayyip Erdogan sei während des Iran Krieges 2026 ein naheliegender Kandidat gewesen, sich einzumischen, „maybe on the Iran side“, also womöglich auf der Seite Irans. Der Grund, so Trump: Erdogan sei kein großer Freund Israels. Dann folgte die zweite Botschaft: Er habe Erdogan gebeten, sich herauszuhalten, und Erdogan habe es getan.

Das klingt in Trumps Sprache wie ein Erfolg persönlicher Diplomatie. Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen klingt es wie eine Warnung. Wenn ein NATO Mitglied in einem Krieg gegen das iranische Regime aus Sicht des US Präsidenten überhaupt als möglicher Helfer Teherans denkbar war, darf es danach nicht einfach als verlässlicher Partner behandelt werden, nur weil es diesmal stillgehalten hat.

Besonders problematisch ist der Zeitpunkt. Fast gleichzeitig stellte Trump der Türkei neue militärische Zugeständnisse in Aussicht. Auf die Frage nach Kampfjets und Triebwerken sagte er, er werde wahrscheinlich etwas tun, das Ankara „sehr glücklich“ machen werde. Vizepräsident JD Vance bestätigte zudem, dass geprüft werde, wie die USA der Türkei möglicherweise wieder F-35 Kampfjets liefern könnten, obwohl Ankara 2019 wegen des Kaufs des russischen S-400 Luftabwehrsystems aus dem F-35 Programm gedrängt wurde.

Das ist kein technischer Streit über Rüstungsexporte. Es geht um strategisches Vertrauen. Die F-35 ist kein normales Flugzeug, sondern ein Schlüssel westlicher Luftüberlegenheit. Wer sie an Ankara liefern will, muss erklären, warum ausgerechnet eine Führung, die Israel seit Jahren scharf angreift, HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen politisch schont und im Iran Krieg laut Trump womöglich auf der falschen Seite hätte stehen können, nun militärisch aufgewertet werden soll.

Für Israel liegt die Gefahr nicht nur in türkischer Rhetorik. Erdogan versucht seit Jahren, die Türkei als eigenständige Macht zwischen NATO, Russland, Iran, arabischer Welt und Europa zu positionieren. Mal nutzt er die NATO Mitgliedschaft, mal demonstriert er Nähe zu Moskau, mal spielt er sich als Schutzmacht islamistischer Strömungen auf. Wer diese Politik mit moderner amerikanischer Hochtechnologie belohnt, sendet eine einfache Botschaft: Nicht Verlässlichkeit zählt, sondern Verhandlungsmacht.

Trump sieht Erdogan offenbar als Mann, mit dem er persönlich Geschäfte machen kann. Das mag in einzelnen Momenten funktionieren. Doch Sicherheitspolitik darf nicht auf Sympathie beruhen. Sie muss fragen, was ein Staat tut, wenn der nächste Krieg kommt, wenn Israel erneut unter Druck steht, wenn Iran seine Stellvertreter aktiviert und wenn Ankara entscheidet, dass antiisraelische Härte innenpolitisch nützlich ist.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Erdogan diesmal auf Trumps Bitte still blieb. Die Frage lautet, warum ein solcher Mann überhaupt als Risiko in Richtung Iran beschrieben werden konnte und kurz darauf auf amerikanische Belohnung hoffen darf.

Für Israel ist das ein gefährliches Muster. Erst muss Jerusalem sich gegen Iran, HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen Kräfte und weitere Fronten behaupten. Dann beginnt Washington wieder, regionale Machtpolitiker einzubinden, deren Haltung zu Israel im Ernstfall fragwürdig bleibt. Genau so entstehen jene Grauzonen, in denen Israels SicherheitStaatsräson: Bedeutung und Israels SicherheitStaatsräson meint ein grundlegendes Staatsinteresse, das als besonders wichtig für Bestand, Sicherheit oder Verantwortung eines Staates gilt. In Deutschland wird der Begriff häufig mit der Sicherheit Israels verbunden.Mehr lesen zur Verhandlungsmasse wird.

Wenn die USA die Türkei wieder an die F-35 heranführen wollen, braucht es harte Bedingungen: vollständige Klärung der S-400 Frage, keine türkische Nähe zu Hamas Strukturen, keine Drohpolitik gegen Israel, Griechenland oder Zypern und keine militärische Aufwertung ohne Rücksicht auf Israels qualitative Überlegenheit.

Alles andere wäre kein diplomatischer Erfolg. Es wäre eine Prämie für ein Risiko, das Trump selbst benannt hat.

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Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 25. Juni 2026

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