Mamdani öffnet Antisemiten die Hintertür über den Hass auf Israel


New Yorks Bürgermeister verweigert Israel den jüdischen Charakter, kassierte die IHRA-Definition und greift die Militärhilfe für Israel an. Jetzt fordert eine jüdische Bürgerrechtsorganisation Ermittlungen: In der Stadt werden Juden zur Hauptzielscheibe des Hasses.

Mamdani öffnet Antisemiten die Hintertür über den Hass auf Israel
Bildnachweis: The White House

Erst kassierte er Anordnungen seines Vorgängers Eric Adams zur IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen- und Antisemitismuspolitik, darunter die Übernahme der IHRA-Arbeitsdefinition von AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen. Dann blieb er der Israel-Parade fern. Dann verschärfte er den Ton gegen proisraelische Stimmen. Nun erklärt er im ABC-Interview, er könne Israel als jüdischen Staat nicht unterstützen, weil er keinen Staat unterstütze, der einer Religion Vorrang vor einer anderen gebe.

Das ist keine harmlose Gleichheitsformel. Das ist die klassische Flucht aus der Verantwortung: Man spricht von Bürgerrechten und meint ausgerechnet den einzigen jüdischen Staat der Welt. Israel soll sich für seinen jüdischen Charakter rechtfertigen, während Mamdani die Realität in seiner eigenen Stadt nicht in den Griff bekommt.

Die Zahlen sind brutal. Laut NYPD machten antisemitische Vorfälle im Jahr 2025 rund 57 Prozent aller Hassverbrechen in New York aus, obwohl Juden nur etwa ein Zehntel der Stadtbevölkerung stellen. Die „Times of Israel“ berichtete von 330 antisemitischen Fällen im Jahr 2025. Das bedeutet: mehr als sechs registrierte Angriffe pro Woche gegen Juden – in der Stadt, die eine der größten jüdischen Gemeinden der Welt beherbergt.

Und genau in dieser Lage erklärt der Bürgermeister den jüdischen Charakter Israels zum Problem.

Die jüdische Bürgerrechtsorganisation National Jewish Advocacy Center fordert nun das US-Justizministerium auf, formelle Ermittlungen gegen Mamdani und seine Verwaltung einzuleiten. Der Vorwurf ist schwer: Die Stadt habe jüdische Einwohner nicht ausreichend vor antisemitischem Hass geschützt. NJAC spricht nicht nur von Einzelfällen, sondern von einer politischen Linie, die Hass gegen Juden unter dem Deckmantel vermeintlicher Israelkritik zu viel Raum gebe.

Der Fall Poetica Coffee zeigt, wie schnell diese Sprache auf der Straße ankommt. Ein Brooklyner Café verweigerte dem proisraelischen jüdischen Kongressabgeordneten Dan Goldman nach Berichten die weitere Bedienung und bezeichnete ihn öffentlich als „genocide enabler“. Das US-Justizministerium leitete eine Bürgerrechtsprüfung ein. Wer glaubt, das sei nur ein kleiner Café-Skandal, versteht die Lage nicht. Wenn ein jüdischer Abgeordneter wegen seiner Israel-Haltung aus einem Lokal gedrängt wird, dann ist die Schwelle längst verschoben.

Besonders gefährlich ist die Lücke, die Mamdanis Politik offenlässt: der Ersatz des Wortes „Jude“ durch „ZionistZionismus: Das Recht der Juden auf SelbstbestimmungZionismus bezeichnet die jüdische Nationalbewegung, die für die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine historische Heimat und für jüdische Selbstbestimmung im Land Israel eintrat. Der moderne Zionismus entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf Antisemitismus, Verfolgung und Entrechtung.Mehr lesen“. NJAC verweist auf die Frage, ob „Tötet die Zionisten“ an einem koscheren Restaurant anders bewertet würde als „Tötet die Juden“. Genau hier entscheidet sich, ob eine Stadt verstanden hat, wie moderner Judenhass funktioniert. Antisemiten sind nicht dumm. Sie wissen, welche Wörter sie benutzen müssen, um aus Hass eine angebliche politische Haltung zu machen.

Mamdani hat diese Gefahr nicht entschärft. Er hat sie vergrößert. Wer die IHRA-DefinitionIHRA-Definition: Maßstab gegen modernen AntisemitismusDie IHRA-Definition ist eine nicht rechtsverbindliche Arbeitsdefinition von Antisemitismus. Sie wird international von vielen Staaten, Behörden und Institutionen genutzt. Besonders wichtig sind ihre Beispiele zu israelbezogenem Antisemitismus.Mehr lesen zurücknimmt, Israel als jüdischen Staat nicht unterstützt und gleichzeitig behauptet, Antisemitismus bekämpfen zu wollen, liefert jüdischen Bürgern schöne Worte und nimmt ihnen politische Schutzlinien.

Natürlich darf man israelische Politik kritisieren. Natürlich darf man über Militärhilfe streiten. Aber Mamdani macht etwas anderes. Er beschreibt amerikanische Unterstützung für Israel als Geld, das genutzt werde, um internationales Recht zu brechen und Tausende Zivilisten zu töten. Von HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, Geiseln, Raketen, HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, Iran und dem 7. Oktober bleibt in dieser Erzählung kaum etwas übrig. Israel erscheint nur noch als Täter. Genau so entsteht ein Klima, in dem Juden in New York plötzlich erklären sollen, ob sie „die Richtigen“ sind.

Das ist der alte Loyalitätstest in neuer Verpackung. Wer Israel verteidigt, wird verdächtig. Wer Zionist ist, wird markiert. Wer jüdisch und proisraelisch ist, wird zum Ziel politischer Verachtung. Und wenn daraus Übergriffe werden, nennt der Bürgermeister Antisemitismus „inakzeptabel“. Zu spät. Die Worte sind längst unterwegs.

Mamdani muss Israel nicht lieben. Er muss keine israelische Regierung verteidigen. Aber als Bürgermeister von New York hat er die Pflicht, jüdische Bürger vor genau jenem Hass zu schützen, der heute unter Israel-Parolen auftritt. Wer diese Verkleidung nicht erkennt oder nicht erkennen will, versagt politisch.

New Yorks Juden protestieren jetzt. Gut. Aber die Warnzeichen waren lange sichtbar. Wer bei „Globalize the IntifadaGlobale Intifada: Die Parole, die Gewalt gegen Israel exportiert„Globale Intifada“ oder „Globalize the Intifada“ ist eine antiisraelische Parole, die den Kampf gegen Israel weltweit ausweiten soll. Aktuelle Kampagnen nutzen Karten, Zielorte und Lieferkettenlisten gegen Firmen, Häfen und Schiffe.Mehr lesen“, bei AIPAC-Dämonisierung, beim Parade-Boykott, bei der Rücknahme der IHRA-Definition und bei der ständigen Täterrolle Israels nicht hinhören wollte, darf sich nicht wundern, wenn aus Rhetorik irgendwann Alltag wird.

Zohran Mamdani ist nicht das Opfer eines Missverständnisses. Er ist Bürgermeister einer Stadt, in der Juden überproportional Ziel von Hassverbrechen sind – und gleichzeitig der Politiker, der Israel immer wieder dort angreift, wo jüdische Identität, Sicherheit und Selbstbestimmung zusammenlaufen.

Das ist der Skandal. Nicht, dass Mamdani Israel kritisiert. Sondern dass er den politischen Raum schafft, in dem aus „IsraelhassAnti-Zionismus: Wenn Israelhass als Politik getarnt wirdAnti-Zionismus bezeichnet die Ablehnung des Zionismus und damit häufig die Ablehnung jüdischer Selbstbestimmung im Staat Israel. Nicht jede Kritik an israelischer Politik ist antisemitisch. Anti-Zionismus wird jedoch dort antisemitisch, wo Israel delegitimiert, dämonisiert oder mit doppelten Maßstäben behandelt wird.Mehr lesen“ sehr schnell Judenhass wird – und dann so tut, als habe das eine mit dem anderen nichts zu tun.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Montag, 29. Juni 2026

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