Trump dreht Iran den Geldhahn zu: Teheran droht mit „vernichtender“ Antwort
Washington bereitet die nach eigenen Worten härtesten Iran-Sanktionen aller Zeiten vor. Getroffen werden soll nicht nur Teheran: Auch Staaten, Banken und Unternehmen, die dem Regime wirtschaftliche Auswege offenhalten, geraten ins Visier.

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Donald Trump will den wirtschaftlichen Druck auf Iran auf eine neue Stufe heben. Nach fast sechs Monaten Krieg setzt Washington nun verstärkt auf eine Waffe, die keine Raketen braucht: den Zugang zum internationalen Finanzsystem.
US-Finanzminister Scott Bessent will am Montag Einzelheiten zu den angekündigten neuen Sanktionen vorstellen. Er spricht von den „härtesten Sanktionen der Geschichte“. Trump selbst hatte zuvor jedem Staat „enorme wirtschaftliche Konsequenzen“ angedroht, der Iran weiterhin eine wirtschaftliche Lebensader verschafft.
Damit richtet sich Washingtons Botschaft längst nicht mehr nur an Teheran.
Sie richtet sich vor allem an diejenigen, die iranisches Öl kaufen, Zahlungen abwickeln, Schiffe registrieren oder andere Wege offenhalten, über die das Regime trotz Sanktionen Geld verdient. Besonders wichtig ist dabei China. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler gingen 2025 mehr als 80 Prozent der iranischen Ölexporte auf dem SeewegStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen dorthin.
Die amerikanische Rechnung ist einfach: Iran soll nicht nur sanktioniert werden. Es soll für andere immer teurer und riskanter werden, Iran beim Umgehen dieser Sanktionen zu helfen.
Teheran reagiert entsprechend nervös.
Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei warf den USA am Samstag vor, mit Sekundärsanktionen ihre eigene Hoheitsgewalt auf andere Staaten ausdehnen zu wollen. Solche Maßnahmen hätten keine Grundlage im internationalen Recht, erklärte er.
Washington sieht das naturgemäß anders. Die USA zwingen andere Staaten nicht dazu, ihre Sanktionen zu übernehmen. Sie machen ihnen aber deutlich, dass Geschäfte mit Iran Konsequenzen für den Zugang zum amerikanischen Markt und Finanzsystem haben können.
Und genau darin liegt ihre Macht.
Iran droht militärisch, während die Wirtschaft immer stärker unter Druck gerät
Parallel zur wirtschaftlichen Konfrontation verschärft Teheran wieder seine militärische Sprache.
Irans Generalstabschef Ali Abdollahi kündigte für den Fall weiterer Angriffe „vernichtende, strafende und zerstörerische“ Antworten an. Am Samstag ließ das Regime ihn demonstrativ eine unterirdische Produktionsstätte für ballistische Raketen besuchen. Dort behauptete Abdollahi, Iran könne inzwischen sogar bessere und größere Mengen an militärischem Gerät produzieren als zuvor.
Das Signal ist offensichtlich: Trotz amerikanischer und israelischer Angriffe will Teheran den Eindruck vermitteln, militärisch weiterhin handlungsfähig zu sein.
Ganz falsch ist das nicht. Irans Luftwaffe und Marine wurden schwer getroffen, doch das Land verfügt weiterhin über Raketen und Drohnen und kann damit nicht nur IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und andere Staaten der Region bedrohen, sondern auch den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erheblich stören.
Und genau dort zeigt sich derzeit, wie weit der Konflikt längst über Iran hinausreicht.
Durch die Meerenge, über die vor Kriegsbeginn täglich mehr als 20 Millionen Barrel Öl transportiert wurden, läuft inzwischen nur noch ein Bruchteil des normalen Verkehrs. Nach amerikanischen Angaben lag der Sieben-Tage-Durchschnitt zuletzt bei rund acht Millionen Barrel pro Tag. Am Donnerstag passierten lediglich vier Frachtschiffe die Meerenge, darunter weder große Rohöltanker noch LNG-Tanker.
Hunderte Schiffe und Tausende Seeleute sitzen fest.
Iran entscheidet inzwischen sogar darüber, wer passieren darf. Irakische Öltanker erhielten nach wiederholten Bitten Bagdads eine Sondergenehmigung.
Das sagt einiges über die Situation aus.
Teheran beklagt amerikanischen wirtschaftlichen Zwang, nutzt gleichzeitig aber selbst eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt als politisches und militärisches Druckmittel.
Trump versucht nun, genau diese Fähigkeit wirtschaftlich zu brechen.
Nicht durch einen einzelnen großen Schlag, sondern indem Iran immer weniger Geld, Handelspartner und Möglichkeiten zur Umgehung von Sanktionen bleiben.
Dabei lässt Washington bewusst offen, wie weit es gehen wird. Trump erklärte am Freitag, Iran wolle zwar einen Deal, sei aber noch nicht bereit, den aus seiner Sicht richtigen Deal zu akzeptieren.
Auch in Teheran gibt es inzwischen unterschiedliche Töne.
Während die Militärführung mit „vernichtenden“ Antworten droht, spricht Präsident Masoud Pezeshkian öffentlich davon, den Krieg besser jetzt zu beenden, solange Iran noch aus einer Position der Stärke heraus verhandeln könne.
Das ist bemerkenswert.
Denn hinter der demonstrativen Siegesrhetorik steht eine Wirtschaft, die unter Krieg, Sanktionen und dem nahezu zum Erliegen gekommenen Ölhandel immer stärker leidet. Gleichzeitig kann Iran seinen wichtigsten Trumpf, die Straße von Hormus, nicht unbegrenzt blockieren, ohne damit auch Staaten zu treffen, deren politische Unterstützung oder zumindest Neutralität Teheran braucht.
Vor allem China wird deshalb entscheidend.
Sollte Peking Washingtons Forderungen ignorieren und iranisches Öl weiterhin in großem Umfang abnehmen, muss Trump entscheiden, wie ernst seine Drohung gegenüber Irans Handelspartnern tatsächlich gemeint ist. Sanktionen gegen kleinere Zwischenhändler sind eine Sache. Eine wirtschaftliche Konfrontation mit chinesischen Unternehmen und Banken wäre eine ganz andere Größenordnung.
Genau darin liegt der eigentliche Test der angekündigten Offensive.
Trump hat Iran einen wirtschaftlichen „D-Day“ angekündigt.
Am Montag soll Scott Bessent erklären, wie dieser aussehen soll.
Dann wird sich zeigen, ob Washington tatsächlich bereit ist, nicht nur Teheran unter Druck zu setzen, sondern auch diejenigen, die dem Regime seine letzten großen wirtschaftlichen Auswege offenhalten.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 23. August 2026