Trump unterschreibt Iran Papier, während Teheran Uran, Raketen und Libanon als Druckmittel behält


Der Iran Krieg 2026 bekommt ein Abkommen, aber keinen belastbaren Frieden. Teheran behält Uran im Land, nimmt Raketen aus den Gesprächen und erklärt Israels Libanon Einsätze zum Vertragsbruch.

Trump unterschreibt Iran Papier, während Teheran Uran, Raketen und Libanon als Druckmittel behält
Bildnachweis: The White House

US Präsident Donald Trump hat das Memorandum of Understanding mit dem Iran unterschrieben. Was in Washington als großer Schritt zum Ende des Iran Krieges 2026 verkauft wird, liest sich aus israelischer Sicht deutlich nüchterner: Die Feuerpause wird politisch gefeiert, während die gefährlichsten Fragen gerade nicht gelöst sind. Der Iran soll nach dem nun bekannt gewordenen Text keine Atomwaffen entwickeln oder beschaffen. Doch das angereicherte Material muss nicht außer Landes gebracht werden. Teheran spricht offen davon, dass eine Verdünnung des Urans im Land möglich sei. Genau darin liegt der Kern des Problems. Wer den Atomstreit entschärfen will, aber das Material dort lässt, wo das Regime es kontrolliert, beendet nicht die Gefahr. Er verschiebt sie.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, machte unmittelbar nach der Unterzeichnung klar, wie Teheran das Papier versteht. Die nuklearen Materialien würden nicht aus dem Land geschafft. Die Raketenfrage stehe nicht zur Verhandlung. Irans sogenannte Verteidigungsfähigkeiten würden mit keiner Partei in irgendeinem Prozess besprochen. Das ist keine Randbemerkung. Es ist die politische Gebrauchsanweisung zum Abkommen. Teheran nimmt die finanziellen, diplomatischen und strategischen Vorteile an, schließt aber jene Bereiche aus, die IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen, die GolfstaatenStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen und die westliche Sicherheitsordnung seit Jahren bedrohen.

Besonders schwer wiegt der Libanon Passus. Nach dem von Reuters wiedergegebenen 14 Punkte Text erklären die USA und der Iran die Beendigung militärischer Operationen auf allen Fronten, ausdrücklich auch im Libanon. Teheran geht nun noch weiter und wertet fortgesetzte israelische Angriffe gegen HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen Ziele als Bruch der Vereinbarung. Damit versucht der Iran, aus einem amerikanisch iranischen Papier ein Instrument gegen Israels Selbstverteidigung zu machen. Israel ist jedoch nicht die Vertragspartei, die über seine Sicherheit in Südlibanon verhandelt hat. Israel steht seit Jahren einer Hisbollah gegenüber, die vom Iran aufgebaut, bewaffnet und politisch gedeckt wurde. Wer nun verlangt, JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen solle die Waffen schweigen lassen, während die Hisbollah ihre Strukturen erhält, verlangt nicht Frieden. Er verlangt israelische Verwundbarkeit.

Das Memorandum enthält weitere Zugeständnisse, die in Jerusalem und in Teilen des Westens erhebliche Fragen aufwerfen müssen. Innerhalb von 60 Tagen soll über ein finales Abkommen verhandelt werden. Die USA verpflichten sich, Blockaden und Hindernisse gegen den Iran zurückzufahren. Iranische Ölexporte sollen wieder möglich werden. Eingefrorene Mittel sollen verfügbar gemacht werden. Zudem ist von einem wirtschaftlichen Aufbauplan mit mindestens 300 Milliarden Dollar die Rede, der mit regionalen Partnern entwickelt werden soll. All das geschieht, während das Regime seine Raketen nicht verhandeln will, seine Stellvertreter nicht wirklich aufgibt und seine Uranbestände nicht aus der eigenen Hand gibt.

Für Trump ist das Abkommen ein politischer Sieg, weil es kurzfristig die Straße von Hormus beruhigen, Ölpreise drücken und den Eindruck eines diplomatischen Durchbruchs erzeugen kann. Für Israel ist es deutlich komplizierter. Der Iran Krieg 2026 begann nicht wegen eines Missverständnisses, sondern wegen einer jahrelangen Bedrohung durch Urananreicherung, Raketenprogramme, Terrorarmeen und die strategische Nutzung von Seewegen als Erpressungsmittel. Ein Papier, das den Krieg stoppt, aber die Werkzeuge der Erpressung weitgehend bestehen lässt, kann nur dann tragen, wenn seine Durchsetzung härter ist als seine Formulierungen. Genau daran bestehen Zweifel.

Teheran hat bereits begonnen, die Deutungshoheit zu beanspruchen. Baghaei erklärte, der 60 Tage Zeitraum beginne sofort. Die USA dürften in dieser Phase ihre militärische Präsenz in der Region nicht ausbauen und keine neuen Sanktionen verhängen. Zugleich verlangt der Iran die Aufhebung von Hindernissen für Ölexporte und den Zugang zu eingefrorenen Mitteln. Bei der Straße von Hormus beansprucht Teheran gemeinsam mit Oman Verantwortung und spricht über Gebühren für Dienstleistungen an Schiffen. Auch hier zeigt sich das Muster: Der Iran behandelt die Krise, die er selbst mitverursacht hat, als Gelegenheit, neue Rechte und Einnahmen zu beanspruchen.

Israel muss diese Entwicklung mit äußerster Vorsicht betrachten. Ein Abkommen, das die Hisbollah in Libanon indirekt schützt, das iranische Raketen ausklammert und Uran im Land belässt, nimmt dem iranischen System nicht die wichtigsten Hebel. Es gibt ihm Zeit. Und Zeit war in der iranischen Nuklearpolitik immer ein strategischer Faktor. Die kommenden 60 Tage werden deshalb nicht nur Verhandlungen über Details sein. Sie werden zeigen, ob Washington bereit ist, roten Linien auch Konsequenzen folgen zu lassen, oder ob das Regime in Teheran erneut gelernt hat, dass genügend Druck auf Seewegen, Stellvertreterfronten und diplomatischen Bühnen am Ende belohnt wird.

Für Jerusalem lautet die bittere Lehre dieses Tages: Israel kann sich über jede echte Entlastung freuen, aber es darf seine Sicherheit nicht an die Deutung eines Abkommens binden, das der Iran bereits am ersten Tag zu seinen Gunsten auslegt. Frieden entsteht nicht dadurch, dass gefährliche Fragen vertagt werden. Frieden entsteht, wenn ein Regime seine gefährlichsten Fähigkeiten verliert. Davon ist dieses Memorandum nach allem, was bislang bekannt ist, weit entfernt.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 18. Juni 2026

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