Abbas verspricht der Welt Frieden – sein Staatsfernsehen feiert Terroristen

Abbas verspricht der Welt Frieden – sein Staatsfernsehen feiert Terroristen


Vor der UN erklärt Mahmoud Abbas, Terrorismus und Antisemitismus abzulehnen. Zu Hause preist er „Märtyrer“, während PA-TV Flugzeugentführer und Massenmörder als Teil der palästinensischen Geschichte inszeniert.

Abbas verspricht der Welt Frieden – sein Staatsfernsehen feiert Terroristen
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Es liegen nicht Jahre zwischen diesen beiden Botschaften, sondern nur wenige Tage. Am 24. September erklärte Mahmoud Abbas vor der UN-Generalversammlung, die Palästinensische AutonomiebehördePLO: Die Organisation zwischen Terrorgeschichte, Oslo und MachtverlustDie PLO ist die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie wurde 1964 gegründet, wurde später international als Vertreterin der Palästinenser anerkannt und spielte im Oslo-Prozess eine zentrale Rolle.Mehr lesen lehne Terrorismus und Extremismus ab, bekämpfe AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen und wolle eine „Kultur des Friedens, des Dialogs und der Koexistenz“ fördern.

Knapp zwei Wochen zuvor klang derselbe Mahmoud Abbas vor dem Revolutionsrat seiner FatahFatah: Von Arafats Kampfbewegung zur erstarrten Machtpartei der PalästinenserFatah ist eine säkular-nationalistische palästinensische Bewegung, die Ende der 1950er Jahre um Jassir Arafat entstand. Sie wurde zur dominierenden Kraft in der PLO und prägt bis heute die Palästinensische Autonomiebehörde.Mehr lesen bemerkenswert anders.

Palestinian Media Watch hat eine Aufzeichnung des offiziellen Fernsehens der Palästinensischen Autonomiebehörde vom 11. September dokumentiert. Darin eröffnet Abbas seine Ansprache mit der Verherrlichung sogenannter „Märtyrer“ und „Gefangener“. Anschließend erinnert er an die „Gründungsbrüder“ der Fatah und wünscht ihnen „Ruhm und Ewigkeit“.

Die Namen, die Abbas dabei aufzählt, lassen wenig Raum für die im Westen so häufig gepflegte Vorstellung von einer längst geläuterten palästinensischen Führung. Zu ihnen gehören neben Jassir Arafat auch Khalil al-Wazir, besser bekannt als Abu Jihad, sowie Salah Khalaf, Abu Iyad. Khalaf stand an der Spitze des Schwarzen September, jener palästinensischen Terrororganisation, die hinter dem Olympia-Attentat von München 1972 stand, bei dem elf Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft ermordet wurden.

Abu Jihad wiederum war einer der führenden Köpfe des bewaffneten Fatah-Terrors. Mit ihm werden zahlreiche Anschläge auf Israelis in Verbindung gebracht, darunter das Küstenstraßenmassaker von 1978. Dabei ermordete eine Fatah-Terrorgruppe unter Führung von Dalal Mughrabi Dutzende israelische Zivilisten, darunter Kinder.

Es geht also nicht um eine missverständliche Formulierung, eine historische Randnotiz oder die unglückliche Wortwahl eines lokalen Fatah-Funktionärs.

Es spricht Mahmoud Abbas selbst.

Und es spricht der Mann, den europäische Regierungen weiterhin als gemäßigten Gegenpol zur HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und als möglichen Partner einer künftigen Friedensordnung präsentieren.

Ein Geschichtsprogramm voller Terroristen

Noch deutlicher wird das Problem beim offiziellen Fernsehen der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Palestinian Media Watch dokumentierte die Eröffnungssequenz der neuen PA-TV-Sendung „The Road to the Homeland“, die am 6. September ausgestrahlt wurde. Die Bilder, mit denen den Zuschauern palästinensische Geschichte vermittelt wird, zeigen nicht nur Politiker oder gesellschaftliche Ereignisse.

Prominent erscheint Laila Khaled.

Khaled gehörte zur Terrororganisation PFLPPFLP: Marxistische Terrororganisation gegen IsraelDie PFLP ist eine 1967 gegründete marxistisch leninistische palästinensische Organisation. Sie lehnt Israel ab, setzt auf bewaffneten Kampf und wird von den USA und der EU als Terrororganisation geführt.Mehr lesen. 1969 beteiligte sie sich an der Entführung des TWA-Fluges 840. Ein Jahr später versuchte sie gemeinsam mit Patrick Argüello, El-Al-Flug 219 zu entführen. Khaled führte Handgranaten mit sich und drohte, das Flugzeug zu sprengen. Argüello schoss während des Angriffs mehrfach auf einen Flugbegleiter und verletzte ihn schwer. Israelische Sicherheitskräfte an Bord verhinderten die Entführung.

Für das offizielle Fernsehen der angeblich reformierten Palästinensischen Autonomiebehörde ist Khaled dennoch eine Person, deren Bild prominent in einer Sendung über den palästinensischen Weg zur Heimat erscheint.

Auch Dalal Mughrabi wird gezeigt. Ihre Fatah-Terrorgruppe verübte 1978 das Küstenstraßenmassaker. Das US-Außenministerium hielt noch Jahrzehnte später ausdrücklich fest, dass offizielle palästinensische Medien und Fatah-nahe Kanäle Mughrabi trotz des Mordes an israelischen Zivilisten weiterhin verherrlichten.

Hinzu kommen PFLP-Gründer George Habash, Jassir Arafat, Salah Khalaf und DFLP-Führer Nayef Hawatmeh.

Am Ende der Sequenz erscheint für einen kurzen Moment auch das berühmte Bild von der Unterzeichnung der Oslo-Abkommen im Weißen Haus mit Jitzchak Rabin, Bill Clinton, Jassir Arafat und Mahmoud Abbas.

Gerade diese Zusammenstellung ist bemerkenswert. Terrorgeschichte wird nicht als dunkles Kapitel präsentiert, von dem sich eine reformierte palästinensische Führung distanziert. Ihre Protagonisten werden als Bestandteil eines nationalen historischen Erbes inszeniert.

Das ist politische Erziehung.

Und sie steht im direkten Widerspruch zu dem Bild, das Abbas gegenüber westlichen Regierungen zeichnet.

Die Reformrhetorik bekommt ein Glaubwürdigkeitsproblem

Dieser Widerspruch ist besonders relevant, weil Abbas international gerade mit einer weitreichenden Reformagenda wirbt.

Vor der UN erklärte er am 24. September, die Palästinensische Autonomiebehörde habe ihre Reformen umgesetzt. Das Bildungssystem werde nach internationalen Standards verändert. Frieden, Toleranz und Respekt sollten gefördert werden. Gewalt und Terrorismus würden abgelehnt. Die PA wolle einen demokratischen, entmilitarisierten palästinensischen Staat, der friedlich neben IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen existiere.

Das sind weitreichende Versprechen.

Doch wer von einer Friedenskultur spricht, kann nicht gleichzeitig Terroristen zu nationalen Ikonen erheben.

Wer Antisemitismus bekämpfen will, kann nicht ein gesellschaftliches Klima pflegen, in dem Menschen verehrt werden, deren politisches Vermächtnis aus Flugzeugentführungen, Geiselnahmen und der Ermordung israelischer Zivilisten besteht.

Und wer verlangt, dass Israel der Palästinensischen Autonomiebehörde künftig noch größere Verantwortung überträgt, muss sich die Frage gefallen lassen, welches Geschichtsbild diese Behörde über ihren eigenen staatlichen Fernsehsender verbreitet.

haOlam hatte bereits im August darüber berichtet, dass ein Mitglied des Fatah-Revolutionsrates erklärte, die Bewegung trage die „Botschaft der Märtyrer und Gefangenen“ weiter. Ausdrücklich genannt wurde damals ebenfalls Dalal Mughrabi.

Der neue Fall zeigt, dass dies nicht einfach die Stimme eines einzelnen Funktionärs war.

Die Verherrlichung reicht bis an die Spitze der Fatah.

Abbas selbst spricht ehrfürchtig über „Märtyrer“ und historische Fatah-Führer mit terroristischer Vergangenheit. Das offizielle PA-Fernsehen setzt Flugzeugentführer und Verantwortliche für tödliche Anschläge in eine nationale Heldenerzählung. Wenige Tage später versichert Abbas den Vereinten Nationen, seine Führung stehe für Frieden, Toleranz und die Ablehnung von Terror.

Europa sollte sich entscheiden, welche dieser Botschaften es ernst nimmt.

Denn eine Friedensordnung kann nicht auf der Vorstellung aufgebaut werden, es genüge, vor internationalen Kameras Terrorismus abzulehnen, während der eigenen Bevölkerung diejenigen als Vorbilder präsentiert werden, die Terror gegen israelische Zivilisten zu einem politischen Instrument gemacht haben.

Das Problem ist deshalb größer als Abbas' Wortwahl.

Es geht um die politische Kultur einer Führung, die international Milliardenhilfen erhält, als künftiger Partner Israels gehandelt wird und gleichzeitig bis heute Schwierigkeiten damit hat, sich von der eigenen Terrorgeschichte nicht nur auf Englisch vor der UN, sondern auch auf Arabisch gegenüber der eigenen Bevölkerung zu lösen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 8. Oktober 2026

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