Akut benötigt
haOlam-news.de muss jetzt akute Kosten decken
haOlam-news.de wird privat getragen und verursacht eigene laufende Kosten. Die bisherigen Beiträge reichen nicht, um die nächsten Verpflichtungen zu decken. Wenn Ihnen haOlam-news.de wichtig ist, helfen Sie bitte jetzt mit einem konkreten Beitrag. Fragen? redaktion@haolam.de
Der Druck ist jetzt akut. Ohne weitere Hilfe müssen wir den Umfang reduzieren. 50 Euro helfen besonders.

Drei Drohnen an Israels Ostgrenze abgefangen: Spur führt zu Irans Milizen im Irak


Drei Drohnen wurden innerhalb von weniger als 24 Stunden an Israels Grenze zu Jordanien abgefangen. Eine israelische Quelle vermutet vom Iran unterstützte Milizen im Irak hinter den Angriffen.

Drei Drohnen an Israels Ostgrenze abgefangen: Spur führt zu Irans Milizen im Irak
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Drei Angriffsdrohnen wurden innerhalb von weniger als 24 Stunden im Grenzraum zu Jordanien abgefangen. Nach Einschätzung einer israelischen Quelle starteten sie wahrscheinlich aus dem Irak. Hinter den Angriffen werden vom Iran bewaffnete schiitische MilizenSchiitenmilizen: Irans bewaffnete Netzwerke im Nahen OstenSchiitenmilizen sind bewaffnete Gruppen mit schiitischem Hintergrund, die besonders im Irak und in Syrien aktiv sind. Viele von ihnen werden vom Iran unterstützt, ausgebildet oder politisch beeinflusst und gehören zum regionalen Netzwerk der Quds-Einheit und der Revolutionsgarden.Mehr lesen vermutet.

Die vorläufige Ruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hat Israels Feinde offenbar nicht zur Ruhe gebracht. Innerhalb von weniger als 24 Stunden wurden drei Drohnen im Raum der israelisch-jordanischen Grenze abgefangen. Eine israelische Quelle erklärte gegenüber der „JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post“, dass die Flugkörper wahrscheinlich von schiitischen Milizen im Irak gestartet wurden, die vom iranischen Regime bewaffnet und unterstützt werden.

Am Montag gegen 11 Uhr fing die israelische Luftwaffe zwei unbemannte Flugkörper ab. Eine dritte Drohne wurde am Dienstag kurz vor 6 Uhr morgens entdeckt und ebenfalls zerstört. Nach Angaben der israelischen Armee erreichten die Flugkörper israelisches Staatsgebiet nicht. Warnsirenen wurden deshalb nicht ausgelöst. Der genaue Startort werde weiterhin untersucht.

Damit ist die irakische Spur noch keine offiziell bestätigte Feststellung der IDF. Weder die Armee noch die israelische Regierung haben bislang öffentlich erklärt, welche Gruppe den Angriff ausführte. Die Einschätzung aus Sicherheitskreisen ist jedoch von erheblicher Bedeutung. Sie deutet darauf hin, dass Teheran erneut versucht, seinen Krieg gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen über Stellvertreter fortzusetzen, während es selbst von einer Angriffspause und möglichen Verhandlungen profitiert.

Verteidigungsminister Israel Katz erklärte mit Blick auf mögliche weitere Drohnenangriffe aus dem Irak, Israel wisse mit der Gefahr umzugehen und sei vorbereitet. Die kurze Erklärung enthält eine klare Warnung: Die israelische Führung betrachtet das irakische Gebiet inzwischen nicht mehr nur als weit entfernten Schauplatz des iranischen Einflusses, sondern als möglichen Ausgangspunkt direkter Angriffe auf Israel.

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst keine Organisation. Auch die Volksmobilisierungskräfte, auf Englisch Popular Mobilization Forces oder PMF, veröffentlichten keine Übernahme der Verantwortung. Unter diesem Dach operieren zahlreiche schiitische Milizen, darunter große und schwer bewaffnete Gruppen wie Kataib HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und die Badr-Organisation. Teile dieses Netzwerkes sind eng mit den iranischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen verbunden, erhalten iranische Waffen und vertreten offen die Ideologie der sogenannten WiderstandsachseAchse des Widerstands: Irans Terrornetzwerk gegen Israel„Achse des Widerstands“ ist die Eigenbezeichnung eines von Iran unterstützten Netzwerks aus Terrororganisationen und Milizen. Dazu zählen unter anderem Hisbollah, Hamas, Islamischer Dschihad, Huthi und proiranische Milizen im Irak und in Syrien. Das Netzwerk bedroht Israel mit Raketen, Drohnen, Terroranschlägen und Stellvertreterkrieg.Mehr lesen.

Das Ausbleiben eines Bekennerschreibens ist kein Beweis für eine Beteiligung. Es passt jedoch zur iranischen Strategie, militärischen Druck auszuüben und gleichzeitig die direkte Verantwortung zu verschleiern. Drohnen können von irakischem Gebiet gestartet werden, ohne dass Teheran selbst einen Angriff verkünden muss. Scheitert die Operation, schweigen die Milizen. Erreicht ein Flugkörper sein Ziel, kann das Regime den Angriff nachträglich als selbstständige Aktion einer irakischen Gruppe darstellen.

Gerade der Irak bietet dafür günstige Voraussetzungen. Die iranischen Revolutionsgarden haben dort über Jahrzehnte bewaffnete Organisationen aufgebaut, die teilweise in die staatlichen Sicherheitsstrukturen integriert sind, zugleich aber eigene Befehlsketten, WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen und politische Interessen besitzen. Die irakische Regierung kann deshalb behaupten, keine Angriffe angeordnet zu haben, während Milizen auf ihrem Staatsgebiet weiterhin Raketen und Drohnen einsetzen.

Reuters berichtete bereits im Juni, dass die Revolutionsgarden zusätzliche kleine Zellen im Irak aufgebaut haben sollen, die unabhängig von den bekannten großen Milizen operieren. Diese Gruppen bestanden demnach aus wenigen, speziell ausgewählten Männern und sollten Drohnenangriffe auf GolfstaatenStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen mit amerikanischen Militärstützpunkten ausführen. Durch die Trennung von etablierten Organisationen wollte Teheran offenbar eine eindeutige Zuordnung erschweren und politischen Druck auf die irakische Regierung vermeiden.

Sollte sich die irakische Herkunft der drei Flugkörper bestätigen, könnte dasselbe Modell nun gegen Israel angewendet worden sein. Iran benötigt dafür keine öffentlich auftretende Organisation mit Flagge, Sprecher und Bekennerschreiben. Eine kleine Einheit, ein abgelegener Startplatz und aus Iran gelieferte Drohnentechnik genügen.

Die Flugroute macht die Bedrohung besonders komplex. Zwischen dem westlichen Irak und Israel liegt Jordanien. Angriffsdrohnen können den jordanischen Luftraum durchqueren oder sich entlang der jordanischen Grenze Israel nähern. Damit wird das Königreich unfreiwillig zum militärischen Vorfeld eines Konflikts, den es nicht begonnen hat.

Jordanien meldete am Montag unabhängig von den israelischen Abschüssen die Zerstörung zweier Drohnen, die nach offiziellen Angaben aus iranischem Gebiet in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren. Bereits am 24. Juli hatte das jordanische Militär nach eigenen Angaben sieben Raketen und sechs iranische Drohnen abgefangen. Die einzelnen Meldungen müssen voneinander getrennt betrachtet werden, zeigen gemeinsam jedoch, wie stark Jordaniens Luftraum inzwischen durch iranische und iranisch unterstützte Angriffe belastet wird.

Der Haschemitische Staat versucht seit Beginn der regionalen Eskalation, sein Territorium und seine Bevölkerung zu schützen, ohne selbst in den Krieg hineingezogen zu werden. Für Teheran ist Jordaniens Neutralität offenbar bedeutungslos, sobald das Land zwischen iranischen Abschussorten und israelischen oder amerikanischen Zielen liegt.

Auch Saudi-Arabien machte am Montag vom Iran unterstützte Milizen im Irak für Drohnenangriffe auf seine Ölinfrastruktur verantwortlich. Die saudischen Angaben sind nicht automatisch ein Beweis für die Herkunft der gegen Israel gerichteten Flugkörper. Sie zeigen jedoch ein regionales Muster: Während die direkten amerikanischen Angriffe auf Iran pausieren, werden weiterhin Drohnen aus dem Umfeld der iranischen Stellvertreter gegen mehrere Staaten eingesetzt.

Die Ziele unterscheiden sich, die strategische Wirkung ist ähnlich. Saudi-Arabien soll für seine Zusammenarbeit mit Washington und seine Ölexporte bestraft werden. Jordanien soll wegen amerikanischer Truppen und seiner Luftverteidigung unter Druck gesetzt werden. Israel soll gezwungen werden, seine Ostgrenze dauerhaft gegen Flugkörper aus einem weit entfernten Staat zu sichern.

Drohnen sind dafür besonders geeignet. Sie sind vergleichsweise billig, können in geringer Höhe fliegen und zwingen den Verteidiger dennoch zum Einsatz kostspieliger Ortungs- und Abwehrsysteme. Selbst ein gescheiterter Angriff bindet Kampfflugzeuge, Radaranlagen und Personal. Mehrere gleichzeitig gestartete Flugkörper können zudem versuchen, die Luftverteidigung zu überlasten oder Lücken für weitere Angriffe zu schaffen.

Das iranische Regime kann auf diese Weise eine Angriffspause gegenüber den Vereinigten Staaten einhalten und dennoch den militärischen Druck über seine Verbündeten fortsetzen. Diese Trennung ist künstlich. Eine Miliz, die ihre Waffen, Ausbildung und politische Rückendeckung von Teheran erhält, handelt nicht in einem strategischen Vakuum.

Israel darf die Stellvertreter deshalb nicht isoliert betrachten. Wer Drohnen im Irak ausrüstet, Zielinformationen liefert und den politischen Rahmen für Angriffe gegen Israel schafft, trägt Verantwortung, auch wenn der Startknopf von einem irakischen Milizionär gedrückt wird.

Zugleich muss die irakische Regierung erklären, was sie gegen solche Abschussorte unternimmt. Ein souveräner Staat kann nicht dauerhaft dulden, dass bewaffnete Gruppen sein Territorium für Angriffe auf Nachbarstaaten und Israel benutzen. Die teilweise Eingliederung der PMF in die staatlichen Strukturen entbindet Bagdad nicht von dieser Verantwortung. Sie verschärft sie.

Die drei abgefangenen Drohnen verursachten weder Verletzte noch Schäden. Genau das ist der Erfolg der israelischen und regionalen Luftverteidigung. Doch die gescheiterten Angriffe dürfen nicht als bedeutungslos abgetan werden. Sie zeigen, dass Irans Stellvertreter offenbar nach neuen Routen suchen und Israels Verteidigung auch während einer diplomatischen Pause testen.

Teheran spricht von Verhandlungen, während seine bewaffneten Netzwerke weiter operieren. Es verlangt Ruhe für Iran, ohne Ruhe für Israel und seine Nachbarn zu garantieren.

Eine Feuerpause, in der die Revolutionsgarden ihre Drohnen lediglich an irakische Milizen weiterreichen, ist keine Deeskalation. Es ist die Fortsetzung des Krieges mit ausgelagertem Absender.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 28. Juli 2026

haOlam-News unterstützen

haOlam-News ist auf die Unterstützung seiner Leserinnen und Leser angewiesen. Jeder Beitrag hilft, unabhängige Berichterstattung weiterzuführen.

Sie benötigen nicht zwingend ein PayPal-Konto. Im nächsten Schritt kann je nach PayPal-Anzeige auch eine Zahlung per Karte angeboten werden.

Sie möchten unsere Arbeit unterstützen, nutzen aber kein PayPal? Schreiben Sie uns kurz, wir melden uns mit den passenden Möglichkeiten.

Weitere interessante Artikel

Newsletter