Hamas stellt Bedingungen: Geiseln nur gegen israelischen Rückzug – kein Interesse an Frieden
Ein hochrangiger Hamas-Sprecher hat am Montag in einem Interview mit dem katarischen Sender Al-Arabi klargestellt, dass die Freilassung israelischer Geiseln ausschließlich im Rahmen eines umfassenden Abkommens erfolgen werde – verbunden mit einem Ende des Krieges und einem vollständigen Rückzug Israels aus Gaza.

Taher al-Nunu, Berater der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Führung, erklärte: „Wir sind ernsthaft an einer Freilassung der Gefangenen interessiert, aber nur im Rahmen einer Vereinbarung, die den Krieg beendet und den Abzug der Besatzungstruppen garantiert.“ Damit machte er deutlich, dass Hamas die Geiseln weiterhin als Faustpfand in einem politischen Erpressungsspiel benutzt.
Gleichzeitig wies al-Nunu darauf hin, Hamas habe bislang keine offizielle Fassung der von US-Präsident Donald Trump präsentierten „21-Punkte-Initiative“ erhalten. „Wir waren an den Verhandlungen nicht beteiligt und haben die amerikanische Initiative nicht bekommen“, sagte er.
Die Hamas knüpft ihre Bereitschaft zu einer Waffenruhe zudem an weitreichende politische Forderungen: Ein dauerhaftes Schweigen der Waffen solle an die Gründung eines palästinensischen Staates gekoppelt werden. Parallel signalisierte die Organisation Zustimmung zu einem ägyptischen Vorschlag, eine „technokratische Verwaltung“ für GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen einzusetzen – allerdings nur, solange dies nicht den Machtanspruch der Hamas infrage stellt.
Die Botschaft ist eindeutig: Von einem humanitären Entgegenkommen kann keine Rede sein. Hamas spricht von „Jahren des Waffenstillstands“, macht diesen aber von Bedingungen abhängig, die faktisch die Anerkennung ihrer Herrschaft und das Festschreiben ihrer bewaffneten Strukturen bedeuten würden. Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen wäre das keine Grundlage für Frieden, sondern die Legitimierung eines Terrorsystems, das sich mit jedem Jahr der Ruhe weiter rüsten würde.
Dass Hamas gleichzeitig die Freilassung der noch immer verschleppten Israelis an den Rückzug Israels koppelt, zeigt die ganze Zynik: Menschenleben sind für sie ein politisches Druckmittel – keine moralische Verpflichtung.
Die israelische Regierung hat wiederholt betont, dass Geiseln nicht Teil eines politischen Kuhhandels sein dürfen. Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte jüngst in Washington, Israel sei verpflichtet, „alle Geiseln zurückzubringen – ohne Preisgabe der eigenen Sicherheit“.
Das Interview aus Katar verdeutlicht, wie Hamas die Lage interpretiert: nicht als Chance auf Verständigung, sondern als Möglichkeit, internationale Initiativen zu verzögern, ihre Macht zu sichern und Israel maximal unter Druck zu setzen.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Montag, 29. September 2025