Die Jagd ist nicht beendet – Israels Armee richtet den Blick auf Hamas-Führer im Exil
Nach dem gezielten Schlag gegen Abu Obaida, den Sprecher des Hamas-Militärflügels, sendet der Generalstabschef ein Signal: Niemand in der Terrororganisation kann sich in Sicherheit wiegen – weder in Gaza noch in Katar oder der Türkei.

Die Nachricht, die Generalstabschef Eyal Zamir an diesem Sonntag formulierte, war ebenso knapp wie unmissverständlich: IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen habe in den vergangenen Monaten den Großteil der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Führung ausgeschaltet, doch das sei nur der Anfang. „Wir erreichen sie alle“, betonte er – ein Versprechen, das weit über die Grenzen des Gazastreifens hinausreicht.
Die letzte Reihe in Gaza
In der Enklave selbst stehen heute noch zwei Namen an der Spitze: Az al-Din al-Haddad, Kommandeur der Hamas-Brigade GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, und Raed Saad, langjähriger Architekt des militärischen Untergrunds. Beide verbindet die Beteiligung an der Vorbereitung des Massakers vom 7. Oktober. Al-Haddad, einst Kommandeur in mehreren israelischen Militäroperationen, übernahm nach dem Tod von Bassem Issa die Leitung der Brigade Gaza. Saad gilt als das „Gehirn“ hinter dem Raketen- und Tunnelsystem – ein Mann, der seit über zwei Jahrzehnten den bewaffneten Kern der Hamas formte.
Für Israel stellen sie die letzten militärischen Schlüsselfiguren innerhalb des Streifens dar. Ihre Eliminierung wäre nicht nur symbolisch, sondern strategisch: Ohne sie bliebe der Organisation kaum eine funktionierende Kommandostruktur.
Die Köpfe im Ausland
Doch die eigentliche Führungsebene hat sich längst ins Ausland verlagert. Katar und die Türkei sind seit Jahren Rückzugsorte für die Hamas-Elite, die dort mit politischem Rückhalt und erheblichen Finanzmitteln operiert. Unter den zentralen Figuren:
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Khaled Maschal, der legendäre Ex-Chef der politischen Führung, der schon 1997 einem Mossad-Attentat knapp entging.
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Khalil al-Hayya, Vertrauter von Yahya Sinwar, heute zuständig für Verhandlungen und bekannt für kompromisslose Positionen.
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Mousa Abu Marzouk, der als einer der reichsten Männer der Hamas gilt und enge Kontakte nach Iran und Ägypten hält.
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Osama Hamdan, seit den 1990er-Jahren Sprachrohr des Terrornetzwerks, vor allem im Libanon aktiv.
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Nizar Awadallah und weitere Veteranen, die abseits der Öffentlichkeit die diplomatischen Fäden ziehen.
Diese Männer genießen Schutz durch ihre Gastgeberstaaten. Doch Israels Botschaft lautet: Politischer Komfort im Ausland schützt nicht vor Vergeltung.
Signalwirkung und strategische Botschaft
Mit dem Angriff auf Abu Obaida ist eine Schwelle überschritten. Der langjährige Sprecher galt als Gesicht der Hamas-PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen, ein Mann, der die Massen mit Videos und Durchhalteparolen nährte. Sein Tod trifft die Organisation auch auf der Ebene des Mythos. Nun wird klar: Auch Symbolfiguren sind nicht mehr unantastbar.
Indem der Generalstabschef öffentlich auf die Exilführung verweist, richtet er die Aufmerksamkeit auf ein bisher unausgesprochenes Tabu: das gezielte Vorgehen gegen Hamas-Kader auf internationalem Boden. Israel signalisiert, dass es sich nicht länger auf den „Kriegsschauplatz Gaza“ beschränkt, sondern die Verantwortlichen dort verfolgt, wo sie ihre Sicherheit vermuten.
Für die Terrororganisation ist das eine doppelte Bedrohung: Einerseits schwinden ihre militärischen Köpfe im Gazastreifen, andererseits könnte auch die Exilführung bald nicht mehr frei reisen oder sich in Doha und Istanbul geborgen fühlen.
Ein Wendepunkt im Krieg?
Die Debatte darüber, ob Israel diesen Weg tatsächlich geht, wird auch international brisant. Die Türkei und Katar müssten sich entscheiden, ob sie Hamas-Führern weiterhin Schutz gewähren – mit dem Risiko, selbst ins Visier zu geraten. Gleichzeitig bleibt klar: Für Israel sind die Ereignisse des 7. Oktober kein abgeschlossenes Kapitel, sondern eine Verpflichtung, jeden einzelnen Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Botschaft, die aus JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen kommt, lautet damit nicht nur an die Hamas, sondern an die gesamte Region: Niemand, der das Massaker geplant, legitimiert oder verteidigt hat, darf auf Straffreiheit hoffen.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 31. August 2025