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Trump greift Irans Macht über Hormus an: US-Seeblockade beginnt Dienstagabend


Die Vereinigten Staaten sperren iranische Häfen und Schiffe ab, während der internationale Verkehr weiterfahren soll. Parallel zerstört das US-Militär systematisch Irans Raketen-, Drohnen- und Marinefähigkeiten entlang der Küste.

Trump greift Irans Macht über Hormus an: US-Seeblockade beginnt Dienstagabend
Bildnachweis: USDAgov

Die Vereinigten Staaten setzen die Seeblockade gegen Iran wieder in Kraft. Nach Angaben des amerikanisch geführten Joint Maritime Information Center beginnt die Durchsetzung am Dienstag, dem 14. Juli, um 23 Uhr israelischer Zeit. Das entspricht 22 Uhr in Deutschland und 16 Uhr an der amerikanischen Ostküste.

Die Blockade richtet sich gegen Schiffe, die iranische Häfen, Ölterminals oder andere iranische Küstenanlagen anlaufen oder verlassen. Dabei spielt die Flagge des Schiffes keine entscheidende Rolle. Auch ein ausländischer Tanker kann gestoppt werden, wenn er für Iran fährt. Schiffe, die lediglich die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen durchqueren und kein iranisches Ziel haben, sollen dagegen nicht behindert werden. (reuters.com)

US-Präsident Donald Trump stellte den Unterschied in seiner Erklärung deutlich heraus. Die Straße von Hormus bleibe geöffnet, mit Iran oder ohne Iran. Die neue Maßnahme nannte er die „iranische Blockade“, weil sie sich gegen iranische Schiffe und gegen Unternehmen richte, die weiterhin Geschäfte mit Teheran betreiben.

Das ist der entscheidende Punkt: Washington blockiert nicht den internationalen Seehandel. Es will verhindern, dass das iranische Regime die Straße von Hormus schließt, Handelsschiffe angreift und gleichzeitig seine eigenen Häfen weiterhin für Ölverkäufe, Waffenlieferungen und militärische Versorgung nutzt.

Wer nicht für Iran fährt, soll die Meerenge weiter passieren können. Wer das Regime wirtschaftlich versorgt, muss mit Kontrolle, Umleitung, Festsetzung oder im äußersten Fall mit militärischem Zwang rechnen. (axios.com)

Nicht mehr verhandeln und gleichzeitig iranische Angriffe hinnehmen

Die Entscheidung folgt auf eine neue Serie iranischer Angriffe gegen Handelsschiffe, amerikanische Einrichtungen und arabische Nachbarstaaten. Die RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen erklärten die Straße von Hormus erneut für geschlossen und beanspruchten das Recht, Schiffen bestimmte Routen vorzuschreiben.

Ein zyprisch beflaggtes Containerschiff wurde schwer beschädigt, ein indischer Seemann gilt als vermisst. Iranische Raketen und Drohnen richteten sich zudem gegen amerikanische Militäranlagen und gegen Staaten, die US-Truppen beherbergen oder iranische Geschosse abfangen.

Washington reagiert nun nicht mehr nur mit einzelnen Luftangriffen. Die Blockade soll dem Regime dauerhaft jene wirtschaftlichen und militärischen Möglichkeiten nehmen, mit denen es den internationalen Schiffsverkehr bedroht.

Amerikanische Regierungsvertreter erklärten gegenüber dem israelischen Sender N12, eine Seeblockade könne wirksamer sein als eine immer neue Reihe einzelner Bombardierungen. Bereits während der ersten Blockade habe der wirtschaftliche Druck die iranische Führung stärker getroffen als manche militärische Operation.

Iran ist auf seine Häfen angewiesen. Über sie exportiert das Regime Öl, beschafft Devisen und versorgt seine militärische Infrastruktur. Werden diese Verbindungen unterbrochen, verliert Teheran Einnahmen und zugleich die Möglichkeit, den Persischen Golf als Einbahnstraße zu behandeln: offen für iranische Geschäfte, aber geschlossen für den Rest der Welt.

Das Memorandum zwischen Washington und Teheran hatte die frühere Blockade beendet. Iran sollte im Gegenzug die Straße von Hormus öffnen und Angriffe auf die internationale Schifffahrt einstellen. Genau diese Grundlage hat das Regime zerstört.

Die erneute Blockade ist deshalb nicht der Beginn des Scheiterns der Vereinbarung. Sie ist die militärische Konsequenz eines Scheiterns, das bereits mit den neuen iranischen Angriffen sichtbar geworden war.

Amerikanische Vertreter erklärten inzwischen, mögliche Gespräche mit Iran würden nur noch unter militärischem Druck stattfinden. Washington wartet nicht länger darauf, dass Teheran guten Willen zeigt, während die Revolutionsgarden Schiffe beschießen und die Meerenge erneut als Geisel nehmen.

US-Militär zerstört Irans Angriffsmöglichkeiten entlang der Küste

Parallel zur Blockade verstärken die Vereinigten Staaten ihre Angriffe auf iranische Marine-, Raketen- und Drohnenstellungen. Die Operationen beschränken sich nicht auf die unmittelbare Umgebung der Straße von Hormus. Ziele entlang großer Teile der iranischen Golfküste wurden angegriffen.

Nach Angaben amerikanischer Vertreter besteht das Ziel darin, Irans Angriffsfähigkeiten schrittweise abzubauen. Küstenradare, Kommunikationsanlagen, RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, Drohnenbasen, Marineeinrichtungen und kleinere Kampfschiffe sollen so weit zerstört werden, dass die Revolutionsgarden ihre Drohung gegen den Schiffsverkehr nicht mehr durchsetzen können.

Das US-Zentralkommando veröffentlichte am Montag Aufnahmen eines Angriffs auf eine Wartungsanlage für U-Boote und Kriegsschiffe auf dem Marinestützpunkt Bandar Abbas. Dabei kamen erstmals amerikanische unbemannte Überwasserboote des Typs Corsair im Kampfeinsatz zum Einsatz. Drei dieser mit Sprengstoff ausgestatteten Boote trafen die Hafenanlage. (x.com)

Der Einsatz zeigt, dass Washington nicht nur auf iranische Angriffe reagiert, sondern gezielt die militärische Infrastruktur zerstört, mit der Teheran den Persischen Golf bedroht. Die Revolutionsgarden sollen ihren wichtigsten Hebel verlieren: die Fähigkeit, Handelsschiffe zu verfolgen, zu beschießen oder zur Umkehr zu zwingen.

Gleichzeitig begleiten amerikanische Seestreitkräfte täglich Handelsschiffe auf einer südlichen Route nahe der omanischen Küste. Nach israelischen Angaben passierten zuletzt jeden Tag mindestens 20 Schiffe die Meerenge in Abstimmung mit der US-Marine.

Iran lehnt diese Route ab, weil sie außerhalb der von den Revolutionsgarden beanspruchten Kontrolle verläuft. Genau darin liegt der Konflikt. Teheran will nicht nur sichere Schifffahrt gewährleisten. Es will bestimmen, wer passieren darf, welche Route benutzt wird und welche Bedingungen gelten.

Die Vereinigten Staaten stellen diesem Anspruch nun eine eigene Ordnung entgegen. Die Meerenge soll offenbleiben, aber Iran soll nicht länger entscheiden können, wann der Welthandel fahren darf.

Trump kündigte zusätzlich an, die USA würden für die Sicherung der Straße von Hormus einen Kostenersatz in Höhe von 20 Prozent des Wertes der transportierten Ladung verlangen. Wie dieser Betrag erhoben werden soll, welche Schiffe betroffen wären und auf welcher rechtlichen Grundlage die Regelung beruhen soll, blieb zunächst offen. (apnews.com)

Diese Ankündigung ist der ungewöhnlichste Teil des Plans. Sie darf jedoch nicht mit der Blockade selbst verwechselt werden. Die militärische Maßnahme richtet sich gegen den iranischen Seehandel. Die geplante Abgabe betrifft nach Trumps Darstellung die Finanzierung des amerikanischen Schutzes für den übrigen Verkehr.

Ob dieses Modell praktisch umgesetzt werden kann, ist offen. Klar ist dagegen, weshalb Washington handelt: Iran kann nicht gleichzeitig internationale Schiffe angreifen, die Straße von Hormus schließen und erwarten, dass seine eigenen Tanker und Handelspartner unbehelligt weiterfahren.

Das Regime hat die Meerenge über Monate als Waffe eingesetzt. Nun richten die Vereinigten Staaten diese wirtschaftliche Waffe gegen Teheran selbst.

Für die Revolutionsgarden bedeutet die Blockade einen direkten Angriff auf ihre Machtbasis. Verlieren sie die Kontrolle über die iranischen Häfen und die Fähigkeit, Schiffe in Hormus einzuschüchtern, verlieren sie auch ihr stärkstes Druckmittel gegenüber den Golfstaaten, Europa und den asiatischen Abnehmern iranischen Öls.

Trump setzt deshalb nicht allein auf Luftangriffe. Er greift das Regime dort an, wo militärische Drohung und wirtschaftliches Überleben zusammentreffen.

Iran wollte die Straße von Hormus kontrollieren. Die Vereinigten Staaten wollen nun beweisen, dass Teheran nicht einmal mehr seinen eigenen Zugang zum Meer kontrollieren kann.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 14. Juli 2026

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