CENTCOM greift Irans Raketen- und Küstenstellungen fünf Stunden lang an
Die Vereinigten Staaten haben eine weitere Angriffswelle gegen militärische Ziele im Iran abgeschlossen. Getroffen wurden Küstenverteidigung, Raketen- und Drohnenstellungen sowie Marinefähigkeiten. Washington reagiert damit auf Irans Angriffe gegen Handelsschiffe und den Versuch, die Straße von Hormus mit Gewalt zu kontrollieren.

Bildnachweis: U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Jackson Manske
Das US-Zentralkommando CENTCOM hat eine fünfstündige Angriffswelle gegen militärische Ziele im Iran abgeschlossen. Nach Angaben des Kommandos endete die Operation am Montag um 22.15 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit. Angegriffen wurden Ziele in Buschehr, Chabahar, Dschask, Konarak, Abu Musa und Bandar Abbas.
Die amerikanischen Streitkräfte setzten Präzisionswaffen gegen iranische Küstenverteidigungssysteme, Raketen- und Drohnenstellungen sowie militärische Marinefähigkeiten ein. Ziel sei es gewesen, Irans Fähigkeit zu schwächen, Handelsschiffe in der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen und den angrenzenden Gewässern anzugreifen. CENTCOM stellte ausdrücklich klar, dass die Schläge eine Reaktion auf iranische Angriffe gegen die internationale Schifffahrt waren.
Mehr als 50.000 amerikanische Soldaten sind derzeit im Nahen Osten stationiert. CENTCOM erklärte, die Truppen blieben wachsam, einsatzbereit und in der Lage, weitere Angriffe abzuwehren oder militärisch zu beantworten.
Die neue Angriffswelle folgte auf mehrere Tage iranischer Raketen- und Drohnenangriffe gegen Handelsschiffe, arabische Staaten und amerikanische Einrichtungen. Zuletzt trafen iranische Marschflugkörper zwei Tanker der Vereinigten Arabischen Emirate in omanischen Hoheitsgewässern. Ein indischer Seemann wurde getötet, acht weitere Besatzungsmitglieder wurden verletzt.
Die RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen bekannten sich zu den Angriffen und behaupteten, die Schiffe hätten iranische Warnungen ignoriert. Damit erklärte das Regime erneut, es beanspruche das Recht, zivile Schiffe in einer internationalen Wasserstraße anzugreifen, sobald sie sich seinen einseitigen Anweisungen widersetzen.
Washington greift Irans Fähigkeit zur Sperrung von Hormus an
Die Auswahl der amerikanischen Ziele zeigt, worauf die Operation gerichtet war. Buschehr, Bandar Abbas, Dschask und Chabahar liegen an der iranischen Küste oder in unmittelbarer Nähe wichtiger Marine- und RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen. Abu Musa gehört zu den strategisch bedeutenden Inseln am Zugang zur Straße von Hormus.
Von diesen Standorten aus kann Iran Küstenraketen, Drohnen, Radarsysteme und kleinere Marineeinheiten einsetzen. Sie bilden einen wesentlichen Teil der militärischen Drohkulisse, mit der Teheran versucht, den Schiffsverkehr zu kontrollieren und die Golfstaaten unter Druck zu setzen.
CENTCOM hatte bereits am Vortag Dutzende iranische Ziele angegriffen. Dabei kamen Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe sowie erstmals amerikanische Einweg-Angriffsdrohnen in der Luft und auf See zum Einsatz. Getroffen wurden Luftabwehrsysteme, Küstenradare, Raketenstellungen, Drohnenfähigkeiten und kleinere Boote. Das Kommando erklärte dazu unmissverständlich, Iran kontrolliere die Straße von Hormus nicht.
Die Vereinigten Staaten richten ihre Angriffe damit nicht wahllos gegen iranisches Gebiet. Sie konzentrieren sich auf jene militärischen Fähigkeiten, mit denen die Revolutionsgarden zivile Schiffe bedrohen, Nachbarstaaten angreifen und die freie Durchfahrt durch die Meerenge verhindern wollen.
Dieser Zusammenhang ist entscheidend. Die amerikanischen Angriffe begannen nicht ohne Anlass. Iran hatte zuvor Handelsschiffe mit Raketen beschossen, die Straße von Hormus erneut für geschlossen erklärt und militärische Angriffe gegen Bahrain, Kuwait, Jordanien und amerikanische Stützpunkte ausgeweitet.
Trump kündigte die Schläge offen an
US-Präsident Donald Trump hatte wenige Stunden vor Beginn der Operation angekündigt, Iran noch in derselben Nacht und am folgenden Tag hart anzugreifen. In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt erklärte Trump, Teheran habe die Waffenruhe und anschließend auch das im Juni geschlossene Memorandum gebrochen.
Trump sagte, die Vereinbarung sei ein Test gewesen, den die iranische Führung nicht bestanden habe. Hewitt verwies in dem Gespräch ausdrücklich darauf, dass Iran zunächst die Waffenruhe und später eine weitere Feuerpause gebrochen habe.
Trump schloss zugleich nicht aus, dass die amerikanischen Angriffe noch zwei bis drei Wochen andauern könnten. Trotzdem halte er eine Vereinbarung weiterhin für möglich. Das Problem sei, dass die iranische Führung seit Jahrzehnten verzögere, täusche und Zeit gewinne.
Die neue Linie des Präsidenten unterscheidet sich deutlich von der Hoffnung, das Memorandum könne die iranische Führung zu einer dauerhaften Zurückhaltung bewegen. Teheran nutzte die Kampfpause nicht für eine politische Lösung. Das Regime behielt seine Raketen, Drohnen und Marineeinheiten und setzte sie wenige Wochen später erneut gegen Handelsschiffe und Nachbarstaaten ein.
Damit wurde das Memorandum nicht durch amerikanische Ungeduld zerstört. Es scheiterte an Irans Entscheidung, seine militärische Erpressung fortzusetzen.
Auch ein tief verborgener Atomkomplex könnte zum Ziel werden
Trump drohte außerdem mit einem Angriff auf den als „Pickaxe Mountain“ bezeichneten unterirdischen Komplex nahe der Atomanlage Natanz. Dort befinden sich nach westlichen Erkenntnissen zwei tief in den Berg gebaute Tunnelanlagen.
Der Präsident erklärte, die Vereinigten Staaten beobachteten den Standort genau. Sobald Hinweise auf eine erneute Nutzung für das iranische Atomprogramm vorlägen, könne auch diese Anlage angegriffen werden.
Fachleute gehen davon aus, dass die Tunnel so tief liegen, dass selbst die stärksten amerikanischen bunkerbrechenden Bomben sie möglicherweise nicht vollständig zerstören können. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Anlage unangreifbar wäre. Zugänge, Stromversorgung, Belüftung, Kommunikationsverbindungen und oberirdische Einrichtungen können getroffen und die Nutzung des Komplexes erheblich erschwert werden.
Trumps Drohung richtet sich deshalb nicht nur gegen einen einzelnen Berg. Sie richtet sich gegen die bekannte iranische Strategie, nukleare Aktivitäten immer tiefer unter die Erde zu verlagern und anschließend auf die technische Schwierigkeit eines Angriffs zu vertrauen.
Die Botschaft aus Washington lautet, dass auch ein tief verborgener Standort nicht automatisch vor militärischen Folgen schützt.
Die Blockade iranischer Häfen wird wieder aufgenommen
Parallel zu den Luftangriffen ordnete Trump die Wiederaufnahme der amerikanischen Seeblockade gegen iranische Häfen an. Sie soll am Dienstag um 16 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit in Kraft treten.
Nach Angaben von CENTCOM richtet sich die Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen oder iranische Küstengebiete anlaufen oder verlassen. Der normale Schiffsverkehr zu nichtiranischen Häfen soll dagegen weiter unterstützt werden.
Die frühere Blockade war vom 13. April bis zum 18. Juni in Kraft. In diesem Zeitraum leitete CENTCOM nach eigenen Angaben mehr als 140 Schiffe um. Neun Schiffe, die sich den Anweisungen widersetzten, wurden gestoppt oder fahruntüchtig gemacht. Mehr als 50 Schiffe mit humanitären Lieferungen durften passieren.
Damit besteht ein deutlicher Unterschied zwischen der amerikanischen Blockade und Irans Vorgehen. Washington erklärt, den Verkehr zu nichtiranischen Häfen weiter schützen zu wollen. Teheran beschießt dagegen zivile Tanker in omanischen Gewässern und droht allen Schiffen, die sich seiner behaupteten Sperrung der Meerenge widersetzen.
Die iranische Führung versucht, beides als gleichwertige Maßnahmen darzustellen. Das sind sie nicht.
Die Vereinigten Staaten greifen militärische Einrichtungen an, von denen Angriffe auf die Schifffahrt ausgehen. Iran greift die Schifffahrt selbst an.
Iran hat die militärische Antwort selbst ausgelöst
Die dritte aufeinanderfolgende Nacht amerikanischer Angriffe macht deutlich, dass Washington nicht mehr bereit ist, jede iranische Provokation mit einem neuen diplomatischen Angebot zu beantworten.
Teheran hatte die Kampfpause als Gelegenheit erhalten, seine Angriffe einzustellen und über eine dauerhafte Lösung zu verhandeln. Stattdessen beschoss das Regime erneut Handelsschiffe, bedrohte die Straße von Hormus, feuerte Raketen auf US-Stützpunkte und weitete die Angriffe auf Golfstaaten und Jordanien aus.
Die nun getroffenen Küstenradare, Raketenstellungen, Drohnenbasen und Marineeinheiten sind genau jene Fähigkeiten, mit denen Iran diesen Krieg in die Region trägt.
Trump hatte dem Regime einen Test angeboten. Teheran beantwortete ihn mit Raketen gegen Tanker und Nachbarstaaten. Die fünfstündige CENTCOM-Operation ist die direkte Folge dieser Entscheidung.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 14. Juli 2026