Schüsse beim Aarauer Rave: Ein Toter, fünf Verletzte, Fahndung läuft
Mitten in der Nacht fallen bei einem Rave in Aarau Schüsse. Ein Besucher stirbt, fünf weitere werden verletzt. Die Täterschaft ist weiter flüchtig.

Eine Techno-Veranstaltung mit rund 3.500 Besuchern ist in der Nacht zum Sonntag im schweizerischen Aarau zum Schauplatz tödlicher Schüsse geworden. Nach vorläufigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Aargau wurde ein Mensch getötet, fünf weitere Personen erlitten Verletzungen, zum Teil schwere. Die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach der bislang unbekannten Täterschaft. Wer geschossen hat, wie viele Personen an der Tat beteiligt waren und welches Motiv hinter den Schüssen steht, war am Sonntagvormittag weiterhin ungeklärt.
Der Notruf erreichte die Kantonspolizei nach Angaben ihres Sprechers Pascal Wenzel kurz nach 2.30 Uhr. Schauplatz war der Schachen in Aarau, wo auf der Pferderennbahn der „Aarauer Rave VOL. 7“ stattfand. Der Veranstalter hatte für den 29. August mit rund 3.500 Teilnehmern geworben. Auf der eigenen Internetseite wurde die Veranstaltung als großer Dayrave auf der größten Rennbahn der Schweiz angekündigt. Offiziell begann die Veranstaltung am Samstagnachmittag und reichte bis in die Nacht hinein. Wenige Minuten nach dem vorgesehenen Ende fielen die Schüsse.
Augenzeugenberichte zeichnen ein Bild plötzlicher Angst und völliger Orientierungslosigkeit. Besucher sollen die ersten Knallgeräusche zunächst für Feuerwerk gehalten haben. Erst als klar wurde, dass tatsächlich geschossen wurde, suchten Feiernde Deckung. In einem von Schweizer Medien verbreiteten Video sind mehrere unmittelbar aufeinanderfolgende Schüsse zu hören. Eine Polizeisprecherin sprach von mehreren Schussabgaben im Bereich einer größeren Personengruppe. Solange die kriminaltechnischen Untersuchungen laufen, lässt sich daraus jedoch weder zuverlässig auf die verwendete Waffe noch auf die Zahl der Schützen schließen. Genau an diesem Punkt ist Zurückhaltung notwendig: Was bislang feststeht, ist bereits schwerwiegend genug. Spekulationen über Herkunft, Motiv oder Hintergrund der Täter wären zum jetzigen Zeitpunkt nicht durch belastbare Erkenntnisse gedeckt.
Polizei sperrt weite Teile des Schachens ab
Unmittelbar nach den Schüssen begann ein umfangreicher Einsatz von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr. Das Gebiet rund um die Pferderennbahn wurde großräumig abgesperrt. Auch das Schwimmbad Aarau blieb wegen des laufenden Polizeieinsatzes geschlossen. Die Kantonspolizei erhöhte nach eigenen Angaben vorsorglich ihre Präsenz über das unmittelbar betroffene Gebiet hinaus. Zusätzlich wurde das Kantonale Katastrophen Einsatzelement aufgeboten. Nach Angaben des Schweizer Rundfunks kam außerdem ein Super-Puma-Hubschrauber zum Einsatz. Welche konkrete Aufgabe der Militärhubschrauber bei dem Einsatz übernahm, wurde zunächst nicht öffentlich erläutert.
Die Dimension des Polizeieinsatzes zeigt, wie unklar die Lage auch Stunden nach den Schüssen noch war. Die Fahndung nach der unbekannten Täterschaft lief am Sonntagvormittag weiter. Die Polizei forderte die Bevölkerung wiederholt auf, den Schachen zu meiden. Gleichzeitig wandten sich die Ermittler unmittelbar an Besucher und Zeugen: Foto- und Videoaufnahmen aus der Nacht könnten für die Rekonstruktion des Geschehens entscheidend sein und sollen den Behörden zur Verfügung gestellt werden.
Für Aarau bedeutet diese Nacht mehr als das abrupte Ende einer Musikveranstaltung. Tausende Menschen waren zusammengekommen, um zu feiern. Innerhalb weniger Augenblicke wurde daraus ein Tatort mit einem Toten, Verletzten, abgesperrten Straßen und schwer bewaffneten Einsatzkräften. Gerade weil noch so viele Fragen offen sind, wird die weitere Ermittlungsarbeit entscheidend sein. Fest steht bislang nur das Ergebnis einer Nacht, die für die Betroffenen nicht mehr rückgängig zu machen ist: Ein Mensch ist tot, fünf weitere wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Wer dafür verantwortlich ist und warum geschossen wurde, müssen Polizei und Staatsanwaltschaft nun klären.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 30. August 2026