Frankreich stoppt Iran Protest in Paris und macht Teheran ein Geschenk


Paris verbietet kurzfristig eine große Kundgebung iranischer Regimegegner. Frankreich bestreitet Druck aus Teheran, doch der politische Schaden ist längst da.

Frankreich stoppt Iran Protest in Paris und macht Teheran ein Geschenk
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Ein Staat muss seine Straßen schützen. Aber ein freies Land muss auch aushalten, dass Menschen auf diesen Straßen gegen Diktaturen protestieren. Genau daran muss sich Frankreich jetzt messen lassen. Die Pariser Polizei hat eine für Samstag geplante Großkundgebung iranischer Regimegegner im letzten Moment verboten. Der Nationale Widerstandsrat Iran wollte gegen politische Hinrichtungen, Repression und die Herrschaft der Islamischen Republik demonstrieren. Nach Angaben der Organisatoren waren die Vorbereitungen seit Wochen mit den Behörden abgestimmt. Dann kam das Verbot.

Die Polizei verweist laut Reuters auf die Gefahr möglicher Zusammenstöße zwischen gegnerischen Gruppen in einer angespannten Lage. Das kann ein ernstes Argument sein. Niemand verlangt, dass französische Behörden Sicherheitsrisiken ignorieren. Aber ein Verbot am Abend vor einer großen politischen Kundgebung ist in einer Demokratie keine Kleinigkeit. Es trifft nicht irgendeine Veranstaltung. Es trifft ausgerechnet jene Menschen, die dem Regime in Teheran öffentlich widersprechen wollen, während Europa und die Vereinigten Staaten wieder über Sanktionen, Abkommen und diplomatische Entlastung für Iran sprechen.

Der Zeitpunkt macht den Vorgang brisant. Kurz zuvor hatten Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot und Irans Außenminister Abbas Araghchi miteinander telefoniert. Es ging um die jüngsten Entwicklungen im Iran Krieg 2026 und um die politische Zukunft der Verhandlungen. Der Nationale Widerstandsrat Iran vermutet einen Zusammenhang zwischen diesem Gespräch und dem Verbot. Das französische Außenministerium bestreitet das entschieden. Der iranische Minister habe die Demonstration nicht erwähnt und auch nicht ihre Absage verlangt.

Das muss man sauber festhalten. Es gibt bislang keinen Beweis dafür, dass Teheran dieses Verbot bestellt hat. Aber Politik besteht nicht nur aus Beweisen, sondern auch aus Wirkung. Und die Wirkung ist verheerend. In Teheran wird niemand fein zwischen Polizeirecht, Diplomatie und Verwaltungsbegründung unterscheiden. Dort wird man sehen: Eine große Kundgebung gegen das Regime in Paris findet nicht statt. Für die Islamische Republik ist schon dieser Eindruck ein Gewinn.

Frankreichs Regierung betont gern, sie unterscheide zwischen dem iranischen Volk und dem iranischen Regime. Barrot sagte selbst, die iranische Bevölkerung sei das größte Opfer des Krieges gewesen. Er erinnerte daran, dass die Tötung von Iranern während der Proteste im Januar nicht vergessen werden dürfe. Das ist richtig. Aber gerade dann muss man den Gegnern des Regimes Raum geben. Wer sagt, die Menschen im Iran seien die Opfer, darf ihre Stimmen im ExilDiaspora: Jüdisches Leben außerhalb IsraelsDiaspora bezeichnet die Zerstreuung eines Volkes außerhalb seiner historischen Heimat. In jüdischem Zusammenhang meint der Begriff besonders die jüdischen Gemeinschaften außerhalb Israels. Die jüdische Diaspora entstand durch Exil, Vertreibung, Migration und jahrhundertelanges Leben als Minderheit.Mehr lesen nicht im entscheidenden Moment von der Straße nehmen.

Der Nationale Widerstandsrat Iran ist keine einfache Organisation. Er ist umstritten, seine tatsächliche Verankerung im Iran ist schwer einzuschätzen, und seine Geschichte ist kompliziert. All das darf und muss man erwähnen. Doch die Frage ist hier eine andere: Darf eine europäische Demokratie eine lange geplante Kundgebung gegen politische Hinrichtungen in Iran so kurzfristig verbieten, ohne der Öffentlichkeit sehr genau zu erklären, warum mildere Mittel nicht ausgereicht hätten? Auflagen wären möglich gewesen. Mehr Polizei wäre möglich gewesen. Eine andere Route, ein anderer Platz, getrennte Zugänge, schärfere Kontrollen. Ein vollständiges Verbot ist das härteste Mittel.

Gerade im Umgang mit Iran ist dieses Härtemittel politisch gefährlich. Teheran bekämpft seine Gegner nicht nur im eigenen Land. Das Regime versucht seit Jahren, Exiliraner einzuschüchtern, Oppositionelle zu verfolgen und westliche Regierungen unter Druck zu setzen. Die Erinnerung an den 2018 geplanten Anschlag auf eine Versammlung iranischer Regimegegner bei Paris ist in diesem Zusammenhang nicht vergessen. Ein iranischer Diplomat wurde später wegen seiner Rolle in diesem Fall verurteilt. Frankreich weiß also sehr genau, dass diese Konflikte nicht theoretisch sind.

Umso mehr müsste Paris zeigen, dass Sicherheit nicht zur Stilllegung politischer Opposition führt. Wenn Bedrohungen bestehen, müssen Bedrohte geschützt werden. Wenn Gegendemonstranten Gewalt suchen, müssen diese begrenzt werden. Wenn das Regime versucht, Angst zu erzeugen, darf eine europäische Demokratie nicht so wirken, als helfe sie ihm unbeabsichtigt dabei.

Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist diese Entwicklung ebenfalls wichtig. Der Iran Krieg 2026 wird nicht nur zwischen Armeen, Geheimdiensten und Diplomaten geführt. Er wird auch um die Deutung des Regimes geführt. Ist die Islamische Republik ein normaler Verhandlungspartner, dem man mit etwas Druck und etwas Geld eine neue Rolle geben kann? Oder bleibt sie ein System, das seine Bürger unterdrückt, Israel bedroht, Terrororganisationen finanziert und jede westliche Nachgiebigkeit als Schwäche liest? Wer in Paris die Gegner dieses Systems aus dem öffentlichen Raum drängt, schwächt nicht nur deren Stimme. Er schwächt auch die moralische Klarheit gegenüber Teheran.

Natürlich will Frankreich in den kommenden Verhandlungen Einfluss behalten. Barrot hat deutlich gemacht, dass Paris einer Aufhebung von UN-Sanktionen nicht zustimmen werde, solange die Bedingungen eines endgültigen Abkommens nicht überzeugen. Er sprach auch davon, dass Irans Raketenprogramm und die Unterstützung regionaler Stellvertreter eine Rolle spielen müssten. Das ist eine wichtige Linie. Doch diese Linie wird unglaubwürdig, wenn Frankreich gleichzeitig so wirkt, als sei ihm der offene Protest gegen Teheran zu unbequem.

Es geht hier nicht um die Verherrlichung einer Exilgruppe. Es geht um das Recht, gegen ein Regime zu demonstrieren, das politische Gegner verfolgt, Frauen entrechtet, Demonstranten töten lässt und Israel offen bedroht. Gerade weil der Nationale Widerstandsrat Iran umstritten ist, wäre Transparenz nötig. Die Pariser Polizei muss sagen, was konkret vorlag. Welche Gefahr bestand? Von wem ging sie aus? Warum kam das Verbot so spät? Warum genügten keine Auflagen? Ohne solche Antworten bleibt ein Verdacht zurück, den Frankreich selbst geschaffen hat.

Teheran braucht im Moment jeden Erfolg, den es nach innen verkaufen kann. Das US Iran Papier verschafft dem Regime bereits Luft. Die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen wird geöffnet, Ölfragen werden verhandelt, Sanktionen könnten gelockert werden, eingefrorene Gelder stehen wieder im Raum. Gleichzeitig feiern Vertreter des Regimes das Abkommen als Sieg. In dieser Lage hätte Frankreich zeigen müssen: Wir sprechen mit Teheran, aber wir schließen die Gegner Teherans nicht aus.

Stattdessen bleibt ein bitteres Bild. Während Minister telefonieren, wird eine Kundgebung verboten. Während Europa über neue Abkommen spricht, verlieren iranische Oppositionelle in Paris ihren Platz auf der Straße. Während Frankreich von den Opfern im Iran spricht, dürfen ausgerechnet deren Unterstützer nicht so demonstrieren, wie sie es geplant hatten.

Vielleicht wird ein Gericht das Verbot wieder aufheben, wie schon in einem früheren Fall. Vielleicht liefern die Behörden noch überzeugende Gründe nach. Bis dahin aber steht fest: Frankreich hat zur falschen Zeit die falsche Botschaft gesendet. Nicht nur an die iranische Opposition. Auch an Teheran.

Eine Demokratie muss mehr können, als Diktatoren diplomatisch die Hand zu reichen. Sie muss auch denen den Rücken stärken, die sich gegen Diktatoren stellen. Genau das ist Paris in diesem Moment nicht gelungen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 19. Juni 2026

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