Israel Apartheid Week nutzt Universitäten für antiisraelische Kampagnen weltweit


Unter dem Label Aktivismus wird an Universitäten weltweit gezielt ein Klima geschaffen, in dem Israel delegitimiert und jüdische Studierende unter Druck geraten. Was als politische Kampagne verkauft wird, hat längst konkrete Folgen auf dem Campus.

haOlam-News.de - Nachrichten aus Israel, Deutschland und der Welt.

Die sogenannte „Israel Apartheid Week“, organisiert von der BDS Movement, findet auch in diesem Jahr international statt und richtet sich bewusst an Hochschulen. Hinter Veranstaltungen, Vorträgen und Protesten steht eine klare Strategie: Israel soll nicht kritisiert, sondern grundsätzlich infrage gestellt werden.

Der Begriff „Apartheid“ ist dabei kein Zufall. Er ist ein politisches Werkzeug. Er soll Israel moralisch delegitimieren und emotional aufladen. Dass dieser Vergleich historisch und rechtlich nicht haltbar ist, spielt für die Kampagne keine Rolle. Entscheidend ist seine Wirkung.

Diese Wirkung zeigt sich vor allem dort, wo sie am sensibelsten ist: auf dem Campus.

Jüdische Studierende geraten ins Zentrum

Während die Organisatoren von „Solidarität“ sprechen, berichten jüdische Studierende weltweit von einer völlig anderen Realität. Sie erleben, wie Diskussionen über Israel in persönliche Angriffe übergehen, wie sie sich rechtfertigen müssen oder bewusst ausgegrenzt werden.

An Universitäten, die eigentlich Orte des offenen Austauschs sein sollten, entsteht zunehmend ein Klima der Einschüchterung. Wer sich zu Israel bekennt oder einfach jüdisch ist, gerät schnell in eine defensive Position.

Das Problem liegt nicht nur in einzelnen Aussagen, sondern im Gesamtbild. Wenn Israel systematisch als illegitim dargestellt wird, überträgt sich diese Haltung zwangsläufig auf Menschen, die mit dem Staat identifiziert werden. Genau hier verschwimmt die Grenze zwischen politischer Kritik und Antisemitismus.

Organisationen wie CAMERA warnen seit Jahren vor dieser Entwicklung. Der Apartheid-Vorwurf sei nicht nur falsch, sondern öffne gezielt Raum für antisemitische Narrative.

Universitäten als politisches Schlachtfeld

Die Wahl der Universitäten ist strategisch. Hier werden zukünftige politische Haltungen geprägt. Wer es schafft, in diesem Umfeld Narrative zu setzen, beeinflusst langfristig gesellschaftliche Debatten.

Die „Israel Apartheid Week“ nutzt genau diesen Raum. Veranstaltungen sind oft einseitig, Gegenpositionen kaum präsent. Die Grenze zwischen akademischer Diskussion und politischer Kampagne wird bewusst verwischt.

Hinzu kommt: Die Forderungen bleiben nicht theoretisch. In Europa wird offen dazu aufgerufen, Israel aus internationalen Programmen auszuschließen. Damit wird aus Ideologie konkrete Politik.

Normalisierung von Feindbildern

Besonders problematisch ist, wie selbstverständlich bestimmte Narrative inzwischen geworden sind. Begriffe wie „Apartheid“ oder „Kolonialismus“ werden genutzt, ohne ihre Bedeutung zu hinterfragen.

Das führt zu einer schleichenden Verschiebung. Was früher als extreme Position galt, wird heute auf dem Campus oft als akzeptabel wahrgenommen. Für jüdische Studierende bedeutet das, dass sie sich in einem Umfeld bewegen, in dem Feindbilder zunehmend normalisiert werden.

Israel wird dabei nicht als Staat unter vielen betrachtet, sondern als Sonderfall, an dem sich moralische Debatten entzünden. Diese Sonderrolle ist kein Zufall, sondern Teil der Strategie.

Mehr als Aktivismus

Für Israel ist diese Entwicklung nicht nur ein kommunikatives Problem. Sie betrifft die internationale Wahrnehmung des Landes und hat direkte Auswirkungen auf jüdisches Leben im Ausland.

Die „Israel Apartheid Week“ ist deshalb kein isoliertes Ereignis. Sie ist Ausdruck eines größeren Trends, in dem politische Kampagnen unter akademischem Deckmantel geführt werden und dabei bewusst Grenzen verschieben.

Was als Aktivismus beginnt, endet oft in Ausgrenzung. Und genau darin liegt die eigentliche Brisanz.



Autor: Bernd Geiger
Bild Quelle: By Gaza.png: Carlos Latuffderivative work: Israeli Apartheid Week Collective - http://www.apartheidweek.org/sites/apartheidweek.org/files/Israeli%20Apartheid%20Week%202009%20poster.jpg, CC BY-SA 2.5 ca, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39415027

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 26. März 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.

Weitere interessante Artikel

Newsletter