US-Gemeinde zahlt 19 Millionen Dollar, jahrelange Blockade einer Chabad-Synagoge rechtswidrig
Ein Gerichtsurteil beendet einen fast zwei Jahrzehnte dauernden Rechtsstreit.
Die Entscheidung stärkt religiöse Freiheit und setzt ein klares Signal gegen Diskriminierung.

Nach einem fast zwanzigjährigen Rechtsstreit muss die Gemeinde Old Westbury rund 19 Millionen Dollar an ein lokales Chabad-Zentrum zahlen. Hintergrund ist die Entscheidung eines US-Gerichts, dass die Blockade des Baus einer Synagoge rechtswidrig war.
Der Fall geht auf das Jahr 2001 zurück. Damals verabschiedeten die lokalen Behörden eine Regelung, die den Bau von Gotteshäusern an eine Mindestgröße von zwölf Acres knüpfte. Der Rabbiner Aaron Konikov plante zu diesem Zeitpunkt den Bau einer Synagoge auf seinem Grundstück, das jedoch nur etwa neun Acres umfasst.
Konikov und die Organisation Lubavitch of Old Westbury reichten 2008 Klage ein. Sie argumentierten, dass die Regelung gezielt darauf abzielte, den Bau der Synagoge zu verhindern und damit die religiöse Ausübung einzuschränken.
Im Oktober entschied US-Bezirksrichter Gary Brown eindeutig. Die Verordnung „diskriminiert verfassungswidrig die freie Religionsausübung und ist daher in ihrer Form ungültig“, stellte er fest.
34 Jahre Kampf um einen Ort des Gebets
Mit dem nun geschlossenen Vergleich verpflichtet sich die Gemeinde zur Zahlung von 19 Millionen Dollar. Die Summe wird über Versicherungen abgewickelt. Gleichzeitig erhält das Chabad-Zentrum die Möglichkeit, den Bau der Synagoge voranzutreiben.
Der Anwalt von Konikov sprach von einem langen und belastenden Weg. „Rabbi Konikov hat 34 Jahre gebraucht, um diesen Punkt zu erreichen. Er ist dankbar für die Verfassung und die Rolle des Gerichts“, erklärte er. Zugleich betonte er, dass nun eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde angestrebt werde.
Geplant ist ein Gebäude mit einer Fläche von über 20.000 Quadratfuß sowie ein angrenzender Parkplatz. Bis Januar 2027 muss ein entsprechender Antrag für die Nutzung des Grundstücks gestellt werden.
Der Fall ist kein Einzelfall. Vertreter der Chabad-Lubawitsch-Bewegung sehen sich in den USA immer wieder mit juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert, wenn sie neue Zentren errichten wollen. Erst im vergangenen Jahr wurde in einem ähnlichen Verfahren eine Zahlung von 950.000 Dollar vereinbart.
Die Entscheidung aus Old Westbury hat daher eine über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung. Sie macht deutlich, dass lokale Vorschriften nicht dazu genutzt werden dürfen, religiöse Gemeinschaften faktisch auszuschließen.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 9. April 2026