Mehrheit amerikanischer Juden lehnt US-Krieg gegen Iran ab und stellt Trumps Kurs infrage
Neue Umfrage zeigt klare Zahlen, aber auch tiefe Spaltung. Unterstützung für Israel bleibt, doch Zweifel an Strategie und politischem Vorgehen wachsen.

Eine neue Umfrage zeichnet ein differenziertes, aber deutliches Bild der Stimmung unter amerikanischen Juden. Eine Mehrheit lehnt den militärischen Kurs der USA im Krieg gegen den Iran ab, obwohl die Bedrohung durch Teheran grundsätzlich anerkannt wird.
Die Zahlen sind eindeutig. 55 Prozent der Befragten sprechen sich gegen den Krieg aus, während 32 Prozent ihn unterstützen. Weitere rund 25 Prozent zeigen sich hin und her gerissen. Sie sehen den Iran als Gefahr, halten den militärischen Weg jedoch für falsch.
Die Erhebung wurde von der Mellman Group unter 800 registrierten jüdischen Wählern in den USA durchgeführt. Damit liefert sie eine belastbare Momentaufnahme innerhalb einer politisch sehr aktiven Bevölkerungsgruppe.
Klare Kritik an politischem Vorgehen
Ein zentraler Punkt der Kritik richtet sich gegen das Vorgehen von Donald Trump.
Eine große Mehrheit der Befragten ist der Ansicht, dass der Präsident vor Beginn militärischer Aktionen die Zustimmung des US-Kongresses hätte einholen müssen. Selbst unter denjenigen, die den Krieg grundsätzlich unterstützen, vertritt etwa ein Drittel diese Position.
Darüber hinaus geben rund 40 Prozent der Befragten an, den Krieg abzulehnen, weil klare Auslöser und konkrete Ziele fehlen. Diese Einschätzung zeigt, dass es nicht nur um politische Haltung geht, sondern um Zweifel an der strategischen Ausrichtung.
Politische Spaltung prägt auch jüdische Gemeinschaft
Die Umfrage bestätigt ein Muster, das sich durch die gesamte amerikanische Gesellschaft zieht. Auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft verlaufen die Meinungen stark entlang politischer Linien.
Anhänger der Republikaner zeigen deutlich mehr Unterstützung für militärische Maßnahmen, während Wähler der Demokraten den Krieg überwiegend ablehnen.
Das ist insofern relevant, als die Mehrheit der amerikanischen Juden traditionell demokratisch wählt. Diese politische Verortung beeinflusst die Haltung zum Krieg maßgeblich.
Sorge um langfristige Folgen für Israel
Ein besonders sensibler Punkt betrifft die Verbindung zwischen den USA und Israel. Mehr als die Hälfte der Befragten äußert die Sorge, dass die enge militärische Zusammenarbeit langfristige negative Folgen haben könnte.
Dabei geht es nicht um eine Abkehr von Israel, sondern um die Wahrnehmung. Viele befürchten, dass der Krieg die Rolle Israels und der jüdischen Gemeinschaft in der amerikanischen Außenpolitik stärker in den Fokus rückt und damit politischen Druck erzeugt.
Kein einheitliches Bild
Die Ergebnisse zeigen vor allem eines. Die amerikanisch-jüdische Gemeinschaft ist keine homogene Gruppe.
Die Meinungen reichen von klarer Unterstützung über deutliche Ablehnung bis hin zu ambivalenten Positionen. Diese Vielfalt spiegelt sowohl politische Überzeugungen als auch unterschiedliche Einschätzungen der Sicherheitslage wider.
Für Israel ist diese Entwicklung nicht nebensächlich. Die Haltung amerikanischer Juden hat traditionell Einfluss auf die politische Debatte in den USA.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Unterstützung nicht automatisch bedeutet, jeden militärischen Schritt zu befürworten. Gerade in Zeiten eines umfassenden Krieges wird differenziert bewertet.
Autor: Redaktion
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Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 31. März 2026