Hamas-Terrorist kundschaftete Quelle vor Mord an Netanel Shakron aus
Neue Ermittlungen zeigen: Der 37-jährige Hamas-Aktivist war bereits einen Tag vor dem Anschlag an der Quelle bei Neveh Tzuf. Offenbar wusste er genau, dass dort unmittelbar vor Jom Kippur zahlreiche Israelis zum rituellen Eintauchen erwartet wurden.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Der Terroranschlag bei Neveh Tzuf war nach neuen Erkenntnissen der israelischen Sicherheitsbehörden offenbar vorbereitet. Der palästinensische Terrorist, der am Sonntag Netanel Shakron erschoss, hatte das Gebiet um die Quelle bereits etwa einen Tag zuvor aufgesucht. Nach übereinstimmenden Berichten israelischer Medien handelt es sich bei dem 37-Jährigen um einen HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Aktivisten. Die bisherigen Ermittlungen deuten darauf hin, dass er den eigentlichen Anschlag allein ausführte. Untersucht wird jedoch weiterhin, ob er bei Vorbereitung, Flucht oder Versorgung Unterstützung erhielt.
Damit bekommt der Mord unmittelbar vor Jom Kippur eine weitere Dimension. Nach den bisherigen Erkenntnissen kannte der Terrorist die Örtlichkeit und wusste offenbar, dass Israelis die Quelle Ein Ria bei Neveh Tzuf gerade am Vorabend des höchsten jüdischen Feiertages zum rituellen Eintauchen aufsuchen. Der Besuch am Vortag legt nahe, dass der Tatort nicht zufällig gewählt wurde. N12 berichtet, der Mann habe das Gelände ausgekundschaftet und anschließend diese besondere Situation vor Jom Kippur ausgenutzt.
Israelische Medien identifizieren den Terroristen als Kadri Samara, einen 37 Jahre alten Hamas-Aktivisten aus Biddu nordwestlich von JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen. Ynet berichtet ebenfalls, Samara habe sich bereits am Tag vor dem Anschlag im Bereich der Quelle aufgehalten. Nach dem Terroranschlag operierten israelische Kräfte auch in Biddu. Angaben palästinensischer Stellen über den Umfang dortiger Festnahmen sind bislang nicht unabhängig bestätigt.
Der Sohn saß neben seinem Vater
Shakron war gemeinsam mit seinem ältesten Sohn zur Quelle gefahren, um sich vor Jom Kippur rituell einzutauchen. Als der Terrorist das Feuer eröffnete, saßen Vater und Sohn im Familienwagen. Shakron wurde von mehreren Kugeln getroffen. Sein 16-jähriger Sohn blieb unverletzt und musste miterleben, wie sein Vater lebensgefährlich verwundet wurde. Rettungskräfte kämpften um Shakrons Leben und brachten ihn schließlich in das Beilinson-Krankenhaus in Petah Tikva. Dort konnten die Ärzte ihn nicht mehr retten.
Nach bisherigen Ermittlungsergebnissen traf ein militärischer Fährtensucher der Binyamin-Brigade schon während des Anschlags auf den Terroristen. Er eröffnete das Feuer und verletzte ihn. Der Angreifer schoss zurück und konnte zunächst entkommen. Dass der Soldat ihn traf, wurde später zu einem entscheidenden Teil der Fahndung: Samara suchte wegen seiner Verletzung medizinische Behandlung im Raum Ramallah.
Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet erhielt nach Angaben israelischer Medien schließlich Informationen über den Aufenthaltsort des Flüchtigen. Soldaten der Eliteeinheit Duvdevan drangen daraufhin in die Klinik ein und nahmen den verletzten Terroristen fest. Bilder aus dem Krankenhaus zeigten die israelischen Soldaten unmittelbar an seinem Bett. Das Fahrzeug, mit dem er zum Anschlagsort gekommen war, wurde ebenfalls sichergestellt. Später fanden israelische Kräfte auch die bei der Tat verwendete Schusswaffe.
Was zunächst wie eine schnelle Flucht nach einem Schusswaffenanschlag erschien, ergibt damit ein klareres Bild. Der Täter hatte die Quelle nach gegenwärtigem Ermittlungsstand bereits vorher besucht, kannte den Ort und schlug zu einem Zeitpunkt zu, an dem dort wegen Jom Kippur mit israelischen Besuchern zu rechnen war. Gleichzeitig spricht die bisherige Untersuchung dafür, dass Samara beim unmittelbaren Anschlag allein handelte. Beides schließt jedoch nicht aus, dass er zuvor Kontakte oder Helfer hatte. Genau diese Frage untersuchen Shin Bet und IDF weiter.
Hamas-Verbindung rückt in den Mittelpunkt
Die Identifizierung des Festgenommenen als Hamas-Aktivist ist sicherheitspolitisch besonders relevant. Sie bedeutet nach dem bisherigen Ermittlungsstand allerdings nicht automatisch, dass die Terrororganisation den Anschlag zentral angeordnet oder operativ gesteuert hat. Dafür gibt es bislang keine öffentlich vorgelegten Belege. Die Sicherheitsbehörden prüfen gerade, mit wem Samara vor dem Anschlag Kontakt hatte und ob weitere Personen an Planung oder Flucht beteiligt waren.
Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist diese Unterscheidung entscheidend. Ein Hamas-Terrorist kann eigenständig handeln und sich dennoch innerhalb des ideologischen und organisatorischen Umfelds der Terrororganisation bewegen. Gerade in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen versucht Hamas seit Jahren, Anschläge zu fördern und neue TerrorzellenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen aufzubauen. Ob Samaras Tat Teil einer solchen Struktur war oder ob er als Hamas-Aktivist tatsächlich ohne konkrete Unterstützung handelte, muss die weitere Untersuchung zeigen.
Netanel Shakron hinterlässt seine Frau Meirav und sechs Kinder. Der älteste Sohn, der neben ihm im Auto saß, besucht die elfte Klasse, das jüngste Kind ist vier Jahre alt. Shakron arbeitete als Analyst für Informationssysteme bei der Versicherungsgesellschaft Hachshara. Seine Frau, Dr. Meirav Shakron, lehrt an der Universität Ariel. Seine Beisetzung ist für Montagabend vorgesehen.
Der Anschlag ereignete sich ausgerechnet unmittelbar vor Jom Kippur. Nun deutet vieles darauf hin, dass dieser Zeitpunkt kein zufälliges Detail war. Der Terrorist kannte die Quelle, hatte sie zuvor aufgesucht und wusste nach Einschätzung der Ermittler um die besondere Bedeutung des Ortes an diesem Tag. Dass sein Opfer dort gemeinsam mit seinem Sohn einem jüdischen religiösen Brauch nachging, macht den Ablauf des Anschlags besonders deutlich.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 22. September 2026