Israel zieht Terrorgelder ein: Razzien gegen Empfänger von PA-Zahlungen
Israels Sicherheitskräfte haben in Ostjerusalem Bargeld, Gold und Fahrzeuge beschlagnahmt. Im Visier standen freigelassene Terroristen und Angehörige, die nach israelischen Angaben weiter Zahlungen der Palästinensischen Autonomiebehörde erhielten.

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IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen geht weiter gegen die finanzielle Belohnung von Terroristen vor. Kräfte der Jerusalemer Polizei, der Grenzpolizei und des Nationalen Büros zur Bekämpfung der TerrorfinanzierungPay for Slay: Wie Terror gegen Israelis weiter belohnt wird„Pay for Slay“ ist ein kritischer Begriff für palästinensische Zahlungen an in Israel inhaftierte Täter, freigelassene Gefangene und Familien getöteter Angreifer. Kritiker sehen darin eine Belohnung für Terror gegen Israelis.Mehr lesen durchsuchten am Mittwoch mehrere Häuser in OstjerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen. Grundlage waren Beschlagnahmeanordnungen von Verteidigungsminister Israel Katz. Nach Angaben der israelischen Behörden wurden fünf Fahrzeuge, rund 96.000 NIS Bargeld, Goldschmuck und weiteres Eigentum sichergestellt. Der Gesamtwert liegt demnach bei mehreren Hunderttausend Schekel. Die Aktion richtete sich gegen freigelassene Terroristen und Angehörige, die nach Behördenangaben weiterhin finanzielle Leistungen der Palästinensischen Autonomiebehörde für frühere Terrorakte erhielten.
Unter den Betroffenen befindet sich nach Polizeiangaben Muhammad Abd al-Rahman Abad, der 2002 an einem versuchten Selbstmordanschlag in Jerusalem beteiligt gewesen sein soll. Durchsucht wurde außerdem das Haus von Ahed Faiz Ali al-Natasha. Die israelischen Behörden führen ihn als HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Mitglied, das 2001 an der Planung einer Autobombe in Pisgat Ze'ev sowie eines Anschlags am Clal Center in Jerusalem beteiligt gewesen sei. Bei dem Anschlag wurden zwei Polizisten und zehn Zivilisten verletzt.
Abbas versprach Reform, Washington sieht Zahlungen weiterlaufen
Der Vorgang ist deshalb politisch brisant, weil PA-Präsident Mahmoud Abbas bereits im Februar 2025 eine grundlegende Reform des bisherigen Zahlungssystems angekündigt hatte. Die PA erklärte damals, die besonderen gesetzlichen Regelungen für Zahlungen an Gefangene, sogenannte Märtyrer und Verwundete würden aufgehoben. Künftig sollten Leistungen nach sozialen Bedürftigkeitskriterien über eine neue Institution vergeben werden. Ramallah stellte die Reform ausdrücklich als Abschaffung des alten Systems dar.
Ein Bericht des US-Außenministeriums an den Kongress kam im April 2026 jedoch zu einem anderen Ergebnis. Demnach habe die Palästinensische AutonomiebehördePLO: Die Organisation zwischen Terrorgeschichte, Oslo und MachtverlustDie PLO ist die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie wurde 1964 gegründet, wurde später international als Vertreterin der Palästinenser anerkannt und spielte im Oslo-Prozess eine zentrale Rolle.Mehr lesen trotz geänderter Mechanismen weiterhin Zahlungen und Leistungen an Terroristen und deren Familien erbracht. Washington erklärte ausdrücklich, eine Umstellung auf ein neues Sozialsystem erfülle den Taylor Force Act nicht, wenn die besonderen Leistungen für Terroristen und ihre Angehörigen faktisch fortgeführt würden. Nach den im Bericht zitierten israelischen Zahlen zahlte die PA im Jahr 2025 insgesamt 156 Millionen US-Dollar, rund 488,5 Millionen NIS. Davon sollen 126 Millionen Dollar an Terroristen und aus israelischer Haft Entlassene gegangen sein, weitere 30 Millionen Dollar an Familien von Terroristen, die bei Anschlägen ums Leben kamen.
Der US-Bericht formuliert die Schlussfolgerung ungewöhnlich deutlich: Die PA habe ein System zur finanziellen Unterstützung im Zusammenhang mit Terrorismus unter neuen Mechanismen und unter einem anderen Namen fortgesetzt. Gleichzeitig ist für eine saubere Einordnung wichtig, dass sich die Summe von 156 Millionen Dollar auf israelische Angaben stützt, die vom US-Außenministerium in seinem Bericht übernommen wurden. Die PA wiederum hält daran fest, dass ihr neues System ausschließlich nach sozialen Kriterien arbeitet.
Israel greift nicht nur Terroristen an, sondern auch ihre Finanzierung
Die Beschlagnahmungen in Jerusalem folgen einer seit Jahren verfolgten israelischen Strategie: Terrorismus soll sich finanziell nicht lohnen. Bereits frühere israelische Maßnahmen richteten sich gegen Gelder, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums von der PA an israelische Sicherheitsgefangene, ehemalige Gefangene und Angehörige als Belohnung für Terrorakte gezahlt wurden. Dafür wurden auf Grundlage israelischen Rechts Beschlagnahmeanordnungen gegen Geld und Vermögenswerte erlassen.
Genau darin liegt auch die politische Bedeutung der aktuellen Razzien. Die Debatte um das sogenannte „Pay for Slay“-System ist keine abstrakte Auseinandersetzung um einen Haushaltsposten in Ramallah. Aus israelischer Sicht geht es um einen Mechanismus, bei dem Menschen, die Israelis angreifen oder wegen Terrorismus verurteilt wurden, beziehungsweise deren Familien mit staatlich finanzierten Leistungen rechnen können. Wenn diese Zahlungen trotz angekündigter Reformen tatsächlich weiterlaufen, bleibt der zentrale israelische Vorwurf bestehen: Terror wird nicht nur politisch glorifiziert, sondern materiell belohnt.
Die aktuelle Operation setzt deshalb an einem entscheidenden Punkt an. Wer Terror finanziell belohnt, schafft einen Anreiz, den Israel nach den Erfahrungen jahrzehntelanger Anschläge nicht hinnehmen muss. Dass Jerusalem solche Gelder und daraus erworbenes Vermögen beschlagnahmt, ist deshalb nicht bloß eine Polizeimaßnahme. Es ist Teil des Kampfes gegen die Infrastruktur, die Terroristen auch nach ihren Taten finanziell absichert.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 30. August 2026