Terroranschlag nahe Jericho: Israeli vor den Augen seiner Familie niedergestochen
Ein 24 Jahre alter israelischer Soldat wurde bei einem Zwischenstopp nahe Al-Auja von hinten mit einem Messer angegriffen. Seine Frau und seine Kinder saßen währenddessen im Auto. Der mutmaßlich 16 Jahre alte Terrorist ist auf der Flucht, IDF und Shin Bet durchsuchen die Region. Hamas begrüßte den Anschlag.

Bildnachweis: IDF Sprecher
Ein 24 Jahre alter Israeli ist am Sonntagmorgen bei einem Terroranschlag nahe Jericho mittelschwer verletzt worden. Der Mann war mit seiner Frau und seinen Kindern unterwegs, als er an einem Einkaufskomplex bei Al-Auja an der Route 90 anhielt.
Nach den inzwischen vorliegenden Informationen stieg er aus dem Auto, um Zigaretten zu kaufen. Seine Familie blieb im Wagen.
Dann wurde er von hinten niedergestochen.
Der Bruder des Opfers, Shlomo Hanaya, schilderte dem israelischen Sender Kan Reshet Bet, wie knapp die Situation offenbar an einem noch schlimmeren Ausgang vorbeiging.
„Mein Bruder stand draußen am Auto, während seine Frau und seine Kinder drinnen waren“, sagte Hanaya. Dass sein Bruder nur mittelschwer verletzt worden sei, bezeichnete er als „großes Wunder“.
Nach seinen Angaben ist der 24-Jährige IDF-Soldat und befand sich mit seiner Familie im Urlaub.
„Er hielt unterwegs an, um Zigaretten zu kaufen, und der Terrorist wartete einfach auf ihn“, sagte Hanaya.
Der Verletzte wurde vom Rettungsdienst Magen David Adom versorgt und anschließend in das Shaare Zedek Medical Center nach JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen gebracht. Nach israelischen Medienberichten stammt er aus der ultraorthodoxen Stadt Betar Illit.
Mutmaßlich 16 Jahre alter Angreifer auf der Flucht
Nach dem Messerangriff floh der Täter sofort vom Tatort. Israelische Medien berichten, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen 16-Jährigen handeln soll.
IDF und israelische Polizei starteten daraufhin eine großangelegte Fahndung.
Nach Angaben eines Sicherheitsvertreters gegenüber Kan wurden die Zufahrten nach Al-Auja und in das nahe gelegene Fasayil blockiert. Auch mehrere Zugänge nach Jericho wurden gesperrt.
An der Suche beteiligen sich unter anderem Soldaten der auf Terrorbekämpfung spezialisierten Duvdevan-Einheit, Kräfte der Aufklärungseinheit 636 und Soldaten der Jordan Valley Division. Auch militärische Luftfahrzeuge sind im Einsatz.
Inzwischen haben sich zudem der Shin Bet und die israelische Zivilverwaltung an der Fahndung beteiligt. Sicherheitskräfte gehen nach den vorliegenden Berichten von Haus zu Haus, um den flüchtigen Angreifer aufzuspüren.
Parallel sichern Beamte der Polizeistation Jordantal und Ermittler des Polizeibezirks Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen Spuren am Tatort.
Hamas begrüßt den Messerangriff
Während die israelischen Sicherheitskräfte nach dem Täter suchen, veröffentlichte HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen eine Erklärung, in der sie den Anschlag ausdrücklich begrüßte.
Die Terrororganisation stellte die Messerattacke als Reaktion auf angebliche Gewalt israelischer Siedler in Judäa und Samaria sowie auf eine von ihr behauptete zunehmende „Schändung“ der Al-Aqsa-Moschee dar.
Hamas übernahm nach den bislang vorliegenden Angaben nicht die Verantwortung für den Anschlag. Ihre öffentliche Unterstützung zeigt jedoch erneut, wie Angriffe auf israelische Zivilisten und Soldaten von der Terrororganisation politisch legitimiert und gefeiert werden.
Im aktuellen Fall befand sich das Opfer nicht bei einem militärischen Einsatz.
Der Soldat war mit seiner Frau und seinen Kindern unterwegs.
Ein kurzer Halt an einem Geschäft reichte aus, um zum Ziel eines Messerangriffs zu werden.
Während der 24-Jährige in Jerusalem behandelt wird, läuft die Fahndung nach dem Täter weiter.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 23. August 2026