Moscheeangriff bei Ramallah: Verbrechen mutmaßlicher Extremisten darf nicht zur Hetze gegen alle Israelis werden


Ein mutmaßlicher Brandanschlag auf eine Moschee bei Ramallah erschüttert. Wer daraus Kollektivschuld gegen Israelis oder Juden macht, missbraucht das Verbrechen für neue Hetze.

Moscheeangriff bei Ramallah: Verbrechen mutmaßlicher Extremisten darf nicht zur Hetze gegen alle Israelis werden
Bildnachweis: Symbolbild

Ein mutmaßlicher Brandanschlag jüdischer Extremisten auf eine Moschee bei Ramallah ist, wenn sich die Berichte bestätigen, ein schweres Verbrechen und eine Schande. Nach Angaben palästinensischer Medien sollen Angreifer in Burqa zunächst ein Fahrzeug nahe der Moschee angezündet, anschließend Türen des Gotteshauses aufgebrochen und den Eingangsbereich in Brand gesetzt haben, während sich Gläubige im Gebäude befanden. Der Vorsitzende des Dorfrates sagte der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa, die Betenden hätten das Feuer löschen können, bevor es sich ausbreitete. Verletzte wurden nach den bisherigen Berichten nicht gemeldet.

Daran gibt es nichts schönzureden. Ein Angriff auf ein Gotteshaus ist kein Protest, keine politische Botschaft und keine „Antwort“ auf irgendetwas. Wer eine Moschee anzündet, erst recht während sich Menschen darin befinden, überschreitet eine Grenze, die ein Rechtsstaat nicht dulden darf. Wenn Täter ermittelt werden, müssen sie strafrechtlich verfolgt werden. IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen darf gegenüber jüdischem Extremismus keine Nachsicht zeigen, nicht aus Rücksicht auf internationale Kritik, sondern aus eigenem Anspruch. Ein Staat, der seine Bürger vor Terror schützt, muss auch jene bekämpfen, die im eigenen Lager Gewalt gegen Zivilisten, religiöse Stätten oder fremdes Eigentum verüben.

Die gemeldeten Angriffe in Burqa stehen offenbar nicht allein. Auch aus Deir Dibwan wurden Brandstiftungen gemeldet. Wafa berichtete, Angreifer hätten dort zwei palästinensische Fahrzeuge in Brand gesetzt und weitere beschädigt. Die israelische Armee bestätigte laut internationalen Berichten, dass Kräfte zu mehreren Orten entsandt worden seien, nachdem Meldungen über Brandstiftung und Unruhen eingegangen waren.

Gerade deshalb muss die Sprache präzise bleiben. Es geht um mutmaßliche Täter, um Extremisten, um konkrete Gewalt. Es geht nicht um „die Israelis“. Es geht nicht um „die Juden“. Wer ein solches Verbrechen benutzt, um ein ganzes Volk, einen ganzen Staat oder jüdische Menschen weltweit unter Generalverdacht zu stellen, verhält sich moralisch nicht überlegen. Er macht aus einer Straftat ein Werkzeug der Kollektivschuld. Genau diese Logik ist gefährlich. Sie nimmt reale Opfer nicht ernst, sondern benutzt sie, um alten Hass neu zu füttern.

Es ist möglich und notwendig, jüdischen Extremismus klar zu verurteilen, ohne die antisemitischen Deutungsmuster der Israelhasser zu bedienen. Wer eine Moschee anzündet, handelt gegen Recht, gegen Menschlichkeit und gegen jedes Mindestmaß religiösen Respekts. Aber wer daraus ableitet, Israel als Ganzes sei verbrecherisch oder Juden seien kollektiv verantwortlich, denkt in derselben entmenschlichenden Logik, die er angeblich bekämpft. Kollektivschuld bleibt Kollektivschuld, auch wenn sie sich als Empörung tarnt.

Israelische Gesellschaft und Politik müssen sich dieser Gewalt stellen. Kritiker werfen den Behörden seit Jahren vor, gegen gewalttätige Siedlerextremisten nicht konsequent genug vorzugehen. Auch internationale Medien verweisen darauf, dass Festnahmen und Verurteilungen in solchen Fällen häufig selten sind. Dieser Vorwurf ist ernst und gehört geprüft, denn Rechtsstaatlichkeit zeigt sich nicht nur im Kampf gegen äußere Feinde, sondern auch im Umgang mit Tätern aus der eigenen Gesellschaft.

Doch ebenso ernst ist der zweite Teil der Wahrheit: Israel befindet sich in einer Lage, in der jeder Vorfall sofort international gegen den gesamten Staat verwendet wird. Terror der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, Raketen der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, iranische Drohungen und tägliche Angriffe auf Israelis verschwinden in solchen Momenten oft aus dem Blick. Ein mutmaßliches Verbrechen jüdischer Extremisten wird dann nicht als Straftat einzelner Täter behandelt, sondern als angeblicher Beweis gegen Israel insgesamt. Das ist nicht Aufklärung. Das ist politische Instrumentalisierung.

Wer wirklich an Recht interessiert ist, muss beides sagen können. Ja, ein Angriff auf eine Moschee ist verwerflich und muss verfolgt werden. Ja, Opfer palästinensischer Zivilisten haben Anspruch auf Schutz, Würde und Gerechtigkeit. Und ja, es ist zugleich unanständig, aus solchen Taten eine Anklage gegen alle Israelis oder gegen jüdische Menschen zu machen. Eine Gesellschaft ist nicht identisch mit ihren Extremisten. Ein Staat ist nicht identisch mit jedem Verbrecher, der sich auf ihn beruft.

Das ist gerade in dieser Region entscheidend. Der Konflikt wird seit Jahren von Kräften vergiftet, die keine Menschen mehr sehen, sondern nur Gruppen. Für die einen ist jeder Palästinenser ein Feind. Für die anderen ist jeder Israeli ein Täter. Beide Denkmuster zerstören jede moralische Ordnung. Wer sie übernimmt, verliert den Blick auf Verantwortung. Verantwortung ist konkret. Täter haben Namen. Opfer haben Gesichter. Schuld ist individuell festzustellen, nicht ethnisch, religiös oder national zu verteilen.

Ein Rechtsstaat muss solche Taten ahnden. Medien müssen sie berichten. Politiker müssen sie benennen. Aber niemand sollte zulassen, dass ein Brandanschlag auf eine Moschee zum nächsten Baustein einer pauschalen Dämonisierung Israels wird. Gerade weil die Tat schlimm ist, darf sie nicht in Hass verwandelt werden. Gerechtigkeit verlangt Genauigkeit. Alles andere ist PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Montag, 15. Juni 2026

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