Trump ruft Israel und Iran zum sofortigen Stopp der Angriffe auf


Nach neuen iranischen Raketenangriffen und israelischen Schlägen in Iran fordert Donald Trump ein sofortiges Ende der Feuerwechsel. Jerusalem steht damit zwischen Abschreckung und amerikanischem Druck.

Trump ruft Israel und Iran zum sofortigen Stopp der Angriffe auf
Bildnachweis: The White House

US-Präsident Donald Trump hat IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und Iran öffentlich aufgefordert, die gegenseitigen Angriffe sofort einzustellen. Auf Truth Social schrieb er am Montag, beide Seiten müssten unmittelbar aufhören zu „schießen“. Der Aufruf kam nach mehreren iranischen Raketenwellen gegen Israel, Angriffen der HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen aus dem Jemen und israelischen Luftschlägen gegen Ziele in Iran, darunter Luftabwehrsysteme, militärische Anlagen und eine petrochemische Anlage nahe Mahshahr im Südwesten des Landes.

Bis Montagmittag hatte Iran nach israelischen Angaben mehr als 20 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert, hinzu kamen zwei Raketen der Huthi aus dem Jemen. Nach Angaben der IDF wurden die iranischen Raketen entweder abgefangen oder erreichten ihr Ziel nicht; eine Huthi-Rakete fiel offenbar vor israelischem Gebiet nieder, die andere wurde abgeschossen. Die IDF geht inzwischen davon aus, dass die neue Kampfrunde mehrere Tage dauern und sich im schlimmsten Fall wieder zu einem offenen Krieg ausweiten könnte.

Israel reagierte mit Angriffen auf Iran. Nach Angaben der IDF wurden in zwei Wellen neun iranische Luftabwehr- und Radarsysteme sowie ein petrochemischer Komplex mit mehreren Einrichtungen getroffen. Einige dieser Anlagen sollen nach israelischer Darstellung für die Herstellung ballistischer Raketen relevant sein. Die Angriffe zielten auch auf Systeme, mit denen Teheran seine durch frühere Operationen beschädigte Luftverteidigung wiederherstellen wollte.

Trump versucht nun, die Dynamik zu stoppen, weil seine Regierung weiter auf ein Abkommen mit Teheran drängt. Bereits nach den ersten iranischen Angriffen hatte er Iran aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und eine Vereinbarung zu schließen. Zugleich hatte er Netanyahu nach israelischen und amerikanischen Berichten gedrängt, auf weitere Gegenschläge zu verzichten. Nun erhöht er den öffentlichen Druck auf beide Seiten.

Für Israel ist diese Forderung heikel. Aus amerikanischer Sicht soll eine größere Eskalation verhindert werden, damit ein Iran-Deal nicht scheitert. Aus israelischer Sicht aber darf der Eindruck nicht entstehen, dass Iran Raketen auf israelische Städte feuern kann und anschließend durch amerikanische Diplomatie vor Konsequenzen geschützt wird. Dass alle Geschosse abgefangen wurden, macht den Angriff nicht harmlos. Ballistische Raketen, die Wohngebiete treffen, können ganze Straßenzüge zerstören und zahlreiche Menschen töten.

Der Kern der Lage bleibt deshalb unverändert: Iran versucht, seine Angriffe als Antwort auf israelische Schläge gegen die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon darzustellen und damit die libanesische Front in die amerikanisch-iranischen Verhandlungen hineinzuziehen. Israel will genau diese Gleichung verhindern. Wenn Teheran erreichen würde, dass jeder israelische Angriff auf Hisbollah-Ziele automatisch als Anlass für iranische Raketen und amerikanischen Druck gegen JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen dient, wäre die Hisbollah faktisch politisch geschützt.

Hinzu kommt die Rolle der Huthi. Die jemenitische Terrorbewegung bekannte sich zu Angriffen auf Israel und drohte erneut mit Maßnahmen gegen israelische Schifffahrt im Roten Meer. Damit wird aus israelischer Sicht erneut sichtbar, dass Iran nicht nur direkt handelt, sondern mehrere Fronten aktiviert: Libanon, Jemen, Seewege und Raketenangriffe sollen zusammen Druck erzeugen.

Die nächsten Stunden werden zeigen, ob Trumps Appell Wirkung entfaltet. Israel hat militärisch geantwortet und Irans Luftabwehr weiter geschwächt. Iran wiederum droht mit weiteren Angriffen. Die USA wollen eine diplomatische Lösung retten, während Jerusalem verhindern muss, dass Diplomatie zur Deckung für iranische Raketenpolitik wird. Genau darin liegt die Gefahr dieser Mittagslage: Nicht nur Raketen entscheiden über den nächsten Schritt, sondern die Frage, wer die politische Deutung der Eskalation gewinnt.

Thematische Einordnung


Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Montag, 8. Juni 2026

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