Nach tödlichem Iran-Angriff auf US-Soldaten: Amerika bombardiert Revolutionsgarden
Zwei US-Soldaten wurden bei einem iranischen Raketen- und Drohnenangriff in Jordanien getötet, ein weiterer wird vermisst. Washington reagierte mit einer achten Angriffswelle gegen das Regime und seine Revolutionsgarden.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Nach dem tödlichen Angriff des iranischen Regimes auf amerikanische Soldaten in Jordanien haben die Vereinigten Staaten ihre Militärschläge gegen Ziele im Iran ausgeweitet. Das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando CENTCOM meldete in der Nacht zum Sonntag den Abschluss der achten aufeinanderfolgenden Angriffswelle.
Dabei seien militärische Einrichtungen des Regimes sowie Einheiten der Islamischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen angegriffen worden, die nach amerikanischen Angaben unmittelbar an der Attacke auf die US-Soldaten beteiligt waren. Die neuen Schläge dienen laut CENTCOM dazu, die militärischen Fähigkeiten des Iran weiter zu schwächen und die Verantwortlichen für den Angriff in Jordanien „rasch zu bestrafen“.
Am 17. Juli hatten das US-Militär und verbündete Kräfte in Jordanien versucht, einen Angriff mit iranischen ballistischen Raketen und Drohnen abzuwehren. Zwei amerikanische Soldaten wurden dabei getötet. Ein weiterer Angehöriger der US-Streitkräfte gilt als vermisst.
Vier verwundete US-Soldaten mussten in jordanische Krankenhäuser gebracht werden. Nach Angaben von CENTCOM konnten sie inzwischen entlassen werden. Weitere Soldaten, die wegen leichterer Verletzungen untersucht wurden, seien in den Dienst zurückgekehrt.
Die Namen und Einheiten der Getöteten wurden zunächst nicht veröffentlicht. CENTCOM erklärte, weitere Angaben würden aus Rücksicht auf die Familien frühestens 24 Stunden nach der Benachrichtigung der nächsten Angehörigen bekannt gegeben.
USA greifen die Verantwortlichen im Iran an
Die amerikanische Angriffswelle begann am Samstag um 18 Uhr US-Ostküstenzeit, entsprechend Mitternacht deutscher Zeit. CENTCOM erklärte, die Streitkräfte hätten während der achten Angriffsnacht mehrere Kategorien militärischer Ziele erfolgreich getroffen.
Dazu gehörten Einrichtungen zur Küstenüberwachung, Stellungen und Anlagen der iranischen Luftverteidigung, maritime militärische Fähigkeiten sowie Lagerstätten für Raketen und Angriffsdrohnen. Darüber hinaus seien Kräfte der Islamischen Revolutionsgarden angegriffen worden, die am 17. Juli die Attacke gegen die amerikanischen Soldaten in Jordanien ausgeführt hätten.
Über den Umfang der Schäden oder die Zahl der getöteten Angehörigen der Revolutionsgarden machte CENTCOM zunächst keine Angaben.
Mit den Angriffen verfolgt Washington nach eigener Darstellung zwei Ziele. Einerseits soll die Fähigkeit des iranischen Regimes geschwächt werden, die internationale Handelsschifffahrt in der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen zu bedrohen. Andererseits soll der tödliche Angriff auf amerikanische Soldaten nicht unbeantwortet bleiben.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtswegen für die globale Energieversorgung. Das Regime in Teheran und seine Revolutionsgarden haben wiederholt Handelsschiffe bedroht und die Meerenge als Druckmittel gegen die internationale Gemeinschaft eingesetzt. Die amerikanischen Angriffe richten sich deshalb nicht allein gegen einzelne Abschussstellungen, sondern zunehmend auch gegen die militärische Infrastruktur, mit der der Iran den Schiffsverkehr überwacht und bedroht.
Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ ereignete sich der tödliche Angriff auf dem Muwaffaq-Salti-Luftwaffenstützpunkt bei Azraq. Auf dem Stützpunkt sollen neben den personellen Verlusten auch bemannte und unbemannte Flugzeuge beschädigt worden sein. CENTCOM nannte den genauen Standort in seiner offiziellen Verlustmeldung allerdings nicht.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Tod der Soldaten gegenüber der „New York Post“ als „Schande“. Die Soldaten hätten ihren Einsatz geleistet, weil sie verhindern wollten, dass der Iran in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Der Präsident hatte zuvor mehrfach deutlich gemacht, dass Angriffe auf amerikanische Soldaten eine entschlossene Reaktion der Vereinigten Staaten auslösen würden.
Teheran verbreitet neue Trefferbehauptungen
Iranische Staatsmedien berichteten während der amerikanischen Angriffe von Explosionen in mehreren Teilen des Landes. Genannt wurden die Umgebung von Hajiabad in der Provinz Hormozgan, die Hafenstadt Bandar Abbas, die strategisch wichtige Insel Qeshm und ein Gebiet bei Shadegan in der südwestiranischen Provinz Khuzestan.
Eine Bestätigung dieser einzelnen Ortsangaben durch CENTCOM liegt bislang nicht vor. Ebenso gibt es noch keine unabhängig überprüfbare Bilanz der im Iran verursachten Schäden.
Gleichzeitig behauptete die iranische Armee über das staatlich kontrollierte Fernsehen, zwei amerikanische Militärstützpunkte in Kuwait angegriffen zu haben. Einen belastbaren Beleg für Treffer oder Schäden an US-Einrichtungen legte das Regime nicht vor.
Kuwait meldete zwar erneut den Anflug iranischer Raketen und Drohnen sowie den Einsatz seiner Luftverteidigung. Daraus folgt jedoch nicht, dass die von Teheran genannten amerikanischen Ziele tatsächlich getroffen wurden. Die Angaben des Regimes sind daher als unbestätigte Behauptungen zu behandeln.
Bereits zuvor hatten iranische Angriffe in Kuwait nicht nur militärische Ziele bedroht. Raketen, Drohnen und herabfallende Trümmerteile trafen beziehungsweise beschädigten auch zivile Infrastruktur, darunter eine Stromanlage und eine Meerwasserentsalzungsanlage. Mehrere kuwaitische Soldaten wurden durch Trümmer abgefangener Flugkörper verletzt.
Der Angriff in Jordanien markiert nun eine weitere Eskalation. Erstmals seit dem erneuten Ausbruch der offenen Kämpfe bestätigten die Vereinigten Staaten den Tod eigener Soldaten durch unmittelbare iranische Feindeinwirkung. Das Regime hat damit nicht nur amerikanische Einrichtungen bedroht, sondern US-Soldaten getötet und weitere verwundet.
Washington reagierte wenige Stunden später mit gezielten Schlägen gegen die militärischen Strukturen der Islamischen Republik. Die Verantwortung dafür liegt bei der Führung in Teheran, die ihre Raketen- und Drohnenangriffe trotz der absehbaren Folgen fortsetzt und dabei auch das Territorium anderer Staaten zum Schauplatz ihres Krieges macht.
Die nächsten Mitteilungen von CENTCOM dürften zeigen, ob der vermisste Soldat gefunden werden konnte und welche Einheiten der Revolutionsgarden bei den Vergeltungsschlägen getroffen wurden. Auch eine genauere Schadensbewertung der angegriffenen iranischen Küsten-, Luftverteidigungs- und Raketenanlagen steht noch aus.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 19. Juli 2026