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Siebte Angriffsnacht: USA treffen Irans Waffenlager und Seestreitkräfte


Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffe griffen erneut militärische Ziele in Iran an. Zugleich verschärfen die USA ihre Blockade iranischer Häfen, während Teheran mit Angriffen auf amerikanische Stützpunkte und zivile Infrastruktur antwortet.

Siebte Angriffsnacht: USA treffen Irans Waffenlager und Seestreitkräfte
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Die Vereinigten Staaten haben in der Nacht zum Samstag ihre siebte aufeinanderfolgende Angriffswelle gegen das iranische Regime abgeschlossen. Nach Angaben des US-Zentralkommandos CENTCOM richteten sich die Angriffe gegen Überwachungsanlagen, militärische Logistik, unterirdische WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen und Fähigkeiten der iranischen Seestreitkräfte.

An der Operation waren amerikanische Kampfflugzeuge, Drohnen und Kriegsschiffe beteiligt. CENTCOM erklärte, die Angriffe sollten die militärischen Fähigkeiten Irans weiter schwächen. Über die genaue Zahl der getroffenen Ziele und eine unabhängige Bewertung der Schäden machte das Kommando zunächst keine Angaben.

Die neue Angriffswelle unterscheidet sich in ihrer Zielauswahl von den ersten amerikanischen Reaktionen auf die iranischen Attacken in der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen. Anfangs standen vor allem Küstenradare, Flugabwehrsysteme, Raketenstellungen und Drohnenanlagen im Süden Irans im Mittelpunkt. Inzwischen greifen die Vereinigten Staaten offenbar auch weiter im Landesinneren gelegene Logistik- und Waffenlager an.

Iranische Staatsmedien berichteten kurz nach der CENTCOM-Erklärung über mehrere Explosionen in Yazd im Zentrum des Landes. Auch aus Ahvaz im Südwesten wurden amerikanische Raketenangriffe gemeldet. Diese Angaben und mögliche Opferzahlen konnten zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.

Blockade iranischer Häfen wird durchgesetzt

Parallel zu den Luftangriffen veröffentlichte CENTCOM eine erste konkrete Bilanz zur erneuten Durchsetzung der amerikanischen Blockade gegen iranische Häfen. Seit deren Wiedereinsetzung hätten amerikanische Streitkräfte vier Handelsschiffe umgeleitet, ein weiteres Schiff außer Gefecht gesetzt und ein zusätzliches Schiff betreten, um die Einhaltung der Blockade zu kontrollieren.

Welche Schiffe betroffen waren, aus welchen Staaten sie kamen und wodurch das eine Schiff außer Gefecht gesetzt wurde, teilte CENTCOM zunächst nicht mit. Deshalb lässt sich auch nicht abschließend beurteilen, auf welcher rechtlichen Grundlage die einzelnen Maßnahmen erfolgten.

Wichtig ist die Abgrenzung: Die Vereinigten Staaten erklären nicht sämtliche Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus für blockiert. Nach ihrer Darstellung richtet sich die Maßnahme gegen iranische Häfen, iranische Schiffe und Transporte für iranische Auftraggeber. Schiffen mit anderen Zielen soll die Passage grundsätzlich weiterhin möglich sein.

Der operative Schwerpunkt liegt darauf, die RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen daran zu hindern, zivile Schiffe anzugreifen und die Meerenge als wirtschaftliches Druckmittel zu kontrollieren. Iran hatte Handelsschiffe beschossen und behauptet, die Passage nur nach Abstimmung mit seinen Behörden zuzulassen. Damit versuchte das Regime, eine der wichtigsten internationalen Wasserstraßen seiner eigenen Kontrolle zu unterwerfen.

Bereits am Freitag zerstörten amerikanische Streitkräfte nach Angaben von CENTCOM einen Überwachungsturm am Hafen Shahid Kalantari in Tschabahar an der Küste des Golfs von Oman. Die Anlage soll Teil eines Netzwerks der Revolutionsgarden gewesen sein, mit dem Handelsschiffe erfasst, verfolgt und für mögliche Angriffe ausgewählt wurden.

CENTCOM erklärte, die Zerstörung des Turms beeinträchtige unmittelbar die Fähigkeit der Revolutionsgarden, Angriffe auf zivile Besatzungen zu koordinieren. Eine unabhängige Bestätigung der konkreten militärischen Nutzung der Anlage lag zunächst nicht vor. Dass Iran Überwachungssysteme entlang seiner Küsten für die Kontrolle des Schiffsverkehrs einsetzt, ist jedoch unstrittig.

Die Vereinigten Staaten hatten in den ersten drei Nächten der aktuellen Kampagne nach eigener Bilanz bereits mehr als 300 Ziele angegriffen. Die nun erreichte siebte Nacht zeigt, dass Washington nicht mehr nur eine einzelne Vergeltungsaktion durchführt. Es handelt sich um eine fortgesetzte militärische Operation zur Schwächung der iranischen Raketen-, Marine-, Überwachungs- und Logistikfähigkeiten.

Iran greift die Versorgung seiner Nachbarn an

Das iranische Regime reagiert mit Raketen- und Drohnenangriffen auf amerikanische Einrichtungen und verbündete Staaten in der Region. In Kuwait geriet nach Angaben des dortigen Ministeriums für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien infolge iranischer Drohnenangriffe eine Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung in Brand.

Mehrere Einheiten der Anlage wurden vorsorglich abgeschaltet. Einsatzkräfte arbeiteten an der Eindämmung des Feuers. Angriffe auf die Wasser- und Stromversorgung eines Nachbarstaates sind keine legitime Verteidigung der iranischen Bevölkerung. Sie verlagern den Krieg bewusst auf zivile und lebensnotwendige Infrastruktur.

Gerade in den Golfstaaten sind Meerwasserentsalzungsanlagen für die Versorgung der Bevölkerung unverzichtbar. Ihre Beschädigung kann weit über den unmittelbaren Brand hinaus Folgen für Trinkwasser, Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen haben. Teherans Eskalation gefährdet damit nicht nur amerikanische Soldaten, sondern auch Millionen Menschen in Staaten, die als Aufnahmeländer amerikanischer Truppen ins Visier des Regimes geraten.

Die Revolutionsgarden behaupteten außerdem, einen amerikanischen Spezialeinsatzstützpunkt im syrischen al-Tanf angegriffen und dabei US-Soldaten getötet oder gefangen genommen zu haben. CENTCOM wies diese Behauptung ausdrücklich zurück. In der Region seien zuletzt weder amerikanische Soldaten getötet noch gefangen genommen worden.

Die iranische Darstellung ist zusätzlich zweifelhaft, weil die Vereinigten Staaten den betreffenden Stützpunkt bereits Monate zuvor verlassen hatten. Die Behauptung reiht sich in die propagandistischen Erfolgsmeldungen der Revolutionsgarden ein, bei denen tatsächliche Angriffe, angebliche Treffer und frei erfundene Opferzahlen häufig vermischt werden.

Mohsen Rezai, ein Berater der iranischen Führung und ehemaliger Kommandeur der Revolutionsgarden, drohte unterdessen mit dem Übergang zu „umfassenden offensiven Operationen“, sollten die amerikanischen Angriffe noch mehrere Tage andauern. Falls die Vereinigten Staaten versuchten, Gebiete oder Anlagen zu besetzen, werde Iran von einem angeblichen Verteidigungskrieg zu einem Angriffskrieg übergehen.

Diese Wortwahl entlarvt das Narrativ des Regimes. Iran bezeichnet seine bisherigen Attacken auf Handelsschiffe, Nachbarstaaten und zivile Infrastruktur als Verteidigung, obwohl sie weit über den Schutz des eigenen Staatsgebiets hinausgehen. Mit der angekündigten „offensiven“ Phase versucht die Führung, weitere Eskalationen bereits im Voraus zu rechtfertigen.

Gleichzeitig deuten Berichte darauf hin, dass Präsident Donald Trump noch wesentlich umfangreichere Angriffe erwägt. Die amerikanische Regierung hat IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen gebeten, in den kommenden Tagen Dutzende zusätzliche Tankflugzeuge aufzunehmen. Zur Diskussion stehen Angriffe auf weitere militärische Infrastruktur, mutmaßliche unterirdische Atomanlagen und möglicherweise auch Teile der iranischen Energieversorgung.

Eine endgültige Entscheidung über einen solchen Großangriff ist nach bisherigen Angaben noch nicht gefallen. Die siebte Angriffsnacht und die Vorbereitung zusätzlicher Luftbetankungskapazitäten zeigen jedoch, dass Washington mit einer länger dauernden Operation rechnet und die militärischen Voraussetzungen dafür schafft.

Das iranische Regime kann die Eskalation jederzeit begrenzen, indem es die Angriffe auf Handelsschiffe und Nachbarstaaten beendet, die Straße von Hormus tatsächlich öffnet und seine Verpflichtungen bei den Atomverhandlungen erfüllt. Stattdessen bedroht es die Energie- und Wasserversorgung der Region und versucht, die wirtschaftlichen Folgen seines Vorgehens auf andere Staaten abzuwälzen.

Die siebte Angriffsnacht ist deshalb nicht nur eine weitere Zahl in der Chronologie des Krieges. Sie markiert den Übergang von begrenzten amerikanischen Vergeltungsschlägen zu einer systematischen Kampagne gegen die militärische Infrastruktur des iranischen Regimes.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 18. Juli 2026

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