Iran meldet Angriffe auf US-nahe Ziele und warnt Golfstaaten vor Unterstützung der USA
Nach den US-Schlägen gegen iranische Raketen-, Drohnen- und Radaranlagen spricht Teheran von „defensiven“ Gegenangriffen. Bahrain verurteilte zugleich neue iranische Drohnenangriffe auf sein Gebiet.

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Iran hat nach eigenen Angaben Ziele angegriffen, die mit den Vereinigten Staaten in Verbindung stehen. Teheran bezeichnete die Angriffe als „defensiv“ und warf Washington vor, mit den jüngsten US-Schlägen gegen iranische Ziele die Feuerpause und das Memorandum of Understanding verletzt zu haben. Konkrete Angaben zu den angeblich getroffenen Zielen oder deren Lage machte Iran zunächst nicht.
Die iranische Darstellung folgt auf amerikanische Angriffe vom Freitag. Die USA hatten nach eigenen Angaben iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Küstenradaranlagen getroffen. Washington begründete die Schläge mit einem iranischen Drohnenangriff auf das unter singapurischer Flagge fahrende Frachtschiff „M/V Ever Lovely“ nahe der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen. Das US-Zentralkommando sprach von einem Verstoß gegen die Feuerpause und einer Bedrohung der freien Schifffahrt.
Nach Angaben aus Teheran seien nicht nur die US-Schläge gegen Iran, sondern auch ein angeblicher Angriff im Libanon „in Koordination mit den Vereinigten Staaten“ Verstöße gegen die Vereinbarung. Iran warnte zugleich die Golfstaaten davor, ihr Territorium oder ihre Einrichtungen für Angriffe gegen Iran zur Verfügung zu stellen.
Parallel dazu verurteilte Bahrain nach Angaben seines Außenministeriums mehrere iranische Drohnenangriffe auf sein Staatsgebiet. Manama erklärte, Iran zeige damit seine Missachtung internationaler Bemühungen um Deeskalation und verletze eigene Verpflichtungen aus der Feuerpause. Bahrain bekräftigte sein Recht, Souveränität, Sicherheit und Stabilität zu verteidigen. Der Inselstaat ist strategisch besonders wichtig, weil dort die Fünfte Flotte der US-Marine stationiert ist.
Die Entwicklung verschärft die Lage im Golf erneut. Die Straße von Hormus bleibt einer der empfindlichsten Punkte im Iran-Krieg 2026. Über die Wasserstraße läuft ein bedeutender Teil des internationalen Energiehandels. Angriffe auf Handelsschiffe oder Drohungen gegen Golfstaaten können deshalb rasch Auswirkungen auf Schifffahrt, Energiemärkte und die militärische Präsenz der USA in der Region haben.
Für die USA steht nun erneut die Frage im Raum, wie belastbar die Feuerpause mit Iran tatsächlich ist. Washington sieht die iranischen Angriffe auf die Schifffahrt als Bruch der Vereinbarung. Teheran stellt dagegen die amerikanische Reaktion als Vertragsbruch dar und versucht, seine Gegenangriffe als Verteidigung zu begründen.
Damit wird das Abkommen nur wenige Tage nach seiner Anwendung bereits durch gegenseitige Vorwürfe, militärische Schläge und Drohungen gegen Drittstaaten belastet. Besonders für die Golfstaaten wächst der Druck: Sie sollen nach iranischer Lesart nicht zur Plattform amerikanischer Operationen werden, stehen aber zugleich unter dem Schutzschirm und in enger sicherheitspolitischer Zusammenarbeit mit Washington.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Samstag, 27. Juni 2026