Quds-Force-Chef Esmail Qaani verschwunden Gerüchte über Hinrichtung wegen Israel-Spionage
Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und Iran fehlt von einem der wichtigsten Männer des Regimes jede Spur. Der Kommandeur der iranischen Quds-Force ist aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Im Nahen Osten kursieren inzwischen Gerüchte, er könnte wegen angeblicher Spionage für Israel unter Hausarrest stehen oder sogar hingerichtet worden sein.
Das Verschwinden von Esmail Qaani, dem Kommandeur der Quds-Force der iranischen Revolutionsgarden, sorgt für zunehmende Spekulationen im Nahen Osten. Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und Iran ist der hochrangige Militärführer nicht mehr öffentlich aufgetreten.
Qaani gilt als einer der wichtigsten Architekten der iranischen Militärstrategie im Ausland. Als Chef der Quds-Force war er in den vergangenen Jahren verantwortlich für Irans militärische und geheimdienstliche Operationen außerhalb des Landes. Dazu gehörte vor allem die Unterstützung und Bewaffnung islamistischer Milizen und Terrororganisationen in der gesamten Region.
Der 68-jährige General übernahm die Führung der Quds-Force im Jahr 2020, nachdem sein Vorgänger Qassem Soleimani bei einem amerikanischen Luftangriff im Irak getötet worden war.
Gerüchte über Spionage und interne Ermittlungen
Die aktuellen Spekulationen begannen kurz nach dem Beginn des Krieges, als mehrere hochrangige iranische Funktionäre bei einem israelischen Angriff getötet wurden, darunter auch der Oberste Führer Ali Khamenei. Qaani soll diesen Angriff überlebt haben.
Gerade diese Tatsache hat in Teilen der iranischen Führung offenbar Misstrauen ausgelöst. In sozialen Netzwerken und in regionalen Medien kursieren seither Gerüchte, Qaani könnte Informationen an Israel weitergegeben haben.
Der britische Telegraph berichtete, innerhalb der Revolutionsgarden werde darüber diskutiert, ob Qaani unter Hausarrest gestellt oder sogar hingerichtet worden sein könnte.
Offizielle Bestätigungen dafür gibt es nicht. Dennoch berichten mehrere Quellen, dass Qaani zeitweise vom internen Sicherheitsapparat der Revolutionsgarden verhört worden sein soll.
Ein General mit schwächerem Einfluss
Innerhalb der iranischen Militärführung galt Qaani schon lange als weniger einflussreich als sein Vorgänger Soleimani. Während Soleimani eine charismatische Figur war und persönlich viele Milizen in der Region koordinierte, blieb Qaani stärker im Hintergrund.
Seine Rolle bestand vor allem darin, die Netzwerke iranischer Stellvertreterorganisationen zu betreuen, darunter die Hisbollah im Libanon, schiitische Milizen im Irak sowie andere Gruppen im Nahen Osten.
Beobachter weisen darauf hin, dass Qaani bereits mehrfach angeblich bei Angriffen getötet worden sein soll, nur um später wieder öffentlich aufzutreten. Auch während des zwölf Tage dauernden Krieges im vergangenen Jahr gab es zunächst Berichte über seinen Tod.
Kurz darauf erschien er jedoch bei einer öffentlichen Veranstaltung in ziviler Kleidung und mit einer Baseballkappe.
Wahrheit bleibt unklar
Ein weiteres Detail nährt die Spekulationen. In Berichten über israelische Listen mit Zielpersonen für gezielte Angriffe tauchte Qaanis Name angeblich nicht auf.
Gleichzeitig dementierte ein persischsprachiger Account auf der Plattform X, der von westlichen Geheimdiensten mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst in Verbindung gebracht wird, dass Qaani jemals für Israel gearbeitet habe.
Ein ehemaliger israelischer Geheimdienstmitarbeiter erklärte gegenüber britischen Medien, die tatsächliche Situation sei derzeit nicht bekannt.
Es sei möglich, dass Qaani tatsächlich unter Verdacht geraten sei. Ebenso könne es sich jedoch um eine gezielte Desinformationskampagne handeln, um Misstrauen innerhalb der iranischen Führung zu säen.
Fest steht nur, dass Israels Geheimdienste in den vergangenen Jahren tief in die Sicherheitsstrukturen Irans eingedrungen sein sollen. Berichte sprechen unter anderem davon, dass israelische Operationen zeitweise sogar Zugriff auf Teile der iranischen Überwachungssysteme hatten.
Das Verschwinden eines der wichtigsten Generäle des Regimes fügt sich damit in ein Bild wachsender Unsicherheit innerhalb der iranischen Machtstrukturen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=85597850
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 10. März 2026