Zweiter Mann wegen Brandanschlag auf ehemalige Synagoge in London angeklagt


Nach einer Serie antisemitischer Angriffe erschüttert ein weiterer Fall Großbritannien. Die Polizei wirft zwei Männern vor, eine ehemalige Synagoge in London angegriffen zu haben. Der Vorfall steht im Zusammenhang mit einer wachsenden Welle extremistischer Gewalt gegen jüdische Einrichtungen.

Zweiter Mann wegen Brandanschlag auf ehemalige Synagoge in London angeklagt
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Die britischen Behörden haben einen zweiten Verdächtigen wegen des Brandanschlags auf die ehemalige East London Central Synagogue im Stadtbezirk Tower Hamlets angeklagt. Nach Angaben der Londoner Polizei handelt es sich um den 31-jährigen Dominique Charles-Turner aus Leyton. Ihm wird Brandstiftung mit Gefährdung von Menschenleben vorgeworfen.

Bereits zuvor war der aus Wanstead stammende Moses Edwards festgenommen und angeklagt worden. Beide Männer sollen an dem Angriff auf das frühere Synagogengebäude beteiligt gewesen sein. Eine ebenfalls festgenommene 52-jährige Frau wurde gegen Kaution wieder freigelassen.

Der Anschlag ereignete sich vergangene Woche. Das Feuer verursachte Schäden an den Toren des Gebäudes, verletzt wurde niemand. Trotzdem sorgt der Fall landesweit für massive Aufmerksamkeit, weil er Teil einer ganzen Serie antisemitischer Angriffe in Großbritannien ist.

Die ehemalige Synagoge befand sich zuletzt in einem Verkaufsprozess und sollte an eine lokale somalisch-muslimische Organisation übergehen. Genau dieser Hintergrund verschärft nun die öffentliche Debatte zusätzlich. Sicherheitsbehörden prüfen inzwischen mögliche extremistische Netzwerke hinter den Angriffen.

Die Londoner Anti-Terror-Einheit erklärte, man arbeite mit Hochdruck daran, alle Beteiligten zu identifizieren. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Angriffswelle bereits 33 Menschen festgenommen. Zehn Personen wurden angeklagt, eine davon bereits verurteilt.

Die Serie begann im März mit Brandanschlägen in Golders Green, einem Viertel mit großer jüdischer Bevölkerung. In den folgenden Wochen wurden mehrere Synagogen, jüdische Einrichtungen und auch das persischsprachige Medienhaus Iran International Ziel von Angriffen.

Besonders alarmierend war ein Messerangriff in Golders Green vergangene Woche. Ein aus Somalia stammender Angreifer verletzte dabei zwei Menschen, bevor er von Polizei und freiwilligen jüdischen Sicherheitshelfern gestoppt wurde.

Mehrere der Taten wurden laut Ermittlern von der extremistischen Gruppe Harakat Ashab al Yamin al Islamia für sich reklamiert. Die Organisation gilt als radikal-islamistisch und versucht offenbar gezielt, jüdische Einrichtungen und israelfreundliche Ziele einzuschüchtern.

Die Entwicklung löst in Großbritannien zunehmend Sorge aus. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober haben antisemitische Vorfälle im Vereinigten Königreich massiv zugenommen. Jüdische Gemeinden berichten von wachsender Angst, Sicherheitsproblemen und einem immer aggressiveren Klima auf den Straßen Londons.

Besonders kritisch sehen viele Beobachter, dass sich die Angriffe längst nicht mehr nur auf Schmierereien oder Drohungen beschränken. Brandanschläge, Messerattacken und organisierte Gewalt zeigen inzwischen eine neue Qualität der Bedrohung.

Für viele britische Juden entsteht dadurch der Eindruck, dass antisemitischer Hass immer offener auftritt und Hemmschwellen verschwinden. Genau deshalb beobachten Sicherheitsbehörden die aktuelle Angriffswelle mit äußerster Sorge.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 14. Mai 2026

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