Sohn eines US-Senators beleidigt proisraelischen Kongressabgeordneten mit antisemitischen Hassparolen


Mitten in einem Restaurant nahe des Kapitols in Washington kam es zu einem Vorfall, der in den USA für Empörung sorgt. Der republikanische Kongressabgeordnete Mike Lawler berichtet von einer offen antisemitischen und homophoben Attacke durch den Sohn eines amtierenden Senators. Besonders brisant: Lawler selbst ist kein Jude, gilt aber als einer der sichtbarsten proisraelischen Politiker der Republikanischen Partei.

Sohn eines US-Senators beleidigt proisraelischen Kongressabgeordneten mit antisemitischen Hassparolen
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Nach Angaben Lawlers ereignete sich der Vorfall in einer Bar auf dem Capitol Hill. Dort soll ihn der 33-jährige William Paul angesprochen haben, der Sohn des republikanischen Senators Rand Paul. Ausgangspunkt des Gesprächs war offenbar der innerparteiliche Streit um den republikanischen Kongressabgeordneten Thomas Massie, der innerhalb der Partei als einer der schärfsten Kritiker Israels gilt.

William Paul soll Lawler erklärt haben, eine mögliche Wahlniederlage Massies werde „wegen deiner Leute“ eintreten. Lawler fragte daraufhin, ob sein Gegenüber glaube, er sei Jude. Nachdem William Paul dies bejahte, soll er geantwortet haben: „Es tut mir leid, dass ich dich dessen beschuldigt habe.“ Bereits diese Aussage bezeichnete Lawler später als schockierend.

Doch damit endete die Situation offenbar nicht. Nach Darstellung des Kongressabgeordneten entwickelte sich ein längeres Gespräch über Israel, Juden und politische Macht. Dabei soll William Paul mehrfach offen antisemitische Aussagen gemacht haben. Lawler erklärte gegenüber Journalisten, der Mann habe gesagt, er „hasse Juden“ und „hasse Homosexuelle“ und es sei ihm egal, wenn sie sterben würden.

Für viele Beobachter in Washington ist der Fall deshalb so bemerkenswert, weil er zeigt, wie offen radikale Feindbilder inzwischen selbst im politischen Umfeld der amerikanischen Hauptstadt ausgesprochen werden. Antisemitische Rhetorik beschränkt sich längst nicht mehr auf Randgruppen im Internet oder extremistische Szenen. Immer häufiger tauchen solche Aussagen auch in politischen oder gesellschaftlichen Kreisen auf, die sich selbst als konservativ oder patriotisch verstehen.

Mike Lawler gehört seit Jahren zu den sichtbarsten Unterstützern Israels im Kongress. Er engagiert sich regelmäßig gegen antisemitische Vorfälle an Universitäten, kritisiert israelfeindliche Kampagnen und fordert ein härteres Vorgehen gegen Judenhass in den Vereinigten Staaten. Dass nun selbst ein nichtjüdischer Politiker wegen seiner proisraelischen Haltung antisemitisch angegriffen wird, verdeutlicht die zunehmende Radikalisierung der Debatte.

Lawler erklärte, William Paul sei nach seiner Einschätzung stark alkoholisiert gewesen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Alkohol keine Entschuldigung für Hass und Menschenverachtung sei. Er sprach von dem „schockierendsten Vorfall“, den er in seinen vier Jahren in Washington erlebt habe.

Nach Bekanntwerden der Geschichte veröffentlichte ein X-Account unter dem Namen William Paul eine Erklärung. Darin hieß es, die Aussagen spiegelten nicht wider, „wer er wirklich sei“. Gleichzeitig erklärte er, wegen eines Alkoholproblems Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen. Senator Rand Paul selbst verweigerte bislang jede öffentliche Stellungnahme zu dem Vorfall.

Der Fall trifft die Vereinigten Staaten in einer Phase wachsender gesellschaftlicher Spannungen. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober und dem folgenden Krieg in Gaza haben antisemitische Vorfälle in den USA massiv zugenommen. Jüdische Studenten berichten von Einschüchterung an Universitäten, proisraelische Politiker erhalten Drohungen und selbst offen antisemitische Aussagen werden vielerorts relativiert oder als bloße „Wut“ verharmlost.

Gerade deshalb sorgt der Vorfall um Mike Lawler für besondere Aufmerksamkeit. Denn er zeigt, dass sich der Hass inzwischen nicht mehr nur gegen Juden selbst richtet, sondern zunehmend auch gegen Menschen, die Israel verteidigen oder sich gegen Antisemitismus stellen.



Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 14. Mai 2026

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