Russische Drohne trifft Wohnhaus in Kiew: 14-jähriger Israeli getötet, Mutter verletzt
Ein Wohnhaus im Zentrum Kiews wird am Morgen getroffen. Der 14-Jährige stirbt, seine Mutter wird verletzt. Israelische Diplomaten unterstützen die Familie.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Ein 14-jähriger israelischer Staatsbürger ist am Freitagmorgen bei einem russischen Drohnenangriff auf Kiew getötet worden. Gegen 8 Uhr traf eine Drohne ein 16-stöckiges Wohngebäude im zentralen Stadtteil Petschersk, nach Angaben der ukrainischen Polizei im Bereich des zehnten und elften Stockwerks. Der Jugendliche starb bei dem Einschlag. Seine Mutter wurde verletzt und zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Mindestens sieben Bewohner des Hauses wurden nach ersten Angaben verletzt.
Das israelische Außenministerium bestätigte anschließend die Staatsangehörigkeit des Jugendlichen. Der israelische Konsul in Kiew und die für Israelis im Ausland zuständige Abteilung des Ministeriums stehen seit Bekanntwerden des Todesfalls mit der Familie in Verbindung und unterstützen sie. Auch Vertreter der Federation of Jewish Communities of Ukraine und Chabad kümmern sich vor Ort um die Angehörigen. Nach den bislang vorliegenden Informationen war die Familie früher nach IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen eingewandert, kehrte jedoch vor rund 20 Jahren in die Ukraine zurück.
Der Angriff traf kein Frontgebiet, sondern ein Wohnhochhaus mitten in der ukrainischen Hauptstadt. Fotos der Einsatzkräfte zeigen schwere Schäden und Feuer in den oberen Etagen. Polizei, Sprengstoffexperten, Feuerwehr und Rettungsdienste waren anschließend im Gebäude im Einsatz. Reuters bestätigte den russischen Drohnentreffer und berichtete unter Berufung auf die ukrainische Polizei ebenfalls von dem getöteten 14-Jährigen und mindestens sieben Verletzten. Russland bestreitet grundsätzlich, Zivilisten gezielt anzugreifen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, seine Drohnen hätten Anlagen der ukrainischen Rüstungsindustrie, Logistikzentren und militärisch genutzte Schiffe angegriffen.
Nicht nur Kiew unter Beschuss
Der Treffer in Petschersk war Teil einer größeren russischen Angriffswelle. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, seit Tagesbeginn seien Kiew und insgesamt acht Regionen angegriffen worden. Im südukrainischen Gebiet OdessaPogrom: Wenn Hass zur Jagd auf Juden wirdEin Pogrom ist eine kollektive Gewalttat gegen eine Minderheit, besonders gegen Juden. Der Begriff wurde durch antijüdische Gewalt im Russischen Reich bekannt, die Form der Gewalt ist jedoch viel älter.Mehr lesen wurde bei einem weiteren Angriff ein Mensch getötet. In Saporischschja traf eine Drohne eine Klinik, während sich dort Menschen aufhielten. Auch aus den Regionen Sumy und Mykolajiw wurden Verletzte gemeldet. Selenskyj bezeichnete den Angriff auf das Wohnhaus in Kiew als militärisch sinnlos und verurteilte die Attacken auf zivile Infrastruktur.
Im Laufe des Tages stieg die Zahl der Verletzten in Kiew nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko auf insgesamt 20. Diese Zahl betrifft die verschiedenen Angriffe auf die Hauptstadt und nicht ausschließlich das Wohnhaus, in dem der israelische Jugendliche ums Leben kam.
Für die jüdischen Gemeinden der Ukraine fällt der Tod des Jugendlichen in eine ohnehin belastende Zeit. Die Federation of Jewish Communities of Ukraine hatte bereits vor den Hohen Feiertagen darauf hingewiesen, dass die jüdischen Gemeinden inzwischen die fünfte Feiertagssaison unter Kriegsbedingungen erleben. Luftangriffe, Drohnen und die schwierige Versorgung abgelegener Gemeinden gehören für zehntausende jüdische Familien inzwischen zum Alltag.
Der Tod des 14-Jährigen macht diese Realität nun auch unmittelbar zu einem israelischen Fall. Er starb nicht als Soldat und nicht an einer Front, sondern in der Wohnung seiner Familie in Kiew. Während Israel über sein Konsulat die Angehörigen unterstützt, bleibt für die Familie eine Nachricht, die sich durch keine diplomatische Erklärung abmildern lässt: Ein russischer Drohnenangriff auf ein Wohnhaus hat ihr Kind getötet.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Freitag, 25. September 2026